Unglückliche Niederlage für U19

Sah ein unglückliches 1:2 seines Teams: Mirko Votava
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremens U19-Talente müssen die Heimreise aus Hannover ohne Punkte im Gepäck antreten. Beim direkten Tabellennachbarn Hannover 96 geriet das Team von Trainer Mirko Votava zunächst in Rückstand, konnte aber durch ein Freistoßtor von Julian von Haacke wieder ausgleichen. Noch vor der Halbzeit griff dann der Unparteiische ins Spielgeschehen ein und zeigte Werder-Schlussmann Hannes Frerichs die rote Karte. Frerichs war aus seinem Tor gestürmt, um vor einem herannahenden 96-Stürmer zu retten. Dieser nahm die Einladung dankend an und ließ sich auch ohne Berührung fallen. Den fälligen Strafstoß verwandelte 96 zum 2:1-Endstand, der eingewechselte Keeper Tom Neukam war machtlos.

Am vorletzten Spieltag der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost mussten die Werder-Talente zu ihrer letzten Auswärtsfahrt der Saison antreten. Die Reise ging nach Hannover, wo Tabellennachbar 96 wartete. Im Hinspiel trennten sich beide Teams 2:2, Dimitrios Ferfelis hatte doppelt getroffen. Was schon in der Hinrunde ein Duell auf Augenhöhe war, sollte auch im Rückspiel eines werden: Hannover auf Rang Sieben mit 33 Zählern, Werder auf Rang Acht (32 Punkte).

Bei sommerlichen Temperaturen erwischten die Hannoveraner den besseren Start. Nach einem unglücklichen Fehlpass der Werder-Defensive nutzte Boock die günstige Gelegenheit sofort aus und verwandelte in der 5. Minute 1:0 für die Gastgeber. Mit zunehmender Spieldauer wurde Werder jedoch immer wacher und präsenter. Der 1:1-Ausgleich war nicht zwingend die Folge, aber dennoch fiel das Tor: Mittelfeldregisseur und Freistoßschütze Julian von Haacke trat aus guten 22 Metern an und netzte den Ball sehenswert in die Maschen. „Wir haben richtig gut gespielt Mitte der ersten Halbezeit", fand auch Votava lobende Worte, ehe sich das Spiel zur Halbzeit neigte. Kurz vor dem Pfiff brachte eine weitere unglückliche Situation die Werderaner erneut in Rückstand. Nach einem langen Ball in die Spitze eilte Werder-Keeper Frerichs aus seinem Tor und tauchte ab, um dem Stürmer den Ball vom Fuß zu spitzeln. Noch bevor es zu einer Berührung kommen konnte, fiel der 96er und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Damit nicht genug: Die rote Karte für Frerichs folgte prompt.
Nach dem Spiel schimpfte Votava: „Der Schiedsrichter hat heute das Spiel entschieden. Bei dieser Hitze in der 43. Minute Rot zu zeigen, muss nicht sein. Da kann man mehr Fingerspitzengefühl beweisen." Wie dem auch sei, den fälligen Elfmeter verwandelte Pietler souverän ins linke Torwart-Eck. Tom Neukam, frisch eingewechselt, konnte sich nach nur wenigen Sekunden im Spiel noch nicht auszeichnen.

Im zweiten Durchgang wollte Werder Bremen diese unschöne erste Halbzeit vergessen machen und spielte munter auf. „Die Jungs haben richtig Gas gegeben", zeigte sich Votava später erstaunt und erfreut. Körperliche Präsenz, Zweikampfstärke und gute Tormöglichkeiten reichten diesmal allerdings nicht, um ein zweites Ausgleichstor nachzulegen. Dimitrios Ferfelis hatte die wohl beste Chance, die allerdings zu Unrecht abgepfiffen wurde - Abseits.

Weitere Höhepunkte blieben aus, das Spiel endete 2:1 für Hannover. Die ziehen Werder nun mit vier Punkten Vorsprung uneinholbar davon. Ein Spieltag bleibt noch für Werders U19, um das Punktekonto von 32 Zählern abschließend aufzustocken. Im letzten Saisonspiel erwarten die Grün-Weißen am 3. Juni den Halleschen FC im heimischen Stadion „Platz 11."

 

Von Cord Sauer

Hannover 96: Büyükbuluter - Reimann, Struwe, Zimmer, Bazonzila (64. Folarin) - Pietler, Schindler (90. Olthoff), Bertram, Rusteberg (89. K. Schulze) - Boock, Kasumovic (82. Azong)

Werder Bremen: Frerichs - Rehfeldt, Zwerschke, Fröde (82. Ferfelis), Reineke, von Haacke - Schwede, Busch, Jäschke (77. Ihnken), Robrecht (42. Neukam), Almpanis (77. Lo Iacono)

Tore: 1:0 Boock (5.), 1:1 von Haacke (32.), 2:1 Pietler (44. Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Zimmer, Pietler, Reimann (alle Hannover) / Reineke, Lo Iacono (beide Werder)

Rot: Frerichs (41. Notbremse)

Schiedsrichter: Anger (Schmalkalden)
Eilenriede-Stadion: 150 Zuschauer