Das "perfekte Comeback"

Pia-Sophie Wolter greift wieder an

Endlich wieder auf dem Rasen: Pia-Sophie Wolter feierte gegen Freiburg ihr Comeback (Foto: Gloth).
Saison 2015/2016
Samstag, 26.03.2016 // 09:00 Uhr

Von Marcel Kuhnt

Mehrere Monate war Pia-Sophie Wolter die Zuschauerrolle zugeschrieben. Seit dem letzten Spieltag ist sie zurück auf der großen Bühne Allianz Frauen-Bundesliga. Vor allem für sie selbst ein unfassbar schönes Gefühl.  "Von Anfang an zu spielen war super. Es waren für mich vier Monate ohne Fußball. Daher bin ich froh, endlich wieder mit dem Team auf dem Platz stehen zu können", blickt die 18-Jährige zurück.

Sie selbst beschreibt ihre Rückkehr auf den Rasen als "perfektes Comeback". Kein Wunder, denn zusammen mit den Werder-Frauen konnte sie gegen den SC Freiburg den zweiten Sieg der laufenden Spielzeit feiern. Ein deutliches Lebenszeichen der 1. Frauenmannschaft des SV Werder wie auch Pia-Sophie Wolter findet: "Der Klassenerhalt ist definitiv noch drin."

Wolter: "Man ist trotz Verletzung mittendrin“

Kraftraum war gestern: Pia-Sophie Wolter beim Training mit der Mannschaft (Foto: nordphoto).

Trotz des tollen Auftritts der Jungnationalspielerinnen war ihr bei der Auswechslung kurz vor dem Schlusspfiff dennoch anzumerken, dass der Akku leer war. "Ich habe in der Reha zwar viel für meine Kondition gemacht, doch am Ende habe ich die Anstrengung schon gespürt. Ich habe dann ja auch zum Trainer gesagt, dass es nicht mehr geht", so Wolter, die trotz der Müdigkeit einfach nur glücklich war.

Dass ihre Rückkehr auf den Platz nichts mit Glück zu tun hat, sondern der Lohn harter Arbeit ist, steht außer Frage. Schweißtreibende Einheiten in der Reha standen für sie an. Dass in der Phase der Kopf manchmal Probleme gemacht hat, gibt sie offen zu. "Es ist total schwer, wenn man weiß, dass jetzt die nächste Zeit kein Fußballspielen möglich ist. Anstatt im Kraftraum seine Übungen zu machen, will man unbedingt raus auf den Platz", erzählt sie und ergänzt: "Zum Glück verliert man bei uns in der Mannschaft nicht den Anschluss. Man ist trotz Verletzung mittendrin. Das hilft."

Ich wusste danach, dass das Knie hält.
Pia-Sophie Wolter

Ebenfalls mittendrin war sie zuletzt auch wieder bei der U20-Nationalmannschaft. Gemeinsam mit Stefanie-Antonia Sanders war sie beim Sechs-Nationen-Turnier in La Manga dabei. Neben den Kurzeinsätzen gab vor allem der normale Trainingsalltag Pia-Sophie Wolter Sicherheit. "Es war schön, dass ich mitfahren durfte. Ich habe dort ganz normal trainiert. Dieser Aufenthalt war vor allem für den Kopf gut. Ich wusste danach, dass das Knie hält", beschreibt sie die Situation nach der Verletzung.

Die Einladung zur Nationalmannschaft ist jedoch nicht nur ein Geschenk von Trainerin Maren Meinert an Pia-Sophie Wolter gewesen. Es ist vor allem auch ein Fingerzeig dafür, dass sie sich Hoffnungen auf eine Nominierung für die im Sommer anstehende U20-Weltmeisterschaft machen kann. "Es wäre sicher ein tolles Erlebnis. Ich habe im letzten Jahr die EM gespielt und daher würde ich auch gerne an der WM teilnehmen. Vor allem weil eine Weltmeisterschaft doch nochmal das größere Ereignis ist", erzählt sie.

Das nächste Ziel für das grün-weiße Eigengewächs ist aber ein anderes. "Ich hoffe natürlich, dass ich bald mein erstes Bundesligator erziele", sagt sie mit einem Lachen auf dem Gesicht. Den nächsten Versuch kann sie bereits am Ostersonntag starten. Beim Auftritt der Werder-Frauen beim 1. FFC Frankfurt.