Wagners Tor reicht nicht aus

Wie in der Vorwoche gegen Freiburg brachte Sandro Wagner die Grün-Weißen auch gegen Gladbach mit 1:0 in Führung.
Borussia Mönchengladbach
Samstag, 12.03.2011 // 20:22 Uhr

Werder Bremen ist am 26. Spieltag kein erneuter Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg gelungen. Die Bremer kassierten beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachspielzeit ...

Werder Bremen ist am 26. Spieltag kein erneuter Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg gelungen. Die Bremer kassierten beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer. Während der gesamten ersten Hälfte waren die Gastgeber die überlegene Mannschaft und ließen keine echten Chancen für die Gladbacher zu. Stattdessen drängten die Bremer lange auf die Führung, ehe Sandro Wagner die Fans im ausverkauften Weser-Stadion kurz vor dem Seitenwechsel erlöste. Nach der Pause kamen die Fohlen kurzzeitig etwas besser in die Partie, ehe das Spiel verflachte. Vor allem in der Schlussphase hatte Werder weitere gute Gelegenheiten, die Führung auszubauen, doch Gladbach bäumte sich noch einmal auf, kam durch Dante zum 1:1 und sicherte sich damit einen etwas glücklichen Auswärtspunkt.

Bevor das Spiel begann, hielt das gesamte Stadion in Gedenken an die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Japan während einer Schweigeminute inne. Mit dem Anpfiff tauten die beiden Fanlager dann wieder auf, peitschten ihre Mannschaft nach vorne und bekamen eine muntere Anfangsphase zu sehen. Das war vor allem den Bremern zu verdanken, bei denen Clemens Fritz nach seiner Gelbsperre in die ansonsten unveränderte Startaufstellung zurückkehrte.

Werder überlegen, aber ohne Glück

Vor dem Spiel gedachten die Spieler den Erdbebenopfern aus Japan.

Keine drei Minuten waren gespielt, als die Grün-Weißen zur ersten Großchance kamen. Nach präziser Flanke von Silvestre kam Wagner frei zum Kopfball, doch Gladbachs Keeper Bailly war ganz schnell unten und lenkte die Kugel gegen den Pfosten (3.). Von den Borussen war bis auf einen missglückten Freistoßtrick (6.) in der Offensive nichts zu sehen, dafür machte Werder weiter ordentlich Dampf. Die nächste Chance vergab Borowski, dessen Schuss von der Strafraumkante nach Pizarro-Ablage aber weit über das Tor flog (14.). Wenig später scheiterte Bargfrede, der von Wagner bedient worden war, aus vollem Lauf an Bailly (18), ehe Mertesacker nach Frings' Bogenlampen-Flanke das Gladbach-Gehäuse verfehlte (19.).

Die Grün-weißen bestimmten das Spielgeschehen im weiteren Verlauf der gesamten ersten Halbzeit und kamen gegen Ende des ersten Abschnitts zu weiteren guten Gelegenheiten. Der sehr bewegliche Pizarro flankte von der linken Seite in den Rücken der Abwehr, wo Bargfrede das Leder volley genau auf Bailly wuchtete. Gladbachs Torwart bekam gerade noch die Fäuste vors Gesicht und klärte (34).

Wie in Freiburg: Wagner mit dem 1:0

Claudio Pizarro machte ein gutes Spiel. Der Peruaner ging weite Wege, initiierte viele Offensivaktionen und bereitete das 1:0 vor.

Dann war es endlich so weit: Abermals flankte Pizarro - diesmal aus dem rechten Halbfeld - auf Wagner, der sich im Rücken von Stranzl abgesetzt hatte und das Leder mit Übersicht entgegen der Laufrichtung des Keepers ins Tor köpfte (39). Das hochverdiente 1:0! Eine Minute vor dem Pausenpfiff knallte Borowski den Ball aus naher Distanz aber spitzem Winkel an die Unterkante der Latte. Prödl setzte nach, doch verpasste ebenfalls das 2:0 (44.).

Nach dem Seitenwechsel suchte Werder weiter den Weg nach vorne. Wagner steckte klasse auf Pizarro durch, doch die Gäste konnten in letzter Sekunde klären (51.). Auch Gladbach war zu Beginn des zweiten Durchgangs bemühter, doch die Partie verflachte zunehmend. Nach 62 Minuten kam Neustädter nach schneller Kombination zum ersten gefährlichen Gladbacher Abschluss, zielte dabei aber zu hoch.

Diesmal Last-Minute-Tor auf der Gegenseite

Dante traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Kopf zum 1:1.

Werder wurde erst in der Schlussphase nach einer Kombination zwischen den eingewechselten Offensivkräften Marin und Arnautovic wieder gefährlich. Der Österreicher hatte sich über links durchgesetzt und Bremens Nummer zehn gut in Szene gesetzt. Marin scheiterte jedoch aus guter Position an Bailly (79.): In den letzten fünf Minuten riskierte Borussia plötzlich mehr und kam zu mehreren gefährlichen Aktionen. Zuerst köpfte Dante drüber (84.), dann scheiterte Reus am glänzend abwehrenden Wiese (86.), ehe Stranzl gleich zweimal den Ausgleich verpasste (86./87.).

Dann beinahe die Entscheidung: Marin schickte Arnautovic auf die Reise, der Österreicher spitzelte den Ball an Keeper Bailly vorbei, hatte aber Pech, denn der Ball kullerte nur gegen den Pfosten (89.). Quasi mit der letzten Aktion des Spiels rächten sich die vielen vergebenen Chancen. Dante köpfte einen Freistoß von Arango ins Netz (90.+2). Anders als gegen Hoffenheim, Mainz, Leverkusen oder Freiburg freuten sich die Bremer Fans diesmal nicht über ein Last-Minute-Tor.

Christoph Muxfeldt