Abstiegskampf: Mittendrin, statt endgültig raus

Bei seiner Rückkehr ins Weser-Stadion setzte Diego wenig Akzente und wurde nach 80 Minuten ausgetauscht.
Profis
Samstag, 30.04.2011 // 01:15 Uhr

In der Mixed-Zone nach dem Spiel dominierten drei Themen. Neben der Spielanalyse natürlich die Tabellensituation und der Ausblick auf die Partie gegen Borussia Dortmund. Hier die wichtigsten Aussagen im Überblick ...

Die Erwartungen an diesen Freitagabend waren soooo groß! Die Enttäuschung entsprechend in alle Gesichter geschrieben. Gegen den VfL Wolfsburg sollte der endgültige Befreiungsschlag aus dem Abstiegskampf gelingen. Aber das 0:1 beließ die Grün-Weißen mittendrin. "Man muss nur auf die Tabelle schauen. Es ist heute wieder eng geworden. Wir hatten es selbst in der Hand, endlich alles klar zu machen, haben diese Chance aber heute nicht genutzt", sagte Clemens Fritz, der sich den Medienvertretern stellte. Kurz vor Mitternacht fügte er an: "Das schönste Geburtstags-Geschenk für den Trainer wäre heute sicher ein Sieg gewesen. Leider haben wir ihm das nicht gemacht. Das ist extrem schade."

Die Gründe für die Niederlage:

Cheftrainer Thomas Schaaf: Wir hatten in der Offensive nicht die Überzeugung das Tor zu machen. Zwar hatten wir mehr vom Spiel, konnten aber nichts Zwingendes daraus machen. In unseren Angriffen waren nicht gezielt genug, konnten mit unseren Kombinationen den Gegner nicht in Not bringen. In den letzten Wochen haben wir gut gearbeitet, vieles besser gemacht, heute haben wir unsere Ziele mal nicht erreicht.

Geschäftsführer Klaus Allofs: Letzte Woche hat uns in der zweiten Halbzeit bei St. Pauli unbändiger Einsatz und Laufbereitschaft ausgezeichnet. Damit konnten wir gewisse Defizite bei der Kreativität ausgleichen. Heute waren wir offensichtlich nicht bereit, das wieder in die Waagschale zu werfen. Wir müssen in dieser Situation das Messer zwischen den Zähnen haben, aber das hat heute gefehlt. Ich hatte den Eindruck wir wollten das heute spielerisch lösen. Unser Verletztensituation spielt da sicher auch eine Rolle. Zuletzt hat es im Angriff mit Sandro Wagner sehr gut geklappt. Er hat viel gearbeitet und gut zu Claudio Pizarro gepasst. Als Gruppe sind wir offensichtlich noch nicht so gefestigt, dass wir solche Ausfälle kompensieren können.

Torsten Frings: Wir sind natürlich sehr enttäuscht, weil wir uns sehr viel vorgenommen haben. Wir wollten den letzten Schritt machen und uns befreien, aber jetzt sind wir wieder mittendrin. Wir haben schlecht gespielt und waren einfach nicht torgefährlich. In den letzten Spielen haben wir uns zahlreiche Chancen herausgespielt, das hat heute nicht funktioniert. Wolfsburg hat aber auch sehr clever verteidigt und wenig zugelassen.

Per Mertesacker: Wir haben uns heute 90 Minuten lang bemüht, den positiven Trend der letzten Wochen mitzunehmen, leider ist uns das nicht zu 100 Prozent gelungen. Wolfsburg hat sehr massiv verteidigt und zur richtigen Zeit das Tor gemacht. Deshalb mussten sie zu keinem Zeitpunkt aufmachen und wir hatten es schwer, zu Chancen zu kommen.

Clemens Fritz: Wir haben zwar viel Druck gemacht, hatten aber einfach nicht die Durchschlagskraft. Wir haben die freien Räume nicht so gut besetzt.

Petri Pasanen: Hinten standen wir eigentlich ganz gut, haben wenig zugelassen. Aber nach vorne gelang uns wenig. Beispielhaft waren heute wieder unsere Eckbälle. Da haben wir wieder viel zu wenig Gefahr erzeugt, genau wie in der ganzen laufenden Saison. Das ist zu wenig.

Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): Unser Sieg ist nicht unverdient. Werder war besser, hatte mehr Spielanteile, aber wir haben gut verteidigt und sehr gefährlich gekontert. Wenn wir das besser ausgespielt hätten, hätten wir auch höher gewinnen können.

Die Tabellensituation:

Cheftrainer Thomas Schaaf: Für mich ist die Situation nichts Neues. Ich betone seit Wochen, dass wir bis zum letzten Spieltag kämpfen müssen.

Geschäftsführer Klaus Allofs: Ich bin überzeugt, dass wir nicht absteigen, aber wir bleiben dabei, dass wir uns auf einen Kampf bis zum letzten Spieltag einstellen müssen. Wir haben auch nach dem Sieg gegen den FC St. Pauli gesagt, dass wir noch nicht durch sind. Im Kampf gegen die Relegation sind wir mittendrin.

Per Mertesacker: Für heute sind wir kurz enttäuscht, aber wir wissen um unsere eigene Stärke und lassen uns von dem heutigen Spiel nicht beunruhigen. In dieser Saison mussten wir schon ganz andere Situationen überstehen, wir haben immer noch eine gute Ausgangssituation. Vielleicht wollen wir es auch einfach selber nochmal spannend machen, uns gelingt es im Moment einfach nicht den Deckel auf die Saison zu machen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir die Liga halten.

Petri Pasanen: Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand. Nächste Woche folgt die nächste Chance. Ich bin sicher, dass wir drin bleiben, denn wir haben so erfahrene Leute im Team, dass wir die Situation überstehen.

 

 

Die Vorschau auf die nächsten Spiele:

Clemens Fritz: Wir haben jetzt noch zwei schwere Aufgaben. Nächste Woche wird es sehr interessant. Dortmund will Deutscher Meister werden und wir wollen nicht absteigen.

Thomas Schaaf: Im Abstiegskampf haben wir nur schwere Aufgaben. Die letzten beiden Spiele werden genau so schwer, wie heute, die Partie letzte Woche und vorletzte Woche.

Klaus Allofs: Mir ist es egal, ob Dortmund morgen schon Meister wird. Wenn wir nächste Woche so spielen wie heute, dann könnten die Dortmunder auch eine Woche feiern und wir würden nicht gewinnen.

Per Mertesacker: Nächste Woche haben wir ein schönes Spiel. Für beide Mannschaften geht es noch um alles, keiner kann sich zurücklehnen. Ich freue mich jetzt schon darauf, obwohl ich das heutige Spiel noch nicht verdaut habe.

Von Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Marco Niesner