3:1 - Wagner und Pizarro besorgen zweiten Auswärtssieg in Folge

Doppelpack vom Elfmeterpunkt - Angreifer Sandro Wagner behielt in Nürnberg zwei Mal die Nerven.
Profis
Samstag, 19.03.2011 // 17:20 Uhr

Was für ein wichtiger Auswärtsdreier. Werder Bremen hat am Samstagmittag den Rückrundenspitzenreiter 1. FC Nürnberg in dessen heimischen Stadion mit 3:1 (1:1) bezwingen können. Zwei kaltschnäuzig verwandelte Elfmeter von Sandro Wagner (27./89.)...  

Was für ein wichtiger Auswärtsdreier. Werder Bremen hat am Samstagnachmittag den vormals seit acht Partien nicht zu schlagenden Rückrundenspitzenreiter 1. FC Nürnberg in dessen heimischen Stadion mit 3:1 (1:1) bezwingen können. Zwei kaltschnäuzig verwandelte Elfmeter von Sandro Wagner (27./89.) und ein abgefälschter Rechtsschuss seines Angriffspartners Claudio Pizarro sorgten vor 45.548 Zuschauern für die drei siegbringenden Tore. Ilkay Gündogan hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (30.). Werder, das nunmehr zum vierten Mal in Serie ohne Niederlage blieb, hat sich somit vier Punkte Abstand auf den Relegationsrang erarbeitet und steht momentan auf Tabellenplatz Zwölf.

Wagner trifft vom Punkt - Gündogan egalisiert das Ergebnis

Der erste von zwei verwandelten Wagner-Elfmetern in Nürnberg.

Eine auf drei Positionen veränderte Startformation schickte Cheftrainer Thomas Schaaf auf das Feld. Petri Pasanen rückte für den jüngst verletzten Sebastian Prödl in die Innenverteidigung, Wesley ersetzte den gelbgesperrten Philipp Bargfrede und Marko Marin sollte anstelle von Florian Trinks im offensiven Mittelfeld die kreative Rolle übernehmen. Das gegenseitige Abtasten ohne nennenswerte Aktionen in den Strafräumen dauerte beinah eine Viertelstunde. Dann senkte sich ein geschlenzter Freistoß von Torsten Frings aus dem Halbfeld bedrohlich Richtung langes Eck - Raphael Schäfer tippte den Ball aber mit ganz langem Arm gerade noch über die Latte. Nur Momente später wurde der FCN-Schlussmann gleich wieder zu einer guten Parade gezwungen, da Frings‘ anschließende Ecke den Kopf von Sandro Wagner gefunden hatte (15.). Werders Defensive arbeitete konzentriert, sicher und zweikampfstark. Beispielhaft konnten Silvestre und Fritz durch perfekte Grätschen fast direkt hintereinander enorm wichtige Duelle gegen Ekici und Gündogan im Strafraum für sich entscheiden (20.). Dafür kam Nürnbergs Innenverteidiger Philipp Wollscheid auf der anderen Seite den entscheidenden Schritt zu spät und brachte Pizarro zu Fall. Sandro Wagner verwandelte den fälligen Strafstoß eiskalt zur Werder-Führung ins linke Eck (27.). Der Jubel war kaum verhallt, da hatten die Gastgeber das Ergebnis wieder egalisiert. Ein zu kurz abgewehrter Ekici-Freistoß landete auf Ilkay Gündogans Fuß, dessen anschließender Abschluss mit der Innenseite durch Mertesackers Knie die denkbar unglücklichste Richtungsänderung erfuhr und unhaltbar für Tim Wiese ins Netz trudelte (30.). Ansonsten spielte sich das Geschehen vornehmlich fernab jeglicher Gefahrenzonen ab.

Ständige Stabilität in Werders Defensive

Tim Borowski sitzt Timothy Chandler, der später mit Gelb-Rot vom Platz flog, im Nacken.

Hellwach kehrten die Grün-Weißen aus der Halbzeitpause zurück. Frings‘ weite Freistoß-Flanke klatschte Wagner an den Rücken, die unsortierte FCN-Abwehr bereinigte die Situation nicht, wovon Claudio Pizarro profitierte, der die gebotene Lücke ausnutzte und sein Team mit rechts - wiederum abgefälscht - in Führung schoss (50.). Diesmal konnte der Club auch nicht direkt antworten. Tim Wiese fing Ilkay Gündogans Drehschuss sicher aus der Luft (53.). Werders durchweg aufmerksames und kompromissloses Defensivverhalten verhalf in der Folge zu ständiger Stabilität. Den Franken wurde zwar die Ballhoheit gewährt, denen fehlte jedoch offensiver Drang und Inspiration, um gegen Bremens dicht gewebtes Abwehrnetz ein probates Mittel einzusetzen. Wirklich brenzlige Szenen mussten Mertesacker und Co. nicht mehr meistern. Kurz vor Abpfiff zeigte Schiedsrichter Michael Weiner sogar noch ein zweites Mal auf den Elfmeterpunkt, nachdem Pizarro im Duell mit Raphael Schäfer zu Boden gegangen war. Abermals schnappte sich Sandro Wagner selbstbewusst den Ball und rechtfertigte das Vertrauen, indem er Schäfer verlud und problemlos die Entscheidung herbeiführte (89.).

von Maximilian Hendel