„Ganz kalt lässt mich Werders Situation nicht“

Freut sich auf das Spiel in seinem alten "Wohnzimmer" Weser-Stadion: Christian Schulz.
Profis
Freitag, 11.02.2011 // 15:05 Uhr

Christian Schulz wechselte im Alter von zwölf Jahren von seinem Heimatverein TSV Bassum zu Werder Bremen. Bei den Grün-Weißen hat er sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen, trug insgesamt 14 Jahre das Trikot mit der Raute und war in der Saison 2003/2004 Teil der Mannschaft, die das Double gewann. Im Sommer 2007 wechselte ‚Schulle‘ zu Hannover 96. Vor dem kleinen Nordderby zwischen Werder und Hannover 96 am Sonntag, 13.02.2011, nahm er sich Zeit und sprach mit WERDER.DE über den bisherigen Saisonverlauf, die Situation beider Klubs und darüber, dass ihm immer noch was an Werder liegt.

Christian Schulz wechselte im Alter von zwölf Jahren von seinem Heimatverein TSV Bassum zu Werder Bremen. Bei den Grün-Weißen hat er sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen, trug insgesamt 14 Jahre das Trikot mit der Raute und war in der Saison 2003/2004 Teil der Mannschaft, die das Double gewann. Im Sommer 2007 wechselte ‚Schulle‘ zu Hannover 96. Vor dem kleinen Nordderby zwischen Werder und Hannover 96 am Sonntag, 13.02.2011, nahm er sich Zeit und sprach mit WERDER.DE über den bisherigen Saisonverlauf, die Situation beider Klubs und darüber, dass ihm immer noch was an Werder liegt.

Hallo Schulle, wie geht es dir?

Es geht mir sehr gut, denn mit dem Erfolg der bisherigen Saison im Rücken fühlt sich natürlich alles gleich viel besser an. Doch dafür haben wir lange und hart gearbeitet und sind nach der letzten Saison, die für uns aus vielen Gründen eine schwierige war, sehr froh, dass es derzeit so rund läuft.

Apropos erfolgreiche Saison. Ihr reist am Sonntag als Tabellenvierter ins Weser-Stadion und steht damit unter anderem vor Mannschaften wie den Bayern, Schalke oder Werder. Ist diese Platzierung für euch genauso überraschend, wie für die meisten Experten, oder hat sich das abgezeichnet?

Wir haben natürlich schon gehofft und auch daran geglaubt, dass wir eine bessere Saison spielen als die letzte und haben schon in der Sommervorbereitung sehr gut gearbeitet und uns darauf vorbereitet. Das kommt uns nun schon die gesamte Saison zu Gute, denn wir haben es oft geschafft, auch knappe Spiele für uns zu entscheiden, die wir in der vergangenen Saison vielleicht noch verloren hätten. Das es jedoch so gut laufen würde, das war in der Form zwar nicht abzusehen.

Von knappen Spielen zwischen Werder und Hannover konnte man zuletzt nur selten sprechen. Die beiden letzten Partien endeten 4:1 für Hannover und 5:1 für Werder. Nun ist die Ausgangslage dieses Mal aber eine andere: Ihr spielt mit um die internationalen Startplätze, Werder kämpft um den Klassenerhalt und braucht die Punkte sehr dringend. Spielt dieser Gedanke vor dem Spiel am Sonntag in deinem Kopf eine Rolle?

Ganz kalt lässt mich die Situation von Werder natürlich nicht, weil ich viele Jahre auf der anderen Seite stand und in dem Stadion gespielt habe. Ich habe mich in Bremen immer super aufgenommen gefühlt, habe im Internat gewohnt und bin von der Jugend über die Amateure bis hin zu den Profis den ganz normalen Weg gegangen. Deshalb sind die Spiele gegen Werder auch immer noch etwas Besonderes. Aber ich bin jetzt seit vier Jahren Profi bei Hannover 96 und versuche mit dem Verein das optimale zu erreichen.

Den maximalen Erfolg wollen beide Mannschaften auch am Sonntag. Die Bilanz dieser Duelle im Weser-Stadion spricht dabei ganz klar für Werder: In 30 Spielen an der Weser hat Hannover erst einmal gewonnen, kassierte 22 Niederlagen. Bei dem einzigen Erfolg von 96 in der Saison 2002/2003 hast du selbst noch im Trikot von Werder gespielt. Schafft ihr am Sonntag mit dir den zweiten Sieg?

Ja, war ich damals tatsächlich für Werder dabei? (lacht) Natürlich wollen wir am Sonntag gewinnen, um in diesem Bereich der Tabelle zu bleiben. Ich weiß, dass die Bremer das nicht gerne hören werden und, dass Werder auch alles daran setzen wird, die Punkte zu holen. Deshalb sind wir auch nicht so vermessen zu sagen, dass wir Bremen auf jeden Fall schlagen werden, aber wir wollen schon gerne etwas Zählbares mitnehmen.

Glaubst du, dass es am Sonntag vornehmlich auf den Kampf ankommen wird und Werder die spielerischen Mittel aufgrund der Situation in den Hintergrund stellen wird?

Ich glaube nicht, dass man alles über Bord werden sollte, was den Erfolg der letzten Jahre ausgemacht hat. Werder hat sich immer durch tollen, attraktiven und erfolgreichen Fußball ausgezeichnet. Aber es ist natürlich keine einfache Situation, wenn man mit gewissen Erwartungen in die Saison startet und nach dem 21. Spieltag nur einen Punkt Vorsprung auf die Relegationsplätze hat. Jetzt muss Werder mannschaftlichen Zusammenhalt zeigen. Ich bin gespannt, wie sich die Bremer aus dieser Situation befreien werden.


das Gespräch führte Dominik Kupilas