TL-Tagebuch 2: Fußball und Süßes - Appetit ohne Ende

Die Karamelcreme ist "Tiger" Kraft am liebsten
Profis
Mittwoch, 05.01.2011 // 17:33 Uhr

Kann man vom Fußball eigentlich je genug bekommen? Nicht an der „türkischen Riviera". Ich freue mich gerade auf unser Spiel heute Abend gegen Trabzonspor, während ich durch meine Zimmerscheibe auf den benachbarten Trainingsplatz des Hotels Sirene schaue, auf dem der türkische Erstligist Bucaspor trainiert. Zuvor hatte ich gemeinsam mit Frank Baumann die zweite Hälfte der Testpartie des VfB Stuttgart (mit Martin Harnik) gegen Manisaspor auf der 10 Minuten entfernten Cornelia-Anlage gesehen, nicht ohne vorher die ersten 45 Minuten zwischen dem 1. FC Nürnberg und Genclerbirligi (Klub von unserem Ex-Spieler „Alpi" Erdem)) auf einem anderen, 15 km entfernten Platz verfolgt zu haben. Unser Training heute Morgen hatte ich natürlich auch besucht. Belek im Januar - ein Paradies für Match- und Klubhopper

Mittwoch, 5. Januar 2010, 17.30 Uhr (Ortszeit), Belek

Kann man vom Fußball eigentlich je genug bekommen? Nicht an der „türkischen Riviera". Ich freue mich gerade auf unser Spiel heute Abend gegen Trabzonspor, während ich durch meine Zimmerscheibe auf den benachbarten Trainingsplatz des Hotels Sirene schaue, auf dem der türkische Erstligist Bucaspor trainiert. Zuvor hatte ich gemeinsam mit Frank Baumann die zweite Hälfte der Testpartie des VfB Stuttgart (mit Martin Harnik) gegen Manisaspor auf der 10 Minuten entfernten Cornelia-Anlage gesehen, nicht ohne vorher die ersten 45 Minuten zwischen dem 1. FC Nürnberg und Genclerbirligi (Klub von unserem Ex-Spieler „Alpi" Erdem)) auf einem anderen, 15 km entfernten Platz verfolgt zu haben. Unser Training heute Morgen hatte ich natürlich auch besucht. Belek im Januar - ein Paradies für Match- und Klubhopper.

Und ein Ort für ein schnelles Wiedersehen. Gestern, Dienstagabend erschien ein großer dunkelhaariger Mann mit einem blauen Plastiksack über der Schulter in unserem Hotel. Er trug die schwarz-weiße Trainingsbekleidung von Besiktas und hieß Hugo. Unsere Zeugwarte Uwe Behrens und Fritz Munder hatten Hugo Almeida noch einige private Sachen mit in die Türkei gebracht, die er nun abtransportierte. Sagenhafte 3000 Fans hätten ihn am Flughafen begrüßt, berichtete Hugo immer noch schwer beeindruckt von seinem Empfang in Istanbul. Allerdings wusste auch er, dass die überbordende Begeisterung der Fußballfans in diesem Land bei Misserfolg ganz schnell ins gegenteilige Extrem umschlägt.

Vorbereitung ist auch immer die Zeit der Gerüchte. Eines brachte heute Mittag die uns begleitenden Journalisten so richtig auf Trab: Als das Training beendet war, hefteten sie sich flugs an die Fersen von Marko Arnautovic. Der VfL Wolfsburg sei an ihm interessiert, hatte die BILD gemeldet, was ist da dran? Marko gab der Meldung keine weitere Nahrung, ein Wechsel sei kein Thema und auch Klaus Allofs wischte die Möglichkeit gleich vom Tisch.

An jenem saß Tim Wiese heute Mittag übrigens ganz allein. Nicht dass unsere Nr. 1 geschnitten wird, das ganze war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Eine Erkältung hatte ihn erwischt, das bedeutete Trainings- und natürlich auch Spielpause für heute und Einzelessen, nachdem die anderen Spieler den Speiseraum schon verlassen hatten, ganz einfach um Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Das Buffet des Kempinski lässt übrigens kaum Wünsche offen. Besonders die Nachspeisen sind wie üblich in der Türkei extrem verführerisch. Als ich gestern Abend unseren Dessertspezialisten „Tiger" Kraft um seine Expertise über eine Karamelcreme bat, bekam ich überraschenderweise ein mürrisches Gesicht zu sehen und die Antwort: "Also, sagt mir nicht so zu!" „Tigers" Urteil hat Gewicht, ich ließ das Glas stehen, nur um am Tisch von anderer Seite die tollsten Jubelarien über eben diese Nachspeise zu hören. Sofort kam die Vermutung auf, der „Tiger" hätte in Wirklichkeit den fiesen Plan sämtliche Restbestände der Creme für sich sichern und mit aufs Zimmer nehmen. Für alle, die sich nun Sorgen machen: Unser Torwarttrainer hat nach wie vor kein Gramm Fett am Körper. Er kann einfach „Süßes" ohne Ende futtern.