Klarer Auswärtssieg für Werders U 17

Marcel Hilßner traf gegen Leipzig doppelt.
Junioren
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Die unerwartete Heimniederlage vom Vorwochenende gegen den VfL Osnabrück hat Werders U 17 schwer getroffen. Im Spiel bei RB Leipzig galt es mithin, das miserable Auftreten gegen den VfL Osnabrück mit einer vor allem engagierten Leistung vergessen zu machen. Was auch gelang: die Grün-Weißen siegten mit 5:2.

Trainer Viktor Skripnik hat aus dem schlechten Spiel gegen den niedersächsischen Kontrahenten Konsequenzen gezogen. Für Jannik van Geene spielte der standardmäßige Linksverteidiger Leon Lingerski in der Innenverteidigung und Gerrit Holtmann, sonst Stürmer bei den Grün-Weißen, füllte die Position des Linksverteidigers aus. Im Mittelfeld spielte Christopher Cook für Lasse Meyer. Dennoch gerieten die Werderaner auf dem neuen Gelände von RB Leipzig bereits nach zwei Minuten in Rückstand. Der Aufsteiger aus Leipzig spielte die Bremer Verteidigung auf der rechten Abwehrseite mit einem einfachen Doppelpass aus. Die anschließende Maßflanke in den Fünfmeterraum fand Leipzigs Janik Mäder völlig freistehend vor Torwart Jeroen Gies, der beim Kopfball des RB-Stürmers zum 1:0 keine Abwehrchance hatte (2.).

Schlechter hätte der Start in die Wiedergutmachung für den Werder-Nachwuchs nicht kommen können. Aber Hut ab - die Bremer Gäste rissen sich zusammen und gingen durch Marcel Hilßner innerhalb von fünf Minuten in Führung. Werders Nr. 10 spielte in seiner Heimatstadt groß auf. Zunächst sorgte er in der fünften Minute für den Ausgleich. Zuvor hatte Otis Breustedt im Mittelfeld einen Ball erobert und auf Christopher Cook gespielt, der wiederum Marcel Hilßner steil in die linke Strafraumseite der Leipziger schickte. Werders Mittelfeldspieler zog flach ins rechte Eck des RB-Tores zum 1:1 ab (5.). Eine klasse Ballstafette, ausgehend von Gerrit Holtmann, landete nur zwei Minuten später bei Marcel Hilßner, der aus ca. 18 m abzog. RB-Torwart Dominic Heine war vielleicht durch die Sonnenstrahlen geblendet, denn der Schuss des Werderaners schien durchaus haltbar. Den Bremern war es egal, denn sie gingen durch diesen Fauxpas des Leipziger Torwarts mit 2:1 in Führung (7.).

Die Leipziger zeigten sich nach dem Rückstand kämpferisch und hätten nach einer knappen Viertelstunde beinahe den Ausgleich erzielt. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff über die rechte Außenbahn flankte ein RB-Spieler weit in den Werder-Strafraum hinein. Die Bremer Abwehr konnte die Situation nicht klären, so dass der abprallende Ball in hohem Bogen aufs Werder-Tor zuflog. Aus Sicht der Werderaner fiel der Ball glücklicherweise auf die Latte. Die anschließende Ecke brachte für den Aufsteiger keinen Erfolg. Als alle Beteiligten schon mit dem knappen Vorsprung für den Werder-Nachwuchs an die Halbzeitpause dachten, schlug Maximilian Schulwitz noch einmal zu. Werders Mittelstürmer wurde von Karim Raho, der sich im Mittelfeld gleich gegen mehrere RB-Spieler durchsetzte, mit einem feinen Pass bedient und schloss den Angriff mit einem satten Schuss ins linke Eck zur 3:1-Führung ab (40.).

Nach der Pause erwarteten die Grün-Weißen einen Gegner, der nochmals alles geben würde, um die drohende Niederlage doch noch abzuwenden. Spielentscheidend sollte das Geschehen nach einem Eckball für RB Leipzig in der 49. Minute werden. Jeroen Gies war aus seinem Tor herausgekommen und fing die Ecke sicher ab. In der Manier eines Klassetorwarts leitete der Werderaner mit einem weiten, zielgenauen Abwurf auf Marcel Hilßner einen Konter ein. Werders Mittelfeldspieler spielte sofort einen mustergültigen Pass in den RB-Strafraum auf Otis Breustedt, der den herauseilenden Leipziger Torwart geschickt umspielte und zum 4:1 einschoss (49.). Die Partie war entschieden. Zwar verkürzte RB Leipzig durch Reddemann noch auf 2:4 (66.), aber der Aufsteiger schwächte sich durch die gelb-rote Karte für Philipp Dziuba umgehend selbst (68.). In Unterzahl ging für die Hausherren gar nichts mehr und die Leipziger mussten mit ansehen, wie Werders Rechtsverteidiger Herbert Bockhorn mehrere RB-Abwehrspieler wie Statisten stehen ließ und mit einem Linksschuss hoch ins rechte Eck zum 5:2-Endstand traf (78.).

Die umgebaute Werder-Elf zeigte in Leipzig eine beherzte Leistung und blieb mit dem Auswärtserfolg in Sichtweite zum aktuellen Tabellenführer Hannover 96. In vierzehn Tagen muss das Team im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin zeigen, dass es auch gegen ein Topteam der Liga auftrumpfen kann.

RB Leipzig: Heine - Fricke (63. Schwarzer), Menzel (41. Reddemann), Kohn, Konik - Dziuba, Lunderstädt, Mäder, Gums (69. Kretschmar), Krondwitt - Lindau (54. Oha)

Werder Bremen: Gies - Bockhorn, Zander, Lingerski, Cook (54. Kunkel), Hilßner, Raho (62. Neldner), Holtmann, Eggestein, Schulwitz, Breustedt

Tore: 1:0 Mäder (2.), 1:1 Hilßner (5.), 1:2 Hilßner (7.), 1:3 Schulwitz (40.), 1:4 Breustedt (49.), 2:4 Reddemann (66.), 2:5 Bockhorn (78.)

Gelbe Karten: Menzel, Lindau, Mäder (alle Leipzig) - Schulwitz, Cook (beide Werder)
Gelb-Rote Karte: Dziuba (68. Wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Buth (Göttingen)
Zuschauer: 100