Trotz 8:0-Sieg: Salzgitter-Keeper mit weißer Weste

Kevin Bogon hielt den Kasten seines Teams wie hier gegen Arnautovic in seiner Einsatzzeit sauber.
Profis
Mittwoch, 18.05.2011 // 22:26 Uhr

Werder Bremen hat am Mittwochabend sein erstes Testspiel nach der Bundesliga-Saison gegen eine Stadtauswahl Salzgitter mit 8:0 gewonnen. Die Grün-Weißen sorgten nach einigem ...

Werder Bremen hat am Mittwochabend sein erstes Testspiel nach der Bundesliga-Saison gegen eine Stadtauswahl Salzgitter mit 8:0 gewonnen. Die Grün-Weißen sorgten nach einigem Anlauf für ein munteres Spiel, bei dem die 4.100 zahlenden Zuschauer auf ihre Kosten kamen und allein vier Arnautovic-Treffer sahen. Die Benefizpartie für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in Salzgitter wurde von Fußballreporter Waldemar Hartmann moderiert und fand unter den Augen von dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel statt.

Mustergültig spielt Said Husejinovic den Ball quer auf Marko Arnautovic, der nur noch einschieben muss.

Auf dem Platz stach zunächst ein Akteur im Trikot der Gastgeber heraus. Kevin Bogon, der überragende Keeper der Startelf aus Salzgitter war der Mann der ersten Halbzeit. Obwohl die Werderaner das Testspiel beherzt angingen und frisch nach vorn spielten, hielt er die in rot spielende Stadtauswahl lange Zeit gegen den Bundesligisten ohne Gegentor im Spiel. Egal, ob Arnautovic (5.), Pasanen (10.), Husejinovic mit einer Volleyabnahme (12.) und Fritz mit einem fulminanten 30-Meter-Kracher (19.), Hunt nach tollem Steilpass von Marin (24.), sowie Marin selbst nach Hunt-Zuspiel (28.) - alle fanden ihren Meister in der starken Nummer eins der Gastgeber. Die Show endete dann überraschend in der 32. Minute, als der Keeper unter frenetischem Applaus ausgewechselt wurde und so seine weiße Weste behielt. „Ich bin froh, dass mein Kollege, den Keeper gewechselt hat", lautete Schaafs Halbzeit-Fazit, „wir wollen den beiden Treffern noch weitere folgen lassen. Wir haben zu viele Chancen einfach liegen gelassen.

Timo Grube, der zweite von drei Salzgitter-Keepern, hatte es dann auch schwer den Auftritt seines Vorgängers zu toppen. Werder spielte konsequenter und wollte die ersten Treffer präsentieren. Wesley nahm sich nach all den Strafraumwusel-Szenen schließlich ein Herz und probierte es aus der Entfernung. Er zog von der Strafraumgrenze ab und jagte die Kugel unhaltbar in die Maschen (39.). Nur eine Minute später erhöhte Werder auf 2:0. Das Duo Said Husejinovic, der den Ball auf das Salzgitter-Tor trieb, und Marko Arnautovic tauchten frei im Sechzehner auf, der Bosnier legte quer, sodass sein Sturmkollege nur einzuschieben brauchte (siehe Bild).

Über 4.000 Zuschauer kamen ins Stadion am Salzgittersee.

In der Offensive hatten die Salzgitter-Kicker jedoch auch zwei Höhepunkte zu bieten. In der 23. Minute klärte Fritz in höchster Not vor dem Einschussbereiten Rittel. In der 31. Minute lag die Kugel sogar im Netz, des bis dahin beschäftigungslosen Wiese, doch der Referee monierte Abseits.

In der zweiten Hälfte spielten die Profis dann ihre körperliche Überlegenheit aus und machten nach einer Viertelstunde schnell den Sack zu. Arnautovic traf mit einem Doppelpack (58./59.) zum 3:0 und 4:0. Trotz mehrfacher Wechsel lief die Torfabrik bei den Grün-Weißen an. Kevin Schindler, der zur Halbzeit eingewechselt wurde, wollte nicht nachstehen und legte einen Doppelpack nach. Zunächst verwertete er einen Querpass von Arnautovic (66.), wenig später köpfte er eine maßgenaue Flanke von Mlynikowski ins Netz (72.). Vier Minuten später glänzte Stevanovic als Passgeber und ermöglichte Arnautovic den vierten Treffer (76.). In der Schlussviertelstunde erregten das Publikum, dass die Jungs aus der Heimatstadt stets unterstützte, noch zwei Abseitspfiffe, die den Hausherren den Ehrentreffer verwerten. Die letzten Hoffnungen auf eine Wende im Spiel nahm dann Aaron Hunt, der in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 8:0 sicher verwandelte.

Cheftrainer Thomas Schaaf zeigte sich nach dem Schlusspfiff angetan von der Veranstaltung: „Langsam rollte die Lawine los. Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung für einen guten Zweck, deshalb nimmt man so einen Weg gerne auf sich. Wir haben alle Spieler, auch die verletzten, mitgebracht. Es waren viele Zuschauer da, sodass auch einiges für die gute Sache zusammenkam. Wir haben guten Fußball gespielt, die Fans konnten zufrieden sein. Am Ende war das auch eine Chance für junge Spieler, sich zu zeigen. Die Jungs aus der U 19 waren mit Eifer dabei, das war ja das erste anschnuppern für sie bei den Profis."