Punktesammler Schmidt - Werders Gewinner der Hinrunde

Ihm gelang in der Hinrunde der Durchbruch bei den Profis: Außenverteidiger Dominik Schmidt.
Profis
Montag, 20.12.2010 // 18:58 Uhr

Erst feierte er beim Auswärtsspiel in Tottenham sein Champions-League-Debüt, bei der darauffolgenden Partie gegen den FC St.Pauli stand Dominik Schmidt dann auch erstmals in der Bundesliga in Werders erster Elf. Eine eher ungewöhnliche Reihenfolge für einen Pflichtspiel-Debütanten. Der gebürtige Berliner ist so etwas wie der Gewinner in den Bremer Reihen nach einer Hinrunde 2010/11, die den grün-weißen Fans sportlich gesehen nicht ganz so viele Jubelmomente bot. "Für mich persönlich lief es dagegen schon gut", sagt der 23-jährige im exklusiven Interview bei WERDER.TV und blickt auf seine für ihn ganz besonderen Momente zurück: "Mit dem Tottenham-Spiel habe ich mich ins Team reingespielt und bin froh über jede Minute, die ich nun spielen darf."

Aus Spielminuten sind mittlerweile schon einige Stunden geworden. Denn seit dem Herbst ging es für Dominik Schmidt rasant bergauf. Nach einer überstandenen Verletzung gerade einmal wieder zwei Wochen im Mannschaftstraining, folgte gleich das Debüt bei den Profis in der Champions League vor 36.000 Zuschauern an der White Hart Lane. Es gibt gewiss weniger stimmungsvolle Kulissen für den ersten Pflichtspielauftritt. Nach den Verletzungen von Sebastian Boenisch und Mikael Silvestre sowie dem grippegeschwächten Petri Pasanen bekam der Youngster aus dem U23-Team der Bremer gegen Tottenham Hotspur seine Chance als Außenverteidiger - und er nutze sie.

"Ein gutes Beispiel" ist Dominik Schmidt daher nach Meinung seines Cheftrainers Thomas Schaaf, wenn es darum geht, wie man die Gunst der Stunde bei den Profis nutzt. "Man muss die Geduld haben", macht der Coach deutlich, "um eben solch eine Situation zu erwischen, wo es vielleicht einmal nicht so läuft und einige nicht dabei sind. Dominik hat diese Situation genutzt - in einer sehr guten Art und Weise."

Der 1,87 Meter große Defensivmann, der 2006 vom SV Tasmania Gropiusstadt Berlin an die Weser wechselte, hat in mittlerweile vier Bundesliga-Spielen und zwei Einsätzen in der Königsklasse "seine Punkte gesammelt", sagt Cheftrainer Thomas Schaaf. "Deswegen müssen sich andere Spieler nun wieder mehr beweisen, um an ihm vorbeizukommen. Dominik hat sich nun erst einmal positioniert."

Platzieren will sich Dominik Schmidt auch weiterhin. Vor allem gemeinsam mit der Mannschaft in einer besseren Tabellenregion. "Daher ist es umso ärgerlicher, nach dem 1:2 gegen Kaiserslautern nun nicht mit drei Punkten in den Urlaub zu gehen", sagt der Mann mit der Nummer 41 auf dem Trikot. "Wir wollten den Fans noch einmal etwas bieten, das hat leider nicht geklappt." Zusammen mit seinen Teamkollegen bedankte er sich trotz der gerade erlittenen Niederlage wie selbstverständlich bei Anhängern im Weser-Stadion und verteilte reichlich Werder-Präsente an das Publikum. "Auch in etwas schwierigeren Zeiten gehört so etwas einfach dazu. Die Fans unterstützen uns schließlich über die ganze Saison."

Große Gedanken darum, was aus ihm wird, wenn nun im nächsten Jahr wieder einige verletzte Spieler zurückkommen werden, macht sich der einstige Berliner Meister nicht. "Ich muss einfach meine Leistung bestätigen und werde im Training weiter Vollgas geben", scheut sich Dominik Schmidt nicht vor der teaminternen Konkurrenz. Diese "kann der Mannschaft ja auch nur gut tun und belebt ja bekanntermaßen auch das Geschäft.", bringt es Dominik Schmidt auf den Punkt und hätte gewiss nichts dagegen, wenn er auch im nächsten Jahr wieder in der Startelf der Profis dabei sein würde. "Aber das", sagt er, "das hat der Trainer zu entscheiden."

Timo Sczuplinski