Starke Revanche: Werder-Frauen erkämpfen sich 5:3-Sieg

Dreifache Torschützin gegen ihren ehemaligen Verein: Maren Wallenhorst.
Frauen
Sonntag, 22.11.2009 // 17:40 Uhr

Werders Zweitliga-Fußballerinnen haben in der zweiten Partie gegen den FSV Gütersloh 2009 binnen acht Tagen erfolgreich Revanche für die 1:5-Schlappe im DFB-Pokal genommen und den Ligakontrahenten mit 5:3 (3:1) geschlagen. Die Elf von Trainerin Birte Brüggemann setzte den spielstarken Gütersloherinnen von Beginn an viel Einsatz und große Leidenschaft entgegen und sicherte sich somit den verdienten ersten Heimsieg in Liga zwei.

 

Dabei begann das Spiel für die Werderanerinnen ähnlich unglücklich wie das Achtelfinal-Match der Vorwoche. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als Gästespielerin Nina Claassen aus drei Metern völlig frei einschieben konnte, nachdem Torfrau Jennifer Martens einen senkrecht in die Luft geschlagenen Ball im Fünf-Meter-Raum nicht abfing, sondern passieren ließ. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, krempelten die in der Folge starke Torhüterin und ihre Vorderleute die Ärmel um, und boten dem Team von Coach Heiko Bonan einen großen Kampf.

 

Werder dreht das Spiel und geht mit 3:1-Führung in die Kabine

 

Der Einsatz der Grün-Weißen wurde nach 22 Minuten belohnt: Nach einem Angriff über die linke Seite überließ Doreen Nabwire Omondi ihrer Mitspielerin Maren Wallenhorst den Ball, deren Schuss aus 16 Metern vom linken Innenpfosten ins Netz prallte. Kurz nachdem Martens einen gefährlichen Ball von Kira Buller entschärft hatte (35.), gelang Werder dann der 2:1-Führungsteffer. Ein erneut über die starke linke Seite eingeleiteter Angriff über die Stationen, William, Notthoff und Nabwire Omondi landete bei Wallenhorst, die die Torfrau umspielte und ihren zweiten Treffer markierte (39.). Unmittelbar vor der Pause schlenzte Nabwire Omondi die Kugel dann aus 16 Metern über die Torhüterin hinweg ins lange Eck, nachdem Wallenhorst sich zuvor erneut über links durchgesetzt hatte (44.).

 

Vom Gefühl der sicheren 3:1-Führung ließen sich die Bremerinnen nach der Halbzeit nicht blenden und machten exakt dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Nicht einmal zwei Minuten waren in Durchgang zwei vorüber, als Mira William auf 4:1 erhöhte. Die auffällige linke Mittelfeldspielerin verwandelte einen Abpraller, nachdem Gütersloh-Torfrau Emming einen Distanzschuss von Lisa Scholz nicht festhalten konnte. Der 4:2-Anschlusstreffer gelang den Gästen nach einem Bremer Ballverlust in der Vorwärtsbewegung jedoch bereits wenige Minuten später. Bullers sehenswerter Schuss aus 22 Metern Torentfernung senkte sich rechts oben unhaltbar ins Gehäuse der Werder-Torhüterin.

 

Vorentscheidung durch den dritten Treffer von Wallenhorst

 

Die richtige Antwort auf das Gegentor und die vergebene Chance der 191-maligen deutschen Nationalspielerin Kerstin Stegemann (56.) gab einmal mehr Maren Wallenhorst, die in der 62. Minute allein aufs gegnerische Tor zulief und den Ball sehr überlegt zum 5:2 einschob. Die folgenden Gegenangriffe der Gütersloherinnen brachten nicht mehr viel ein, wobei die Brüggemann-Elf beim Schuss ans Lattenkreuz von Stegemann (66.) ein wenig Glück hatte. Die Gelegenheiten von Brigitta Schmücker (83.), Marina Hermes (84.) und Kristina Gessat (89.) wurden in der Folge entweder von Martens abgewehrt oder verfehlten das Tor. Kurz vor dem Treffer zum 5:3 durch Buller in der Nachspielzeit, hätten William (85.) und die eingewechselte Jana Beling (90.) sogar noch auf 6:2 erhöhen können, scheiterten aber jeweils knapp.

 

"Wir wollten heute Revanche nehmen für die Niederlage im Pokal und die dafür nötige Einstellung hat bei uns allen gestimmt. Es war ein großer Kampf, den wir angenommen haben", sagte Mittelfeldspielerin Lisa Scholz nach dem Abpfiff. Auch Trainerin Birte Brüggemann zeigte sich sehr zufrieden mit der enormen Leistungssteigerung gegenüber der Vorwoche: "Wir waren nach der Pokal-Pleite in einer schwierigen Situation, aus der heraus wir heute eine sehr gute Reaktion gezeigt haben. Das Team hat gesehen, was möglich ist, wenn man bis an seine Grenzen geht. Heute waren wir mit großer Leidenschaft auf dem Platz und sind vor dem Tor endlich einmal eiskalt gewesen."

 

Durch den 5:3-Erfolg kletterte Werder Bremen in der Tabelle der 2. Bundesliga Nord auf Platz acht und steht mit neun Zählern nun vor dem punktgleichen Team vom Hamburger SV II. Am kommenden Wochenende treffen die Grün-Weißen auswärts auf den Tabellenzehnten SG Wattenscheid 09.

 

Christoph Muxfeldt

 

 

Werder Bremen: Martens – Mauckisch, Schröder, Holsten, Votava – Notthoff, Menke (67. Krämer), Scholz, Wallenhorst (79. Chairsell), William – Nabwire Omondi (87. Beling)

 

FSV Gütersloh 2009: Emming, Drewitz, Jäger (74. Bunte), Gebhard (63. Hermes), Claassen, Barwinsky, Buller, Gessat, Stegemann, Hackmann, (64. Posdorfer), Schmücker

 

Tore: 0:1 Claassen (3.), 1:1/2:1 Wallenhorst (22./39.), 3:1 Nabwire Omondi (44.), 4:1 William (47.), 4:2 Buller (52.), 5:2 Wallenhorst (62.), 5:3 Buller (90+1)

 

Gelbe Karte: Nabwire Omondi

 

Schiedsrichterin: Imke Lohmeyer (Holtland)

 

Stadion "Platz 12": 113 Zuschauer