2:1 im Spitzenspiel – Riesenjubel nach Herzschlagfinale

Kapitänin Chadia Freyhat sieht sich der gut organisierten Burg Gretescher Deckung gegenüber.
Frauen
Sonntag, 15.03.2009 / 16:23 Uhr

Regionalliga-Tabellenführer Werder Bremen hat gegen Verfolger TSG Burg Gretesch einen 0:1-Rückstand noch in einen glücklichen 2:1-Sieg verwandelt . . .

Regionalliga-Tabellenführer Werder Bremen hat gegen Verfolger TSG Burg Gretesch in einer spektakulären Schlussphase einen 0:1-Rückstand noch in einen glücklichen 2:1-Sieg verwandelt und bleibt weiter Tabellenführer. Den Rückstand durch Maike Pieper aus der 60. Minute hatte Jennifer Horwege in der 90. Minute ausgleichen können, bevor Nahrin Uyar in der 92. Minute gar noch der umjubelte Siegtreffer gelang. Es war ihr 21. Tor in dieser Spielzeit.

 

Die 112 Zuschauer sahen zwei ebenbürtige Teams; die zuletzt viermal siegreichen Gäste gingen beherzt zu Werke. Dennoch hatte in der 20. Minute Werder die erste echte Torchance. Nach einer Flanke von Kersting kam Haar zum Abschluss, doch TSG-Keeperin Eversmeyer lenkte den Ball um den Pfosten. Auf der Gegenseite musste Jennifer Holsten bei einem Konter im letzten Moment vor einer Angreiferin retten (26.).

 

Chancenarmes Spiel

 

Beide Mannschaften schenkten sich wenig und ließen kaum Möglichkeiten für den Gegner zu. Erst ein parierter Schuss von Aulich sorgte in der

38. Minute wieder für Aufregung. Die beste Chance der ersten Halbzeit vergab nach 42 Minuten Burg Greteschs Kira Manns, die den Ball nach einer weiten Freistoßflanke völlig freistehend nur noch über die Linie schieben musste, die glitschige Kugel aber am Tor vorbei drückte.

 

Kurz nach der Pause scheiterte Uyar nach einem Horwege-Freistoß an der aufmerksamen Gäste-Torhüterin (48.). Am Spiel, in dem Burg Gretesch die reifere Mannschaft stellte, änderte sich sonst aber wenig – bis Maike Pieper die TSG nach einer Freistoß-Flanke in Führung köpfte (60.). Nun war Werder gefordert, doch die Präzision beim letzten Pass fehlte zu oft. Nur Horwege kam zweimal zum Abschluss, verzog aber einmal knapp (67.) und scheiterte später aus optimaler Position an der unbezwingbar scheinenden Eversmeyer (73.), die die Führung mit einer unglaublichen Parade festhielt in dem sie den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken konnte.

 

Werder müht sich lange vergebens

 

Auf der Gegenseite konnte sich auch Jennifer Martens im Werder-Kasten auszeichnen: Sie kratzte spektakulär einen Schlenzer von Pieper aus dem Winkel (76.). Werder mühte sich im Anschluss redlich, Brüggemann

brachte in der Debütantin Ann-Christin Bopp eine zweite Stürmerin – doch der Lohn schien auszubleiben.

 

Erst in der Schlussminute ergab sich noch einmal eine Chance. Und plötzlich zeigte sich Horwege eiskalt: Nach Pass von Krämer versetzte sie drei Verteidigerinnen und verwandelte trocken rechts unten. Die Grün-Weißen wären mit dem Punkt durchaus einverstanden gewesen, doch nach einem harmlosen Torschuss von TSG-Regisseurin Chudaske starteten sie einen letzten Konter: Die junge Bopp hatte hinten rechts den Ball erobert, ihren langen Pass nahm Katharina Haar auf, die auf Uyar weiterleitete. Die Goalgetterin, vorher glücklos, vollendete unnachahmlich, indem sie die Torhüterin umkurvte und einschob! Das Spiel wurde nicht mehr angepfiffen.

 

"Wenn wir so weiter machen, werde ich nicht alt wegen Werder", scherzte Birte Brüggemann kurz nach dem Abpfiff. Wie bei allen, die die denkwürdigen Schlussminuten auf Platz 12 miterlebt hatten, schlug auch ihr Herz noch kräftiger als es auf Dauer gesund sein dürfte. Ihr fachliches Fazit: "Mit Burg Gretesch hat sich hier das bisher stärkste Gästeteam vorgestellt. Sie standen unheimlich sicher in der Defensive und haben uns nie ins Spiel kommen lassen. Am Ende zeichnet unsere Mannschaft aber auch aus, dass wir aus drei Chancen zwei Tore gemacht haben und in dieser verrückten Schlussphase die Nerven behielten."

 

 

von Enrico Bach

 

 

Werder Bremen:

Martens - Mauckisch, Chairsell, Holsten, König - Aulich (40. Hohagen, 87. Bopp), Freyhat (75. Krämer), Kersting, Haar, Horwege - Uyar

 

TSG Burg Gretesch:

Eversmeyer - Kritsinioti (70. Biedermann), Beermann, Kampe, Hengstmann, Pieper, Heuer, Chudaske, Wagener (55. Rieger), Manns, Berlsmann

 

Tore: 0:1 Pieper (60.), 1:1 Horwege (90.), 2:1 Uyar (90+2.)

 

gelbe Karten: keine

 

Schiedsrichterin: Imke Meinerling

 

Platz 12 am Weser-Stadion: 112 Zuschauer

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