"Meine Erfahrungen weitergeben"

Tim Borowski im Interview

Tim Borowski ist selbst den Weg aus der U 17 bis zu den Profis gegangen (Foto: nordphoto).
Junioren
Freitag, 18.08.2017 // 12:00 Uhr

Das Interview führte Markus Biereichel

298 Spiele, 47 Tore dazu 34 Vorlagen im Trikot des SV Werder Bremen. Viele Jungs, die Tim Borowski in Zukunft als Co-Trainer der U 17 betreuen wird, träumen von solchen statistischen Werten. Eine lange und erfolgreiche Karriere liegt hinter dem 37-Jährigen. Eine grün-weiße Spielerlaufbahn, die ein Musterbeispiel für den Weg aus dem WERDER Leistungszentrum in die Bundesliga ist. Vor ihm liegt eine neue Herausforderung, seine erste Station im Trainerbereich.

Im Interview mit WERDER.DE spricht der 33-fache deutsche Nationalspieler über seine neue Aufgabe als Co-Trainer von Werders U 17 und die Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit den Jungs sowie Trainer Sven Hübscher.

WERDER.DE: Willkommen zurück bei Werder Bremen, Tim! Hast du gedacht, dass es so schnell gehen würde?

Tim Borowski: „Als die Gespräche begannen und klar war, dass es in diese Richtung gehen könnte, war die Entscheidung schnell gefallen. Die Aufgabe ist so reizvoll und interessant, dass ich nicht lange überlegen musste.“

"Mein Klub und meine Stadt sind Werder und Bremen", sagt Tim Borowski (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Co-Trainer von Werders U 17 war nicht unbedingt der Posten, den man bei einer Rückkehr von dir erwartet hat, nachdem du im Management dein Trainee-Programm absolviert hast. Warum jetzt der Trainerjob?

Tim Borowski: „Im Grunde rundet es die Geschichte ab. Als Management-Trainee durfte ich viele verschiedene Bereiche wie Marketing, Sponsoring und später den sportlichen Bereich kennenlernen. In den Trainerbereich konnte ich zuletzt beim Erwerb der DFB-Elite-Jugend-Lizenz reinschnuppern. Dabei habe ich Blut geleckt und möchte nun die Chance nutzen, gemeinsam mit Sven Hübscher die Jungs zu begleiten und zu entwickeln.“

WERDER.DE: Ist es denn bei der U 17 lediglich ein 'Reinschnuppern'?

Tim Borowski: „Nein, das ist kein Reinschnuppern oder Hospitieren. Mein voller Fokus liegt auf der Arbeit mit der Mannschaft. Bei den ersten Gesprächen mit Sven Hübscher ist schnell klar geworden, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Wir sind beide ehrgeizig und wollen Talente entwickeln. Dafür ist jedoch die volle Konzentration auf die Arbeit erforderlich, weil es anders nicht funktionieren würde.“

WERDER.DE: War Werder dein erster Ansprechpartner?

Tim Borowski: „Es gab schon Anfragen anderer Vereine, aber mein Klub und meine Stadt sind Werder und Bremen. Daher fiel die Entscheidung schnell und ich habe das Angebot angenommen.“

Bei den ersten Gesprächen mit Sven Hübscher ist schnell klar geworden, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.
Tim Borowski

WERDER.DE: Du bist ebenfalls als Jugendlicher zu Werder gekommen. Du kennst daher die Situation der Nachwuchsspieler. Ist das ein Vorteil für deine zukünftige Arbeit?

Tim Borowski: „Das ist ein großes Plus. Ich habe auch als 16-Jähriger die Familie und Freunde in der Heimat verlassen und bin dann den Weg gegangen, den die Jungs in der U 17 gehen wollen. Ich möchte den Spielern meine Erfahrungen weitergeben, aber auch mit ihnen auf Augenhöhe diskutieren, um sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Gerade auch in Phasen, in denen es nicht läuft.“

WERDER.DE: Wie sieht deine Aufgabe im Trainerteam konkret aus?

Tim Borowski: „Sowohl ich als auch Jan Sievers tauschen uns stets mit Sven Hübscher aus, der als Trainer seine Ideen und Spielphilosophie vorgibt. Er ist aber immer offen und diskutiert mit uns. Wir als Trainerteam versuchen die Mannschaft so vorzubereiten, dass sie irgendwann im Weser-Stadion auflaufen können.“

WERDER.DE: Hast du schon eine Chance gehabt, dir den Kader anzuschauen?

Tim Borowski: „Ich habe die ersten beiden Partien der Mannschaft vor Ort gesehen. Zudem stand ich mit Sven Hübscher mehrfach im Austausch, um einen ersten Überblick zu bekommen. Jetzt geht es aber darum, schnell ins Training einzusteigen und die Jungs persönlich kennenzulernen.“