U 17 kassiert in letzter Minute den Ausgleich

Marcel Hilßner brachte Werder in Führung.
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach der unerwarteten Auswärtsniederlage bei Dynamo Dresden hatte die U 17 des SV Werder Bremen im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg die Gelegenheit, den schlechten Eindruck vom Vorwochenende wett zu machen. Und das ist dem Team von der Weser mit dem 1:1 gegen den Mitfavoriten auf den Nordtitel, VfL Wolfsburg, auch ganz gut gelungen. Wenngleich das Ausgleichstor der Wolfsburger in der Schlussminute als sogenanntes Last-Minute-Tor natürlich unglücklich war. Über den gesamten Spielverlauf gesehen, entspricht das Remis jedoch den Leistungen beider Teams.

Den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde ein gutes B-Juniorenspiel geboten. Der VfL Wolfsburg startete vehement ins Spiel und hatte bereits in der fünften Spielminute die Chance zum Führungstreffer. Torwart Jeroen Gies erahnte wohl das Anspiel auf einen VfL-Stürmer genau in die Schnittstelle der Werder-Abwehr und rettete mit einer Fußabwehr gegen den freigespielten VfL-Spieler. Werders U 17 nahm das mutige Auftreten des Gastes an und versuchte seinerseits wirkungsvolle Akzente im Spiel zu setzen. Nach einer knappen Viertelstunde war es dann soweit: Marcel Hilßner wurde mittig zur Strafraumlinie gefoult. Den Freistoß schoss Werders Mittelfeldspieler aus gut 20 Metern so geschickt über die VfL-Mauer, so dass Torwart Niklas Klinger den Ball offensichtlich zu spät sah und zum 1:0 für Werder Bremen unter die Latte passieren lassen musste (13.).

Die Partie war weiterhin von beiden Mannschaften heiß umkämpft und durch Torchancen hüben wie drüben gekennzeichnet. So hatte Wolfsburgs Julian Brandt in der 21. Minute nach einem Steilpass die Gelegenheit zum Ausgleich. Aber wieder war Werders Torwart Jeroen Gies rechtzeitig aus dem Tor geeilt und konnte mit einer Fußabwehr klären. Eine knappe Viertelstunde später startete Werder Bremen mit Leon Neldner einen Angriff über die rechte Außenbahn. Sein Anspiel auf Marcel Hilßner leitete dieser direkt auf Maximilian Schulwitz weiter, der jedoch mit einem Lattentreffer am Ausbau der knappen Führung scheiterte. Im Gegenzug brannte es dann in der Werder-Abwehr lichterloh, aber der Gast aus der Autostadt konnte aus dem Durcheinander kein Kapital schlagen. Unmittelbar vor der Halbzeit bot sich der Heimelf erneut eine Riesentorchance. Nach einem Eckball für den VfL Wolfsburg starteten die an diesem Spieltag ganz in Grün spielenden Werderaner einen Konter über Marcel Hilßner auf Gerrit Holtmann. Leider spielten die Bremer diesen ansonsten lehrbuchartigen Spielzug nicht konsequent zu Ende. Somit blieb es zur Halbzeitpause bei der hauchdünnen Führung für die Werderaner.

VfL-Trainer Manfred Mattes hatte seinem Team zur Halbzeit offensichtlich aufgetragen, mit noch mehr Mut auf den Ausgleich zu drängen. Und das setzte der Gast bis weit in die zweite Spielhälfte eindrucksvoll um. Die Mannen um Werder-Kapitän Lukas Fröde standen mächtig unter Druck und kamen kaum dazu, selbst zu agieren. Mit viel Einsatz gelang es den Gastgebern jedoch, diese kritische Phase des Spiels zu überstehen. Langsam befreiten sich die Werderaner wieder etwas und hatten nach einem Foulspiel an Leon Lingerski im VfL-Strafraum in der 61. Minute die Chance per Elfmeter die Führung auszubauen. Es war allen Beteiligten klar, dass nach der Druckperiode des VfL Wolfsburg ein mögliches 2:0 für Werder Bremen eine Vorentscheidung in dem spannenden Spiel sein könnte. Lukas Fröde stellte sich der Verantwortung. Sein Schuss vom Elfmeterpunkt rauschte aber über das VfL-Tor hinweg.

In der 67. Minute bot sich den Werderanern in einer Kopie des Konters kurz vor der Pause wiederum die Chance zum Torerfolg. Gerrit Holtmann schickte Marcel Hilßner über die rechte Außenbahn in Richtung VfL-Tor. Werders Linksfuß umspielte zunächst einen VfL-Abwehrspieler um dann aus kurzer Distanz am Torwart Niklas Klinger zu scheitern. Der VfL Wolfsburg startete nach dieser Aktion seinerseits einen schnellen Angriff, der aber aus Werder-Sicht glücklicherweise nicht zum Ausgleichstor führte. Als das Spiel fast schon gelaufen schien, war Werders Abwehr bei einem VfL-Angriff über die rechte Außenbahn nicht clever genug und kassierte einen berechtigten Elfmeter, den Wolfsburgs Tolcay Cigerci souverän zum zu diesem Zeitpunkt des Matches noch glücklichen Ausgleich in die Mitte des Tores schoss (80.).

Werder Bremen: Gies - Kunkel, Lingerski, Fröde, van Geene - Hilßner, Bockhorn, Neldner (63. Cook), Holtmann (73. Eggestein) - Schulwitz, Breustedt

VfL Wolfsburg: Klinger - Derwein, Wiswe, Onwuzo - Tille (41. Baar), Bülbül (73. Brahim), Seguin, Cigerci, Busching (49. Haberland) - Palacios-Martinez, Brandt

Tore: 1:0 Hilßner (13.), 1:1 Cigerci (80., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: van Geene, Breustedt (Werder) - Onwuzo, Seguin, Baar, Palacios-Martinez (Wolfsburg)

Schiedsrichter: Hass (Hamburg)