Metzelder: "Erwarte ein hartes Stück Arbeit"

Schalke 04 um Christoph Metzelder (hier im Zweikampf mit Diego Milito) gelang am Mittwoch der Einzug ins Champions-League-Halbfinale
Profis
Freitag, 15.04.2011 // 14:58 Uhr

Vor der Saison wechselte Christoph Metzelder von Real Madrid zu Schalke 04. Als Ex-Spieler von Borussia Dortmund kein leichter Gang für den 30-Jährigen. Nach anfänglichen Problemen hat er sich im Laufe der Saison allerdings zu einer unverzichtbaren Größe in Schalkes Innenverteidigung entwickelt und sich durch gute Leistungen in die Herzen der Fans gespielt. Vor dem Gastspiel der Königsblauen sprach "Metze" mit WERDER.DE über den Einzug ins Halbfinale der Champions League, den Trainerwechsel und seinen alten Nationalmannschaftskollegen, Per Mertesacker.

Hallo Christoph, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins Champions-League-Halbfinale. Hast du schon realisiert, was ihr am Mittwoch - auch für Fußball-Deutschland - erreicht habt?

Vielen Dank, natürlich ist uns mit dem Einzug ins Halbfinale eine große Überraschung gelungen. Auch für den deutschen Fußball ist das eine schöne Sache. Doch jetzt gilt es sofort, sich auf die neuen Aufgaben zu konzentrieren. Manchester verfügt über eine herausragende Mannschaft, die in den letzten Jahren immer sehr weit gekommen ist. Wir sind der große Außenseiter, doch in dieser Rolle fühlen wir uns pudelwohl.

In der Champions League unter den besten vier Teams in Europa, im Finale des DFB-Pokals und in der Bundesliga jenseits von Gut und Böse. Die restliche Saison könnt ihr nun doch ganz locker angehen, oder?

Natürlich sind das Pokalfinale in Berlin und das Halbfinale der Champions League zwei ganz besondere Highlights, die uns jetzt bevorstehen. Allerdings ist die Bundesliga kein Schaulaufen für uns. Wir haben uns durch die letzten Siege Luft nach unten verschafft und können nun den Blick wieder nach oben richten. Wenn wir weiter konsequent punkten, könnten wir auch die Saison in der Liga zu einem positiven Abschluss bringen.

Welchen Anteil an diesem Erfolg hat denn der neue Trainer, Ralf Rangnick, an diesem Erfolg? Unter ihm gab es in vier Spielen vier Siege. Was hat sich unter ihm geändert?

Ich bin kein Freund davon, jetzt zu sagen: Es ist alles besser oder alles schlechter geworden. Deshalb beschäftige ich mich mit dieser Frage nicht so sehr. Entscheidend ist, dass wir unter dem neuen Trainer guten und erfolgreichen Fußball spielen. Und wenn wir es schaffen sollten, dieses hohe Level zu halten, können wir in dieser Spielzeit noch einiges erreichen.

Nach Mailand ist vor Bremen, denn am Samstag geht es im Weser-Stadion gegen Werder. Vor dem Hintergrund, dass ihr zu den vier besten Teams in Europa gehört und Werder noch um den Klassenerhalt kämpft eine klare Angelegenheit?

Auf keinen Fall. Wir haben gerade mal fünf Punkte mehr als die Bremer, die ihrerseits alles daran setzen werden, ihr Heimspiel gegen uns zu gewinnen. Schließlich brauchen sie aus den letzten fünf Partien noch den einen oder anderen Sieg, um den Klassenerhalt klar zu machen. Deshalb erwarte ich ein hartes Stück Arbeit gegen eine engagiert auftretenden Werder-Elf.

Das Hinspiel habt ihr mit 4:0 gewonnen. Damals hast du die 1:0-Führung erzielt und damit dein bisher einziges Bundesliga-Tor für Schalke markiert. Ist das ein zusätzlicher Anreiz für Samstag?

Es ist natürlich immer schön, ein Tor zu erzielen und am Ende zu gewinnen. Sicherlich hätte ich nichts dagegen, wenn es wieder so läuft. Doch dafür müssen wir eine ähnlich gute Leistung wie am Mittwoch gegen Inter Mailand abrufen.

"Per ist ein klasse Typ"

Du hast in der Nationalmannschaft lange Zeit neben Per Mertesacker in der Innenverteidigung gespielt und ihr beiden ward während der DFB-Aufenthalte immer gut befreundet. Was ist er für ein Typ?

Per ist ein klasse Typ. Ich finde ihn sehr bodenständig und sympathisch, weshalb wir auf dem Rasen immer gut harmoniert haben. Zugleich ist er ein ganz fairer Spieler.

Habt ihr auch jetzt noch Kontakt, obwohl ihr nicht mehr gemeinsam in der Nationalmannschaft verteidigt und werdet ihr möglicherweise vor dem Spiel telefonieren?

Vor dem Spiel werden wir wohl eher nicht telefonieren. Doch ansonsten halten wir per SMS Kontakt.

Ihr habt beide eine eigene Stiftung, unterhaltet ihr euch darüber oder was gibt es sonst noch für private Berührungspunkte?

Richtig, wir haben beide eine Stiftung, das ist definitiv ein Berührungspunkt. Darüber unterhält man sich natürlich, genauso wie mit Manuel Neuer oder Philipp Lahm, die ja ebenso eine Stiftung gegründet haben. So etwas ist immer auch ein Hinweis auf den Charakter eines Spielers.

 

von Dominik Kupilas