Interview mit Stephanie Schröder: „Wir dürfen stolz sein!“

Stephanie Schröder will mit Werders Fußballerinnen den Sprung in die Regionalliga packen.
Frauen
Dienstag, 06.05.2008 // 12:09 Uhr

In der Regionalliga kennt sich Stephanie Schröder bestens aus, schließlich hat die 24-Jährige jahrelang in der dritthöchsten Liga gespielt. Nun will sie mit Werders Fußballerinnen dorthin zurück. Ein erster Schritt ist gemacht. Durch den Gewinn der Meisterschaft haben sich die Werderanerinnen für die Relegationsspiele qualifiziert.

 

Glückwunsch zur Meisterschaft! Hast du vor der Saison damit gerechnet, dass ihr so souverän den Titel holt?

Erwarten konnte man das sicherlich nicht, da die Mannschaft völlig neu entstanden ist und die vielen verschiedenen Charaktere sich erst einmal finden mussten. Aber es hat vom ersten Tag gepasst. Der Zusammenhalt ist riesig und auf dem Platz kämpft jeder für den anderen. Daher dürfen wir auf das, was wir jetzt schon erreicht haben, stolz sein.

 

Die eigentliche Aufgabe wartet jetzt jedoch auf euch. Wie stehen die Chancen in der Relegation?

In der Mannschaft steckt enorm viel Potenzial. Wir sind alle sehr ehrgeizig und wollen unbedingt im nächsten Jahr in der Regionalliga spielen. Das werden wir auch schaffen, auch wenn dort sicherlich starke Gegner auf uns warten werden.

 

In der Liga seid ihr immer noch ohne Gegentor. Wie wichtig ist das für euch?

Das soll sich jetzt auch im letzten Meisterschaftsspiel nicht mehr ändern. Dafür sind wir alle zu ehrgeizig geworden. Außerdem würde das noch einmal zusätzlich das Selbstvertrauen für die Relegationsspiele stärken.

 

Um bei Werder zu spielen, hast du sogar Anfang der Saison eine dreimonatige Spielsperre hingenommen. War die Zwangspause es wert?

Ja, es hat sich auf jeden Fall gelohnt zu Werder zu wechseln. Wenn man sieht, was diese Mannschaft jetzt schon erreicht hat, habe ich alles richtig gemacht. Aber die drei Monate waren auch nicht einfach für mich. Ich bin eine sehr ehrgeizige Spielerin, die immer spielen und dem Team helfen will. Und zu wissen, dass man fit ist, aber nicht spielen darf, ist schon hart.

 

Du hast schon Erfahrungen in der Regionalliga gesammelt. Wäre euer aktuelles Team stark genug, dort zu bestehen?

Nächste Saison wären wir noch eingespielter und dementsprechend stärker. Daher würde ich uns einen Platz unter den ersten Fünf zutrauen.

 

Was geschieht, wenn ihr den Aufstieg nicht schafft?

Auch wenn man daran nicht denken möchte, muss man auch das mit einplanen. In diesen Spielen ist alles möglich, das hat die Vergangenheit oft genug gezeigt. Aber falls wir es nicht schaffen, versuchen wir es mit noch mehr Engagement im nächsten Jahr erneut.

 

In der Mannschaft wirst du nur „Luigi“ gerufen. Wie kam es zu dem Spitznamen?

Den habe ich schon in meiner Zeit in Delmenhorst verpasst bekommen. Wir hatten damals vier Steffis in der Mannschaft und irgendwann einmal hat der Trainer „Steffi“ gerufen und wir haben alle reagiert. Da hat er uns Spitznamen gegeben. Da ich gelernte KfZ-Mechanikerin bin, kam er bei mir irgendwie auf die „Mario-Brothers“ und nannte mich von da an Luigi.

 

Interview: Norman Ibenthal