Last-Minute-Ausgleich wie „gefühlter Sieg“

Mit seinem zweiten Bundesliga-Treffer sicherte Sebastian Prödl den Grün-Weißen am Abend einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.
Profis
Sonntag, 27.02.2011 // 21:59 Uhr

Als Schiedsrichter Deniz Aytekin die Begegnung zwischen Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen nach 93 Minuten abpfiff, ging Cheftrainer Thomas Schaaf auf den Platz und klatschte jeden einzelnen seiner Spieler ab. „In diesem Moment war es einfach wichtig den Spielern zu ...

Als Schiedsrichter Deniz Aytekin die Begegnung zwischen Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen nach 93 Minuten abpfiff, ging Cheftrainer Thomas Schaaf auf den Platz, umarmte jeden einzelnen seiner Spieler und klatschte sie ab. „In diesem Moment war es einfach wichtig den Spielern zu verdeutlichen, dass das Geleistete sehr gut war", erklärte der Bremer Coach. „Das zeigt den Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit, die bei uns herrscht", beschrieb Last-Minute-Torschütze Sebastian Prödl diese tolle Aktion des Cheftrainers. „Er hat auch gemerkt, dass die Mannschaft in den letzten zehn Minuten alles gegeben hat und wir versucht haben, ein Feuerwerk abzubrennen. Das wollte er honorieren", so Mertesacker.

Honoriert hat der Cheftrainer damit allerdings nicht nur die letzten zehn Minuten seiner Mannschaft, sondern einen insgesamt couragierten Auftritt der Grün-Weißen. „Wir haben das bis zu dem Gegentor ganz gut gemacht. Man merkt dann aber, dass die Mannschaft Zeit braucht, sich zu erholen und nachzulegen. Das hatten wir uns für die zweite Halbzeit vorgenommen. Da haben wir versucht durch ein ganz einfaches Spiel besser in Position zu kommen", beschrieb der Bremer Coach die 90 Minuten gegen die Werkself. „Wir sind nach dem Rückstand unglaubliches Risiko gefahren, aber man hat eindeutig gesehen, dass wir was erreichen wollen", so der 49-Jährige weiter.

Klaus Allofs sprach nach Spielende sogar von einem „Sieg der Moral. Auch wenn uns das Ergebnis nicht den Sprung beschert hat, den wir wollten. Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt, dass wir wieder aufstehen müssen, auch, wenn wir vielleicht noch einen zweiten Gegentreffer kassieren", kommentierte der Geschäftsführer und lobte. „Das hat die Mannschaft sehr gut gemacht und dieser Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten ist ganz hoch einzuschätzen, weil die Mannschaft zu jedem Zeitpunkt alles versucht hat." Diesen Worten des 54-Jährigen pflichtete auch Sebastian Prödl bei. „Wir haben uns nach letzter Woche fest vorgenommen, nie aufzugeben und heute hat man den Willen, den Ausgleich schaffen zu wollen, bei jedem einzelnen gesehen", freute sich der Torschütze zum wichtigen 2:2-Ausgleich in der 91. Minute. „Deshalb ist es wie ein gefühlter Sieg."

Entscheidenden Anteil an dem anderen Bremer Tor hatte Prödls Abwehrkollege Per Mertesacker. „Über die Linie gedrückt, habe ich ihn dieses Mal aber nicht", konstatierte Merte ehrlich. „Ich war passiv daran beteiligt, weil ich Stefan Kießling bedränge und er ihn ins eigene Tor bugsiert. Letztlich ist es aber auch egal, wer die Tore macht, es zählt nur der Erfolg der Mannschaft", so Merte weiter. Der resultierende Erfolg aus den beiden Treffern war gegen Leverkusen ein 2:2-Remis und damit ein Punkt auf das Konto. „Jeder Punkt ist wichtig für uns. Es geht für uns schließlich darum, Erfolge einzufahren, die geben Sicherheit und zeigen, dass man die Dinge richtig macht", freute sich Thomas Schaaf. „Aber wenn 3 Punkte zu vergeben sind, dann möchte man die natürlich auch gerne haben."

Drei Punkte fordert auch Per Mertesacker: „Nach dem 0:2 haben wahrscheinlich nicht mehr viele an uns geglaubt, die elf auf dem Platz aber schon. Trotzdem brauchen wir irgendwann auch mal wieder drei Punkte", weiß der Nationalverteidiger. „Dieser Punktgewinn bringt die Mannschaft noch enger zusammen und sorgt dafür, dass der Zusammenhalt noch intensiver wird. Aber wir werden bald auch wieder siegen müssen, um da unten raus zu kommen", fordert Klaus Allofs. Am besten schon kommende Woche in Freiburg...

von Dominik Kupilas und Marco Niesner