U19 unterliegt dem Meisteraspiranten

Prominente Unterstützung: Profi Niclas Füllkrug blieb beim 0:2 der U19 jedoch ohne Tor
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Gegen den Lauf des aktuellen Tabellenersten, den VfL Wolfsburg, waren auch die Werder-Talente machtlos. Dabei sahen die rund 150 Zuschauer in Stadion „Platz 11" eine richtig gute Partie, in der Werders Youngsters zu jedem Zeitpunkt mithalten konnten und den Gästen aus der Autostadt alles abverlangten. Dennoch: Der Wölfe-Nachwuchs ging in der 14. Minute durch Park in Führung und erhöhte in der 66. Minute durch Güleryüz. Das 0:2 (0:1) schaut auf dem Papier letztendlich eindeutiger aus, als es eigentlich war. Werder-Coach Mirko Votava sah es ähnlich. Er gab nach dem Abpfiff offen zu: „Das Spiel war gut, aber das Ergebnis ist scheiße."

Am drittletzten Spieltag der Junioren-Bundesliga Nord/Nordost kam es für Werders A-Junioren zum Duell gegen den VfL Wolfsburg. Im Hinspiel konnte die Votava-Elf dem letztjährigen Meister ein gutes 1:1 abringen. Nun reisten die Wölfe als Gäste an die Weser und stehen aktuell erneut als Tabellenführer dar - mit den besten Chancen, ihren Titel zu verteidigen. Dementsprechend selbstbewusst traten die schwarz-dunkelgrün-gestreiften Gäste auf. Werders U19, im Sturm prominent verstärkt durch Profi Niclas Füllkrug, versteckte sich allerdings zu keinem Zeitpunkt und spielte munter mit.

Das erste Tor fiel dennoch für die Gäste. Nach einem Querpass von Giovanni Millemaci, der über die rechte Seite davon geeilt war, konnte Jungbin Park den Ball frei vor Werders Keeper Tom Neukam verwerten (14.). Im Anschluss an den frühen 1:0- Rückstand begann Werders Drangphase. Füllkrug hatte in der 17. Minute die beste Chance in Halbzeit Eins, als er aus halblinker Position knapp am Tor vorbei schoss. Sämtliches Engagement der Gastgeber gegen den wahrscheinlich alten und neuen Meister wurde belohnt - von David und Goliath war absolut nichts zu sehen, vielmehr spielten beide Teams auf Augenhöhe.

Zum Halbzeitpfiff wäre ein Remis durchaus gerecht gewesen. Nach dem Wiederanpfiff demonstrierte der VfL dann doch seine Stärke, wenn auch nur streckenweise. Das Team von Wölfe-Coach Stephan Schmidt ließ Spielfreude, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft aufblitzen - Eigenschaften, die auf der anderen Seite auch Werder an den Tag legte. Mit nahezu 75% Ballbesitz hatten die Votava-Schützlinge jedoch noch einen weiteren Vorteil auf ihrer Seite. Diesen nutzten sie allerdings nicht und so erzielte Wolfsburg in der 66. Minute durch Andac Güleryüz das 2:0. Marnon Busch hatte den Ball im Mittelfeld verloren, ehe Werders Hintermannschaft in der Defensive überrumpelt wurde. Von der linken Seite mogelten die Wölfe den Ball auf die rechte Angriffsseite, wo Güleryüz den Ball eiskalt verwandelte.

Werder hatte gute Möglichkeiten, ebenfalls einen Treffer zu erzielen (Almpanis, 60./ Busch, 62./ Füllkrug, 71./ von Haacke, 75.), doch das entscheidende Quäntchen Glück fehlte den Grün-Weißen. Zudem rettete Lukas Reineke in der 70. Minute in höchster Not und bewahrte sein Team als letzter Mann vor einem 0:3, indem er Güleryüz vor dem Strafraum fair vom Ball trennte. Es blieb beim 2:0 für Wolfsburg. Diese führen zwei Spieltage vor Saisonende die Tabelle nun mit vier Punkten vor Hertha BSC an. Werder hingegen findet sich auf Rang Acht wieder und reist zum nächsten Spiel nach Hannover, wo 96 wartet. Soweit wollte Votava noch nicht schauen, er bemängelte nach dem 0:2 seines Teams: „Wir waren heute zu naiv. Uns nützt die Ballhoheit nichts, wenn wir dann so entscheidende Fehler machen. Aber grundsätzlich haben wir ein gutes Spiel gemacht. Nur das Ergebnis ist scheiße."

Von Cord Sauer

Werder Bremen: Neukam - Rehfeldt, Zwerschke, Hyde (82. Lo Iacono), Reineke - Schwede, Busch, Jäschke, Robrecht (57. von Haacke) - Füllkrug, Almpanis (68. Ihnken)

VfL Wolfsburg: Drewes - Eilbrecht, Winter, Sonnenberg, Kleihs - Hauck, Strompen, Arnold (79. Thielke), Park (86. Sauer) - Güleryüz, Millemaci (75. Chamorro)

Tore: 0:1 Park (14.), 0:2 Güleryüz (66.)

Gelbe Karten: Reineke (Werder) / Arnold (Wolfsburg)

Schiedsrichter: Müller (Neustadt)

Stadion „Platz 11": 150 Zuschauer