"An allen Schrauben drehen - Positives hervorheben"

Es wird nicht einfach gegen die robusten und auswärtsstarken Leverkusener: Das weiß auch Philipp Bargfrede.
Freitag, 25.02.2011 // 17:22 Uhr

Am Sonntag, den 27.02.2011, um 17.30 Uhr erwarten die Grün-Weißen mit dem aktuellen Tabellenzweiten aus Leverkusen einen schweren Gegner im Weser-Stadion. Die Rheinländer spielen eine starke Saison, sind am Donnerstagabend ...

Am Sonntag, 27.02.2011, um 17.30 Uhr erwarten die Grün-Weißen mit dem aktuellen Tabellenzweiten aus Leverkusen einen harten Brocken im Weser-Stadion. Die Rheinländer spielen eine starke Saison, sind am Donnerstagabend ins Europa League-Achtelfinale eingezogen - und scheinen auch von der ständigen medialen Berichterstattung über den ins Team zurückdrängenden Michael Ballack wenig beeindruckt.

Seit Ballacks Genesung von einer Fraktur am Schienbeinköpfchen aus dem September letzten Jahres schien die Diskussion über den Zeitpunkt einer möglichen Rückkehr des langjährigen Nationalmannschaftskapitäns in Bayers Bundesliga-Startelf das beherrschende Thema am Rhein zu sein. Auch wenn sein Trainer Jupp Heynckes stets betonte, die „Gewohnheit zu haben, meine Spieler nach langen Verletzungen wieder behutsam und sorgsam heranzuführen. Ich denke nur an die Spieler und die Mannschaft und lasse mich nicht von irgendjemandem beeinflussen." Und der erfahrene Trainer hat ohnehin keinen Grund, sich Kopfzerbrechen über die Personalie Ballack zu bereiten. Denn ob mit oder ohne Ballack, die Gäste spielen bislang eine absolut überzeugende Saison und liegen auf Champions-League-Kurs.

Bayers Generalprobe in der Europa League gelingt

Nur zwei von zahlreichen Leistungsträgern bei Bayer: Michael Ballack und Arturo Vidal.

Viele der Bayer-Spieler wussten dabei in den letzten Wochen zu glänzen, und neben Akteuren wie Arturo Vidal, Sidney Sam oder Renato Augusto, der in dieser Spielzeit sein Debüt in der brasilianischen „Seleção" gab, feierten mit Ex-Werder-Spieler Simon Rolfes und Stürmer Stefan Kießling auch zwei deutsche Nationalspieler ihre Comebacks nach langen Verletzungspausen. „Sie haben eine große Auswahl, was den Kader momentan angeht, und haben eine gute Sicherheit in ihren Reihen", weiß auch Werders Cheftrainer Thomas Schaaf von den Stärken der Werkself. „Man hat am Donnerstag verfolgen können, wie sie in der Europa League agieren, mit welchem Selbstbewusstsein sie dort aufgetreten sind, obwohl dort eine veränderte Mannschaft gespielt hat", weiß Schaaf um die Schwere der bevorstehenden Aufgabe. Im Rückspiel der Europa League gegen Metalist Charkow ließ die Elf von Trainer Jupp Heynckes einem 4:0-Hinspielerfolg ein ungefährdetes 2:0 folgen (Torschützen: Rolfes und Ballack) und konnte damit den Einzug ins Achtelfinale des Wettbewerbs feiern. Werder ist gewarnt vor einem spielstarken Gegner, der auch in der Liga zuletzt zweimal gewinnen konnte. "Leverkusen ist eine Mannschaft, die sehr gut spielt, und es wird für uns nicht einfach werden", betonte Thomas Schaaf.

"Bewusstsein erreichen, dass wir das Positive hervorheben"

Marko Marin war im Hinspiel an beiden Werder-Treffern direkt beteiligt.

Zumal das letzte Spiel der Grün-Weißen mit dem 0:4 im Nordderby beim HSV am letzten Spieltag einen Ausgang nahm, der die Arbeit unter der Woche nicht unbedingt leichter machte. Der Coach der Grün-Weißen hielt aber fest, dass „wir in allen Bereichen, in denen wir die Möglichkeit dazu hatten, auch gearbeitet haben. Wenn man 0:4 verliert, geht man nicht einfach zur Tagesordnung über." Und Geschäftsführer Klaus Allofs bilanzierte mit Blick auf das Spiel am Sonntag: „Auch wenn man dort steht, wo wir jetzt stehen, muss man Fußball spielen, muss man die Dinge einbringen, die einen erfolgreich machen. Das ist im Abstiegskampf genauso, wie wenn man um den dritten oder den zweiten Platz spielt. Zu einem guten Spiel gehören Dinge wie Laufbereitschaft, Zweikampfsstärke, und dass man als Einheit auftritt."

Leverkusens bisherige Auftritte als eine solche Einheit zeigt auch die Tatsache, dass sich der Klub erlauben konnte, mit Patrick Helmes einen mehrfachen deutschen Nationalspieler in der Winterpause nach Wolfsburg zu verkaufen. „Sie spielen einen guten Ball. Das haben sie schon über die letzten Jahre hinweg gut umgesetzt", lobt Schaaf die Arbeit seines Kollegen Jupp Heynckes, der am Sonntag definitiv auf Tranquillo Barnetta (Reha nach Meniskus-OP) und wahrscheinlich auch auf Hanno Balitsch (Infekt) und Lars Bender (Magen-Darm-Virus) verzichten muss. Aber ungeachtet von Leverkusener Personalien ist für Thomas Schaaf ohnehin wichtig, „wie wir uns am Sonntag dieser Mannschaft stellen, wie wir unsere Dinge verfolgen und anstellen, wie wir unsere Leistung realisieren können und was wir Leverkusen letztlich entgegen zu setzen haben. Sicherlich haben sie eine größere Sicherheit als wir im Moment, aber das müssen wir auch versuchen zu erreichen - sicher zu agieren und die Dinge so umsetzen zu können, wie wir uns das vorstellen."