Kontinuierlich fördern

Sebastian Grunert im Viererketten-Gespräch

Sebastian Grunert leitet seit dieser Saison die U 15-Juniorinnen (Foto: Haß).
U15 Juniorinnen
Dienstag, 19.12.2017 // 12:14 Uhr

Von Marcel Kuhnt und David Steinkuhl

Der Jahreswechsel steht vor der Tür, die Hinrunde der Saison 2017/18 ist Geschichte. Zeit, um ein erstes sportliches Fazit zur bisherigen Spielzeit der Werder-Teams zu ziehen. WERDER.DE hat sich für das Interview-Format Viererkette mit den Trainern der Frauen-Teams und des Werder-Leistungszentrums getroffen, um deren Resümees zur ersten Saisonhälfte zu lauschen. Viererkette heißt: Drei allgemeine Fragen plus eine speziell auf ihr Team zugeschnittene. Den Anfang macht Trainer Sebastian Grunert, der über seine U 15-Juniorinnen geplaudert hat.

Die Winterrunde ist vorbei für Werders U 15-Juniorinnen. 18 Punkte und den vierten Rang in der 3.Bezirksklasse gab es in dieser Zeit. Für Trainer Sebastian Grunert, der die Mannschaft im Sommer übernahm, eine gute Bilanz. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Entwicklung der jungen Spielerinnen im Vordergrund steht.

Es ist sehr bemerkenswert, wie das Team auf und neben dem Platz zusammengewachsen ist.
Sebastian Grunert, Trainer der U 15-Juniorinnen

Was für ein Fazit kann man nach der Hinserie ziehen?

Sebastian Grunert: "Bei den U 15-Juniorinnen ist es ja immer so, dass aufgrund der Jahrgänge quasi jedes Jahr ein neuer Kader zusammengestellt wird. Dabei ist immer wichtig, dass sich alle aneinander gewöhnen und die Abläufe bei Werder kennenlernen. Im Zuge dessen war es bisher ganz ordentlich. Von zehn Spielen haben wir sechs gewonnen, drei Mal unentschieden gespielt und nur einmal verloren."

Was war die positive Überraschung der Hinserie?

Sebastian Grunert: "Insgesamt haben wir ein tolles Mannschaftsgefüge zusammenbekommen. Tuana Reichardt, die zu Beginn der Saison schon bei der U 17 mit dabei war und auch auf den DFB-Lehrgängen gute Leistungen zeigt, ist ein gutes Beispiel dafür, welchen Weg talentierte Mädchen bei uns einschlagen können und dass unsere Arbeit in jedem Fall auch Früchte trägt. Insgesamt ist es aber schon sehr bemerkenswert, wie das Team auf und neben dem Platz zusammengewachsen ist, sich alle gegenseitig helfen und unterstützen. Das hat mich am meisten überrascht."

Wie sehen eure Ziele für die Rückrunde aus?

Sebastian Grunert: "Unser eigentliches Ziel ist es, so viele Spielerinnen wie möglich in die U 17 zu bringen, von wo aus dann der nächste Schritt in Richtung Frauenteams ausgeht. Da es in der Rückrunde in einer Liga mit Jungenteams erfahrungsgemäß so ist, dass die Spieler der Gegnerteams in diesem Alter meist einen richtigen Entwicklungsschub machen, wird man wohl die ein oder andere Niederlage mehr kassieren. Aber im Grunde genommen ist es nicht so schlimm, dass wir ab März vielleicht drei oder vier Spiele mehr verlieren. Uns geht es mehr um die individuelle Entwicklung der Mädels, da können Niederlagen manchmal sogar ganz förderlich sein."

Und sportlich? Letztes Jahr waren Titel dabei!

Sebastian Grunert: "Natürlich gibt es den Anspruch, auch mal ein paar Pokale gewinnen zu wollen wie zum Beispiel die Norddeutsche Meisterschaft im letzten Sommer. Dennoch würde ich Titel immer dagegen tauschen, dass mehrere Spielerinnen den Sprung ins nächsthöhere Juniorinnen-Team bei Werder schaffen. Sportlich kommen immer auch andere Faktoren, wie Verletzungen, Tagesform, Glück und Pech dazu. Langfristig sehe ich aber unseren Erfolg nur darin messbar, wie viele Spielerinnen wir fördern, in höhere Mannschaften aufsteigen und so den nächsten Schritt in Richtung professionellem Frauenfußball machen."