Spielbestimmende Bremerinnen verlieren gegen Potsdam II

Werder am Boden: Trotz guter Leistung mussten sich die Grün-Weißen dem 1.FFC Turbine Potsdam II geschlagen geben.
Frauen
Sonntag, 08.09.2013 // 14:45 Uhr

Im Vergleich zum DFB-Pokalspiel änderte Werder-Trainerin Chadia Freyhat auf zwei Positionen. Für die noch nicht zu hundertprozent fitte Anna Mirbach, die einen Kurzeinsatz von Beginn an gegen Recklinghausen hatte, rückte Manjou Wilde in die Startelf. Ebenfalls fand sich Katharina Schiechtl auf der Bank wieder. Für den Neuzugang sollte Jessica Golebiewski auf der Außenbahn für Gefahr sorgen. Daniela Schacher rückte dafür auf die Außenverteidigerposition. 

Es hat wieder nicht sollen sein. Wie im letzten Jahr verlor Werder Bremen das Auftaktspiel vor heimischer Kulisse - und wieder war deutlich mehr drin. Die Bremerinnen zeigten eine engagierte und couragierte Leistung, waren jedoch im Abschluss teilweise zu unkonzentriert, sodass man am Ende mit leeren Hände dastand. Der 1. FFC Turbine Potsdam II machte an diesem Vormittag aus den Möglichkeiten einfach mehr und gewann schmeichelhaft mit 2:1 (0:1).

Bei nieselndem Regen und nassem Untergrund taten sich beide Mannschaften in der Anfangsphase schwer. Nach guten zehn Minuten war es dann Stephanie Goddard, die das erste Warnsignal für Werder aus gut 25 Metern abfeuerte, doch der Schuss war zu unplatziert (11.). Die anschließende Ecke brachte dann fast die 1:0-Führung, doch wenige Zentimeter fehlten: Lisa Scholz rauschte heran, erwischte den Ball aber nur mit der Schulter. Dann kamen die Gäste auch das erste Mal richtig gefährlich vor das Tor. Ein langer Ball von Liesa Seifert erlief die pfeilschnelle Lidija Kulis, umkurvte Daniela Schacher und spielte überlegt in den Rückraum, wo Natasa Andonova wartete und den Ball aus 12 Metern knapp am Tor vorbeischoss (14). Bis zur nächsten nennenswerten Möglichkeit dauerte es bis zu 26. Minute, als Cindy König aus der Drehung einfach mal abzog und Keeperin Engler auf dem falschen Fuß erwischte. Sie wehrte denn Ball noch vorne ab, Maren Wallenhorst spekulierte und kam an den Ball, legte ihn an Potsdams Keeperin Laura Kristin Engler vorbei und wurde von ihr klar von den Beinen geholt. Die Pfeife der Unparteiischen blieb zum Unmut der Werder-Fans stumm, die im Stadion „Platz 12" für eine tolle Stimmung sorgten. Werder wurde jetzt immer stärker und verzeichnete auch die nächste Chance: Maren Wallenhorst enteilte ihrer Bewacherin, musste sich aber aus spitzem Winkel Turbines Torhüterin geschlagen geben (28.). Ein paar Angriffe später zeigten die Kickerinnen von der Weser einen sehenswerten Angriff über drei Stationen, doch am Ende traf Werders Kapitänin Goddard den Ball nicht richtig und verzog deutlich (32.).

Drangperiode der Grün-Weißen zahlt sich aus

Die Zweite von Potsdam wurde jetzt immer weiter hinten reingedrängt. Die nächste Angriffswelle starteten die Bremer über Golebiewski, die den Ball auf Cindy König durchsteckte, doch trotz letztem Einsatz erwischte sie den Ball nicht voll, sodass die Kugel keine Gefahr für Potsdams Nummer 22 darstellte (32.). In der nächsten Situation zeigte es Werders Offensivspieler aber besser und traf den Ball satt, doch Engler behielt die Oberhand (38.) Doch der längst überfällige Treffer fiel dann in der nächsten Offensivaktion der Grün-Weißen: Cindy König setzte sich schön vor dem Strafraum der Blauen durch, spitzelte die Kugel auf Stephanie Goddard, die clever aus dem Rückraum auf nassem Untergrund flach in das lange Eck abzog - keine Chance für Engler (42.). Ein Treffer, der in der Luft lag und zu diesem Zeitpunkt hochverdient war. Mit dem 1:0 ging es dann auch in die Pause.

Unverändert kamen beide Mannschaften aus der Kabine - und Turbine mit mehr Dampf. Nur wenige Minuten dauerte es bis zu ersten großen Chance für die Gäste: Natasa Andonova dribbelte sich bis in den Sechzehner, fand aber ihren Meister in Jennifer Martens (49.). Doch Werders Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Goddard spielte auf Jessica Golebiewski, die ihre Gegnerin im Strafraum alt aussehen ließ. Diese wusste sich nur mit einem Foul zur Wehr zu setzen - doch wieder blieb der Pfiff aus (55.). Werder Bremen, die zu diesem Zeitpunkt schon klar hätten führen können, wurde dann in der nächsten Situation eiskalt erwischt: Lidija Kulis tauchte alleine vor Jennis Martens auf und ließ Werders Nummer 1 keine Chance - 1:1 (65.). Zehn Minuten später dann beinahe die erneute Bremer-Führung, doch nach schöner Vorarbeit von Jessica Golebiewski traf Cindy König das Leder nicht richtig und ließ eine gute Möglichkeit verstreichen (75.). Fast im Gegenzug erhöhten dann die Potsdamerinnen: Andonova spielte die eingewechselte Gina Schneider frei, doch Jennifer Martens entschärfte den Schuss mit einer Glanzparade (77.). Doch nur wenige Augenblicke sollte den Gästen der Führungstreffer gelingen. Einen Freistoß zirkelte Jospehine Schlanke gekonnt über die Mauer in das Netz der Grün-Weißen (79.). Bis zum Ende der Partie stemmte sich Freyhats Truppe noch einmal gegen die Niederlage, kam aber nicht mehr wirklich zwingend vor das gegnerische Tor. Somit blieb es beim 1:2 - und Werder startet wie letzte Saison mit eine Niederlage in die Spielzeit.

Starker Aufsteiger empfängt Werder

„Wir haben heute besonders in der ersten Hälfte gut gespielt und hätten den Sieg verdient gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir zwar etwas abgebaut, aber insgesamt waren wir das bessere Team. Wir haben in den entscheidenden Situationen den Sack nicht zu gemacht", so das Fazit nach der Niederlage von Werder-Coach Chadia Freyhat.

Nächste Woche, am Samstag den 14.09.2013 um 15 Uhr, müssen die Grün-Weißen bei der Zweiten vom VfL Wolfsburg ran, die sich letzte Saison mit 22(!) Siegen ohne Punktverlust in Deutschlands zweithöchste Spielklasse geballert haben (118 Treffer).

Manuel Cassens 

Werder Bremen: Martens - Moelter (86. Danner), Ulbrich, Scholz, Schacher - Schröder (67. Schiechtl), Golebiewski, Wilde, Wallenhorst, König (82. Mirbach) - Goddard

Turbine Potsdam II: Engler - Erdmann, Schlanke, Seifert, Wiegard - Rauch, Lindner, Stückrad (82. Ostermann) - Kulis, Junge (67. Schneider), Andonova

Tore: 1:0 Goddard (42.), 1:1 Kulis (65.), 1:2 Schlanke (79.)

Gelbe Karten: Golebiewski, Ulbrich (beide Werder) - Schneider (Potsdam)

Schiedsrichterin: Sandy Kuchmann-Nowak (Hachelbich)
Stadion „Platz 12": 116 Zuschauer