Starker Auftritt ohne Belohnung

Werder-Frauen unterliegen mit 2:3 in Wolfsburg

Beeindruckend dagegengehalten, aber leider nicht belohnt: Janine Angrick und Co. verlieren knapp mit 2:3 (Foto: hansepixx).
Frauen
Sonntag, 29.10.2017 // 16:02 Uhr

Von David Steinkuhl

Die Frauen des SV Werder haben am 6. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga eine kleine Sensation nur knapp verpasst. Gegen den Meisterschaftsfavoriten VfL Wolfsburg mussten die Grün-Weißen erst zehn Minuten vor dem Ende den Siegtreffer von Pernille Harder (81.) schlucken. Zuvor glich Lina Hausicke (49., 55.) gleich zweimal eine VfL-Führung nach Toren von Wullaert (17.) und Siegtorschützin Harder (51.) aus. Eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hätte durchaus mit einem Punkt für den SVW belohnt werden können, so bleibt das Team von Carmen Roth mit fünf Zählern auf Tabellenplatz neun.

Aufstellung: Die grün-weiße Startelf ist im Vergleich zur 1:4-Niederlage in Freiburg auf einer Position verändert. Die angeschlagene Franziska Gieseke wird durch Giovanna Hoffmann ersetzt, die nach ihrem Comeback im Pokal in Limmer erstmals nach ihrer langen Verletzungspause in der Anfangsformation des Teams von Carmen Roth steht.

Höhepunkte der 1. Halbzeit

11. Minute: Bereits nach wenigen Minuten ist Werder-Torhüterin Anneke Borbe warmgeschossen. Jetzt muss die 17-Jährige im Eins-gegen-Eins gegen Ewa Pajor bereits alles zeigen und verhindert mit einer Glanztat die Führung für den VfL.

14. Minute: Die Anfangsphase gehört ganz klar den ‚Wölfinnen‘, Werder ist noch nicht wirklich in der Partie. Nun hat Nationalspielerin Alexandra Popp die nächste dicke Gelegenheit, Schiechtl rettet in höchster Not mit einer starken Grätsche.

17. Minute: Tor für Wolfsburg. Jetzt ist die Kugel dann doch drin, der Deutsche Meister geht durchaus verdient in Führung. Pajor schlägt einen hohen Ball in den Strafraum, wo Tessa Wullaert hochsteigt und per Kopf einnetzt.

25. Minute: Jetzt meldet sich der SVW erstmals im Wolfsburger Strafraum an. Eta mit guter Flanke in Richtung Schiechtl, Almuth Schult sieht nicht allzu souverän beim Herauslaufen aus. Plötzlich liegt der Ball vor Hausickes Füßen, ihr Abschlussversuch wird vom Pfiff der Schiedsrichterin aber unterbunden, weil wohl ein Foul an Wolfsburgs Torfrau vorausgegangen war.

33. Minute: Den Wolfsburgerinnen bietet sich die nächste Riesenchance. Tessa Wullaert, Torschützin des Führungstreffers muss aus VfL-Sicht eigentlich nachlegen, vergibt aber aus kürzester Distanz fahrlässig. Glück für die Grün-Weißen.

45. Minute: Pause in Wolfsburg. Die Gastgeberinnen haben klare Vorteile, versäumten es nach Wullaerts Führung aber nachzulegen. So ist für die Werderanerinnen, die sich einmal mehr bei einer sehr starken Anneke Borbe bedanken können, in Halbzeit zwei noch alles drin.

Höhepunkte der 2. Halbzeit

Feierte in Wolfsburg ihr Startelfcomeback: Giovanna Hoffmann (Foto: hansepixx).

49. Minute: TOOOR für Werder! Was für ein Blitzstart! Die in der Pause eingewechselte König setzt Hausicke in Szene, die erst zwei Gegenspielerinnen stehen lässt und dann von der Strafraumkante abzieht. Schult kommt nicht an Hausickes Schuss heran, die grün-weißen Mädels gleichen aus!

51. Minute: Tor für Wolfsburg. Die Freude über das 1:1 währt nur kurz. Pernille Harder bleibt cool und trifft aus fünf Metern zum 2:1 für den VfL.

55. Minute: TOOOR für Werder! Auf einmal ist das hier ein ganz anderes Fußballspiel. Wieder ist Lina Hausicke die Torschützin, die einen Abstauber versenkt nachdem Lührßen zuvor noch an Schult gescheitert war. Damit haben die Wolfsburgerinnen in sechs Minuten gegen Werder so viele Gegentore kassiert wie zuvor in der gesamten Saison. Klasse Auftritt jetzt vom Team von Carmen Roth!

65. Minute: Den Respekt vor dem namhaften Gegenüber scheinen die Grün-Weißen mittlerweile komplett abgelegt zu haben. Eta, Scholz und Co. treten deutlich präsenter auf, spielen mutiger nach vorne und nehmen jeden Zweikampf an.

81. Minute: Tor für Wolfsburg. Ein Bremer Abstoß wird zum Bumerang, Harder macht sich auf den Weg und steht alleine vor Borbe. Per Lupfer überwindet die Dänin dann Werders Torhüterin und erzielt so ihren zweiten Treffer. Schade, denn in den Minuten zuvor ließen die SVW-Frauen nur wenig zu und standen defensiv sehr stabil.

88. Minute: Auch die dritte Führung für den Champions-League-Teilnehmer hat Werders Gegenwehr noch nicht gebrochen, Lisa-Marie Scholz hat nochmal die große Möglichkeit auf den Ausgleich. Nach einer Eta-Ecke kommt die Abwehrspielerin völlig frei im Strafraum zum Kopfball, verfehlt aber haarscharf.

90. Minute: Schluss in Wolfsburg. Am Ende verlässt der Favorit den Platz trotz toller Leistung der Werder-Mädels als Sieger, die gute zweite Halbzeit der Grün-Weißen wurde leider nicht belohnt. Trotzdem zeigten die Werderanerinnen einmal mehr, dass sie auch mit den ganz großen Namen der Liga mithalten kann.

Stimmen zum Spiel

Marie-Louise Eta: „Auch, wenn wir ohne Punkte dastehen, darf man der gesamten Mannschaft heute ein großes Kompliment machen. Wir können wirklich stolz auf unsere Leistung sein, weil wir erneut bewiesen haben, was in uns steckt. Uns macht einfach stark, dass wir alle an einem Strang ziehen, das hat man heute auch gesehen.“

Lina Hausicke: „Das Ergebnis ist schade, wir haben uns wirklich gut verkauft. Trotzdem kann man aus so einem Spiel viel mitnehmen, viele Dinge machen wir ja schon richtig. Wären wir am Ende dann noch etwas cleverer gewesen, hätten wir das Ergebnis über die Zeit schaukeln können, aber so ist es eben, jetzt müssen wir ohne Punkte nach Hause fahren."

Carmen Roth: "In der ersten Hälfte haben wir den Wolfsburgerinnen zu viel Raum gegeben und einige Chancen dadurch zugelassen. Im zweiten Durchgang standen wir in der Defensive wesentlich kompakter und waren in unserem Offensivspiel viel mutiger. Die Mannschaft hat sich dadurch zwei tolle Tore herausgespielt. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben, doch ich muss der Mannschaft nach dem Spiel für die Leistung ein großes Kompliment machen und bin sehr stolz auf unser Team."

Die Statistik

Wolfsburg: Schult - Fischer, Gunnarsdottir, Blässe, Wullaert (46. Maritz), Popp, Pajor (80. Wedemeyer), Dickenmann, Harder (90. Bernauer), Hansen, Goeßling

Werder: Borbe - Schiechtl, Scholz, Ulbrich, Tóth - Angrick, Eta - Hoffmann (46. König), Hausicke, Lührßen (87. Josten) - Volkmer (62. Wolter)

Tore: 1:0 Wullaert (17.), 1:1 Hausicke (49.), 2:1 Harder (51.), 2:2 Hausicke (55.), 3:2 Harder (81.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Miriam Schweinefuß (Rieder)

AOK Stadion: 1.202 Zuschauer