U 17 mit mühevollem Sieg beim Tabellenletzten

Junioren Bundesliga
Junioren
Donnerstag, 07.10.2010 // 11:48 Uhr

Die Ausgangsposition vor dem Spiel war eindeutiger, wie sie kaum sein kann: Auf der einen Seite der bislang souveräne Tabellenführer aus Bremen, auf der anderen der in der Tabelle schon etwas abgeschlagene Gastgeber aus Hamburg. Soweit die Statistik. Das Spielgeschehen auf dem Platz zeigte dagegen ein ganz anderes Bild. Werder Bremen tat sich sehr lange schwer gegen die stark defensiv ausgerichteten Spieler vom SC Concordia Hamburg und konnte erst in der letzten Viertelstunde den erwarteten Sieg einfahren.

"Cordi", wie man die Gastgeber in Hamburg ruft, suchte sein Glück ausschließlich im Konterspiel. Mithin hatten die Werderaner von Anfang an - und letztlich über die gesamte Spielzeit - die deutlich größeren Spielanteile. Aber die Grün-Weißen kamen ausgesprochen schwer ins Spiel. Concordia stellte die Räume geschickt zu, während Werder wie im Handball den Ball oftmals vor der dicht gestaffelten Abwehr von der einen Seite zur anderen spielte ohne richtig Gefahr für das Hamburger Tor entwickeln zu können. Als endlich einmal schnell kombiniert wurde ergab sich gleich die erste große Chance zum Führungstreffer. Julian von Haacke spielte auf der linken Seite Alex Ruf an, der direkt auf Felix Robrecht weiterspielte. Werders Mittelfeldmann leitete die Kugel wiederum schnell auf Florian Schmidt weiter, der völlig freistehend über das Tor schoss (19.). Werders sonst so torsicherer Mann versiebte nach einer halben Stunde Spielzeit auch die zweite Riesentorchance, als er im Fünfmeterraum der Hamburger frei zum Schuss kam, aber den Ball nicht ins Netz unterbringen konnte. Das Auslassen dieser großen Möglichkeiten in Führung zu gehen, darf man sich bekanntermaßen gegen einen hoch motivierten Gegner aus dem Tabellenkeller der Liga nicht erlauben - zu groß ist die Gefahr, im Konter irgendwann einen Gegentreffer zu kassieren. Zur Halbzeit konnte Concordia jedenfalls mit dem torlosen Unentschieden bestens leben.

Trainer Viktor Skripnik forderte sein Team in der Halbzeitpause zu mehr Risikobereitschaft auf, um den dichten Abwehrriegel der Gastgeber zu knacken. Gleichwohl - die Umsetzung auf dem Platz fiel den Werderanern weiterhin schwer. Die Waage neigte sich erst nach etwas mehr als einer Stunde zugunsten der Bremer. Zunächst verlor Concordia seinen Spieler David Jündem durch eine gelb-rote Karte. Anschließend nahm das Spiel der Werderaner durch die Einwechslungen von Levent Aycicek, Cimo Röcker, Marcel Hilßner und Patrick Lizius sichtbar mehr Fahrt auf. Die Aktionen wurden wesentlich zwingender und es war abzusehen, dass "Cordi" diesem Druck nicht lange mehr Stand halten würde.

Dennoch fiel das Führungstor aus einer für dieses Spiel ungewöhnlichen Ausgangsposition: Concordia startete einen seiner ganz wenigen Angriffe und war für einen kurzen Moment in der Defensive offen. Nachdem die Bremer Gäste diesen Angriff abwehrten, starteten sie ihrerseits einen Konter über Julian von Haacke und Levent Aycicek, der den aufgerückten Cimo Röcker mit einem Steilpass auf die Reise in den Concordia-Strafraum schickte. Obwohl Werders Linksverteidiger íns Straucheln kam, konnte er den Ball dennoch ins lange Eck zum umjubelten Führungstor unterbringen (68.). Concordias Gegenwehr war nach diesem Treffer weitestgehend gebrochen. Nachdem Patrick Lizius in der 71. Minute noch eine Großchance ausgelassen hatte, brachte Levent Aycicek sein Team mit einem Doppelpack in der 78. Minute sowie in der Nachspielzeit zum 3:0 endgültig auf die Siegerstraße.

Gemessen daran, dass Werder Bremen über die gesamte Spielzeit das Geschehen diktierte, darf der Sieg als verdient eingestuft werden. Concordia Hamburg zeigte eine beherzte Partie und verlangte den Werderanern alles ab. Aus Sicht der Bremer Gäste war wichtig, das erwartet schwere Spiel einfach bestanden zu haben und die Liga weiterhin von Platz 1 aus anzuführen.