Erwartungen übertroffen

Alexander Kluge im Viererketten-Gespräch

20 Spiele, 18 Siege: Werders 2. Frauen kann auf eine beeindruckende Bilanz zurückblicken (Foto: WERDER.DE).
Frauen
Dienstag, 30.05.2017 // 16:31 Uhr

Von Marcel Kuhnt und Maximilian Prasuhn

Die Spielzeit 2016/17 ist vorüber. Zeit also, auf das Jahr  der Werder-Teams zurückzuschauen. WERDER.DE traf sich mit den Trainern des WERDER Leistungszentrums und analysierte mithilfe des Interviewformates Viererkette die abgelaufene Saison. Dabei beantworteten die Coaches drei allgemeine Fragen sowie eine speziell auf ihr Team zugeschnittene. Heute: Trainer Alexander Kluge und die 2. Frauen-Mannschaft.

Das war schon sehr souverän: Gerade mal eine Partie verlor Werders 2. Frauen-Mannschaft in dieser Saison und krönte sich am Ende dieser Spielzeit völlig zu Recht zum Meister der Regionalliga Nord - und das mit einer extrem jungen Mannschaft. Trotz des Erfolges verzichtet Werder jedoch mit Blick auf die Ausbildung junger Spielerinnen auf den Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga. Trainer Alexander Kluge verrät warum.

Wir können in der Regionalliga Nord die jungen Spielerinnen auf eine positivere Weise an den Frauenfußball heranführen.
Alexander Kluge, Trainer der 2. Frauen-Mannschaft

Was für ein Fazit kann man zur Saison 2016/17 ziehen?

Alexander Kluge: "Wir wussten, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben, aber dass es für ganz oben reicht, hätten wir nicht unbedingt gedacht. Die Bilanz mit 18 Siegen aus 20 Spielen ist aus meiner Sicht eindrucksvoll. Zudem hat das Team den besten Angriff und die beste Abwehr der Liga, was die Qualität der Truppe nochmals unterstreicht. Deshalb können wir sehr zufrieden sein. Vor allem, da wir mit der 2. Frauen-Mannschaft erstmals den Titel in der Regionalliga Nord geholt haben."

Wer war die Entdeckung der Saison?

Alexander Kluge: "Mareike Kregel hat sicherlich einen sehr hohen Aufwand betrieben mit Anfahrten aus Wilhelmshaven. Obwohl sie erst zu Saisonbeginn zu uns kam, ist sie direkt Torschützenkönigin geworden. Zum Saisonende wird sie uns leider wieder verlassen, weil sie es privat und beruflich nicht mehr schafft, immer nach Bremen zu kommen. Natürlich muss man auch die Stützen im Team hervorheben, die schon viele Jahre dabei sind wie Sina Schlüter und Kira Buller, die zu den älteren Spielerinnen gehören und die Jüngeren immer an die Hand nehmen. Dass Spielerinnen wie Bianca Becker und Verena Volkmer auch zu den 1. Frauen hochgezogen wurden, war eine Auszeichnung für die Mannschaft."

An welches Spiel denkst du am liebsten zurück?

Alexander Kluge: "Sicherlich ist das Hinspiel in Delmenhorst ein Spiel, woran ich mich gerne erinnere. Wir hatten in der Anfangsphase sicherlich ein wenig Glück, da Jahn Delmenhorst einen Elfmeter vergab. So reichte uns ein Treffer für den Sieg. Zum anderen zähle ich die Partie in Celle dazu. Dort lagen wir lange Zeit hinten, doch das Team hat immer an sich geglaubt. In den letzten fünf Minuten drehten wir das Match und trafen in letzter Sekunde zum 4:3-Erfolg. Das war ein absolutes Gänsehaut-Spiel. An diesem Tag haben wir einen großen Schritt Richtung Meisterschaft gemacht."

Trotz Meistertitel verzichtet die 2. Frauen auf den Aufstieg. Welche Vorteile sind in der Regionalliga Nord gegeben?

Alexander Kluge: "Wir können in der Regionalliga Nord die jungen Spielerinnen auf eine positivere Weise an den Frauenfußball heranführen, weil es doch ein großer Unterschied ist, gegen Frauenmannschaften zu spielen. Wir haben jedes Jahr immer eine sehr hohe Fluktuation an Spielerinnen, die ins Ausland gehen, ihr Abitur abschließen und eine Ausbildung anfangen. Wir haben in jeder Saison eine sehr junge Mannschaft und nächstes Jahr auch wieder viele Spielerinnen im Kader, die von den U 17-Juniorinnen hochkommen. Da ist die Regionalliga gut, um sich im Frauen-Bereich zu akklimatisieren und viele Erfolgserlebnisse zu sammeln, die in der 2. Frauen-Bundesliga wahrscheinlich nicht möglich wären, ohne das voll auszuschließen."