"Wuchtig, heftig, was wir da losgetreten haben"

Clemens Fritz lieferte auf der rechten Außenbahn eine solide Partie, war am Ende jedoch etwas enttäuscht über "nur" einen Punkt.
Profis
Samstag, 02.04.2011 // 17:47 Uhr

Eine knappe halbe Stunde haben die Grün-Weißen gebraucht, um ins Spiel zu kommen, doch dann legten sie richtig los. 27:6 Torschüsse, 13:3 Ecken. Die Gäste wurden schwer bearbeitet. "Das war schon sehr wuchtig, heftig, was wir da losgetreten ...

Eine knappe halbe Stunde haben die Grün-Weißen gebraucht, um ins Spiel zu kommen, doch dann legten sie richtig los. 27:6 Torschüsse, 13:3 Ecken. Die Gäste wurden schwer bearbeitet. "Das war schon sehr wuchtig, heftig, was wir da losgetreten haben. Stuttgart konnte sich kaum befreien. Es war klar, dass wir das nicht über 90 Minuten durchhalten konnten. Aber selbst kurz vor dem Schlusspfiff hatten wir noch eine Riesenchance", freute sich Cheftrainer Thomas Schaaf, der sich mit der Leistung des Teams zufrieden zeigte. "Man kann niemandem einen Vorwurf machen, der Hunger auf ein gutes Ergebnis war da, das Team lässt nicht locker. Heute stimmte nur das Ergebnis nicht."

Zum Spielverlauf gab es noch einige ähnliche Aussagen: 

Torsten Frings: "Wir waren das bessere Team und hätten mehr Tore schießen müssen. Dennoch haben wir heute ein gutes Spiel gemacht. In der einen oder anderen Situationen hat etwas mehr Überzeugung gefehlt. Uns hat der Killerinstinkt gefehlt, aber es schießt keiner extra vorbei. Die Tendenz bleibt positiv."

Sandro Wagner: "Wir waren wie gegen Mönchengladbach die besser Mannschaft. Alles sind sehr viel gelaufen. Nach dem 0:1 haben wir uns kurz geschüttelt und dann weiter nach vorn gespielt. Aber es gibt Tage, da will der Ball einfach nicht rein."

Marko Marin: "Wir haben uns sehr viele Chancen erspielt, gut kombiniert und waren sehr dominant. Einzig das zweite Tor hat gefehlt."

Clemens Fritz: "Das Positive ist, wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, hinten wenig zugelassen und vorne viele Chancen erspielt. Wir haben gute Ansätze gezeigt, die wir jetzt mit nach Frankfurt nehmen."

Klaus Allofs (Geschäftsführer Werder Bremen): "Positiv lässt sich vermerken, dass wir nach dem Rückstand wieder ins Spiel gefunden haben. Wir waren danach in allem überlegen: Ecken, Chancen, Torschüsse. Aber Tore gehören auch dazu, da waren wir nicht so abgebrüht."

Bruno Labbadia (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben 25 Minuten super gespielt. Haben das Spiel gut verlagert, sind viel gelaufen, haben Druck gemacht. Doch dann hatten wir zu viele Ballverluste, weil wir immer gleich in die Tiefe spielen wollten. Da haben wir die Bremer, die einen guten Ball spielen können, stark gemacht. Das Gegentor fiel durch einen Standard, da waren die Bremer auch immer gefährlich. Ich weiß gar nicht, wo Werder immer diese ganzen langen Kerle herholt. Das ist unglaublich. Da waren wir schon größenmäßig unter Druck. In der zweiten Hälfte haben uns bessere Konter gefehlt. Der letzte Pass war nie richtig da."

 

Gut, dass Werder an diesem Tag mit Kapitän Torsten Frings, den besten Mann auf dem Platz stellte. Zurecht erhielt er die Auszeichnung "TARGOBANK - Man of the match". Sein Traumtor gab Werder neues Feuer. Dazu sagten:

Torsten Frings: "Ich war bei der Ecke dort eingeteilt. Der Ball kommt durch und ich habe es einfach mal probiert. Der Ball wurde noch leicht abgefälscht. Schade, ein Sieg wäre schön und verdient gewesen, aber Fußball ist eben nicht immer gerecht."

Thomas Schaaf: "In den Schuss hat er vielleicht ein bisschen Ärger über den Rückstand reingelegt. Aber insgesamt war es die Belohnung für eine sehr starke Leistung von ihm."

Einig waren sich alle, dass dieser Punkt dennoch sehr wichtig im Abstiegskampf war. Zur Tabellensituation sagten:

Marko Marin: "Wir haben es verpasst Stuttgart und St. Pauli weiter entscheidend zu distanzieren. Aber wir haben sie auch nicht rankommen lassen."

Sandro Wagner: "Im Abstiegskampf ist jeder Punkt wichtig, der auch. Wir haben Stuttgart auf Distanz gehalten und sind jetzt fünf Spiele ungeschlagen. Das zählt auch etwas. Jetzt müssen wir schnell wieder den Kopf frei bekommen und auf geht's nach Frankfurt. Ich bin sehr optimistisch, dass die Sache gut ausgeht."

Clemens Fritz: "Ein Sieg wäre ein Big-Point gewesen, der ist uns leider nicht gelungen ist. Dieser eine Punkt ist bei den Möglichkeiten und der Dominanz eindeutig zu wenig. Es ist alles noch offen."

Klaus Allofs: "Das klingt nicht so toll, aber in so einem Sechs-Punkte-Spiel gilt es erstmal nicht zu verlieren. Stuttgart bleibt weiter auf Abstand."

Thomas Schaaf: "Dieses Spiel ist das wert, was wir bekommen - genau ein Punkt. Die Mannschaft hätte mehr Punkte verdient gehabt, hat sie aber nicht bekommen."


Von Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Marco Niesner