"Keinen Millimeter nachlassen"

Torsten Frings kann es nicht fassen: Nach großem Einsatz und ansprechender Leistung, müssen sich die Bremer dennoch mit 1:3 geschlagen geben.
Profis
Samstag, 29.01.2011 // 19:16 Uhr

Die Enttäuschung über die unnötige 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern war den Spielern nach Schlusspfiff deutlich anzusehen. Die Mannschaft hatte mit viel Einsatz agiert und den Bayern das Leben lange Zeit sehr schwer gemacht ...

Die Enttäuschung über die unnötige 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern war den Spielern nach Schlusspfiff deutlich anzusehen. Die Mannschaft hatte mit viel Einsatz agiert und den Bayern das Leben lange Zeit sehr schwer gemacht, doch am Ende standen die Grün-Weißen mit leeren Händen da. „Das war eine gute Reaktion der Mannschaft auf die Niederlage in der vergangenen Woche in Köln. Bis zum Ausgleich haben wir das gut gemacht. Wir haben früh gestört, sind hohes Tempo gegangen und wollten die Bayern von Anfang an unter Druck setzen", attestierte Klaus Allofs den Grün-Weißen eine gute Leistung. „Man kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen, nur das Ergebnis passte nicht", so der Geschäftsführer weiter.

Thomas Schaaf war mit der Leistung seiner Mannschaft ebenfalls einverstanden. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Wir haben uns die Führung erspielt, es danach aber nicht geschafft, die Bayern weiter zu beschäftigen. Dennoch hat die Mannschaft das heute gut gemacht, hat viele Dinge erheblich besser gemacht, als in Köln. Sie haben sich gewehrt und man hat gesehen, dass wir gewillt waren etwas zu verändern. Leider wurden wir für diese Leistung nicht belohnt", so der Cheftrainer. „Wir haben gut gespielt, gut gekämpft, nur das Ergebnis ist das falsche. Aber in unserer Situation haben wir keine Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn wir jedes Spiel so angehen, als wenn es gegen Bayern geht, dann gewinnen wir auch wieder", resümierte Kapitän Torsten Frings.

Clemens Fritz, der gegen den Rekordmeister im Mittelfeld agierte, war ebenfalls „sehr enttäuscht. Wir haben sehr, sehr hohen Aufwand betrieben und die angesprochenen Dinge umgesetzt. Allerdings kassieren wir zu leichte Gegentore", so der 30-Jährige. Die leichten Gegentore waren auch Klaus Allofs ein Dorn im Auge. „Bei dem Ausgleich haben wir aus einem Einwurf direkt eine Chance zugelassen. Das war zu einfach. Und auch vor dem zweiten Tor haben wir die Möglichkeit zu klären", so der Geschäftsführer, der den Ausgleich als einen Knackpunkt im Spiel gesehen hat. „Aber auch der nicht gegebene Elfmeter in der 68. Minute war sicherlich eine entscheidende Szene. Diese Situation muss man anders bewerten. Das war eine Entscheidung, mit der wir absolut nicht einverstanden sind. Doch wenn man im Tabellenkeller steckt, dann steht einem das Glück auch nicht unbedingt zur Seite."

Auf das Glück wollen sich die Werderaner in den nächsten Wochen aber keinesfalls verlassen, wenngleich sie durch harte Arbeit ein Stück davon zurückerkämpfen wollen. „Die Situation ist jetzt genauso schwer, wie vorher. Wir müssen zusehen, dass wir uns ein Erfolgserlebnis holen und werden versuchen, so weiter zu machen, wie heute. Wir dürfen keinen Millimeter davon abweichen", fordert Thomas Schaaf. Clemens Fritz macht deutlich: „Wir sind im Abstiegskampf und das hat jeder begriffen. In dieser Situation geht es nicht darum schön zu spielen. Wir können an die heutige Leistung anknüpfen und müssen zusehen, dass wir jetzt Punkte holen."

Dass sich das Erfolgserlebnis schon bald einstellen wird, davon ist Klaus Allofs überzeugt. „Ich weiß, dass wir da unten wieder rauskommen, wenn wir weiter so akribisch arbeiten. Wenn wir so spielen wie heute, dann werden wir den Tabellenkeller sehr schnell verlassen. Mit einer ähnlichen Leistung in Mainz, können wir nächste Woche dort bereits drei Punkte holen. Meine einzige Sorge ist, dass wir nochmal so ein Spiel zeigen, wie gegen Köln. Wir dürfen nicht in diese Formschwankungen verfallen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie da mithalten kann." Und auch Thomas Schaaf glaubt, dass „wir heute einige Dinge gesehen haben, wo die Fans sagen können: Macht so weiter, dann wird es schon werden."

von Dominik Kupilas, Marco Niesner und Timo Sczuplinski