Freyhat: "Diese Saison ist eine Wundertüte"

Chadia Freyhat blickt gespannt den kommenden Wochen entgegen.
Frauen
Freitag, 14.02.2014 // 17:14 Uhr

Seit rund vier Wochen befindet sich Ihr Team in der Vorbereitung. Welchen Eindruck haben Sie von ihrer Mannschaft?
Bislang ziehen alle sehr gut mit. Man spürt, dass die Mannschaft heiß ist und etwas erreichen will. Die Vorbereitung ist wichtig für uns. Denn die Hinrunde lief nicht ganz so, wie wir es uns gewünscht hatten. Wir arbeiten gezielt an unseren Schwachstellen und werden beim Rückrundenstart gut vorbereitet sein.

Eine Woche vor dem Start der Werder-Fußballerinnen in die Rückrunde der 2. Bundesliga Nord spricht Trainerin Chadia Freyhat über die zurückliegenden Monate und ihre Erwartungen an die zweite Saisonhälfte.

Welche Schwachstellen haben Sie ausgemacht?
Fünf Siege und ein Unentschieden aus elf Partien sind für das Potenzial unseres Teams zu wenig. Mit der bis jetzt gebotenen Leistung können wir weder oben mitspielen, noch in die erste Bundesliga aufsteigen. Dazu haben wir zu viele Gegentore kassiert. Gerade im Defensivverhalten muss die gesamte Mannschaft konzentrierter agieren, ohne das Spiel nach vorne zu vernachlässigen. Denn offensiv haben wir es richtig gut gemacht. Schließlich hat keine Mannschaft der Liga mehr Tore erzielt als wir.

Auf den Herforder SV, das derzeit beste aufstiegsberechtige Team, sind es derzeit sechs Punkte Rückstand. Wie sehr ist das Thema ‚Aufstieg‘in den Köpfen der Spielerinnen verankert?
Wir hatten in dieser Saison öfter die Gelegenheit, den Abstand nach vorne zu verringern, sind aber regelmäßig an uns selbst gescheitert. Klar ist, dass wir nicht mehr so viele Möglichkeiten in dieser Saison bekommen werden. Daher kann die Mannschaft ihre Chancen auch realistisch einschätzen. Das Thema ‚Aufstieg‘ hat in unseren Köpfen erst einmal nicht zu suchen. Wir wissen aber, wozu wir im Stande sein können.

Zum Rückrundenstart geht es gegen die zweiten Mannschaften von Turbine Potsdam und des VfL Wolfsburg. Gegen beide Gegner hat Ihre Mannschaft in der Hinrunde verloren...
Gegen wen wir spielen, ist eigentlich völlig egal. Die Liga hat sich in der laufenden Saison zu einer Wundertüte entwickelt. Jeder kann jeden schlagen. Das haben vor allem die letzten Spieltage vor der Winterpause gezeigt. Aber natürlich sind Potsdam und Wolfsburg zwei sehr starke Gegner. Sollten wir in diesen beiden Spielen erfolgreich sein, wäre das ein guter Auftakt.

Hat Sie in der Hinrunde eine Mannschaft besonders überrascht?
Der 1. FC Lübars - momentan steht die Mannschaft zwar ‚nur‘ auf dem sechsten Tabellenplatz, ist aber auf keinen Fall zu unterschätzen. Schon im DFB-Pokal ging die Partie mit 2:1 sehr knapp für uns aus. Damals konnten wir das Spiel erst in der 90. Spielminute dank eines späten Treffers für uns entscheiden. In der Liga haben wir dort verloren. Es ist für jeden Gegner eine sehr unangenehme Mannschaft, die immer bis zum Schlusspfiff kämpft. Sie werden auch in der Rückrunde eine gute Rolle spielen.

Gibt es auch in Ihrem Team eine ‚Überraschung‘ oder eine ‚Gewinnerin‘ der bisherigen Saison?
Wir haben im Trainerteam viele positive Eindrücke gesammelt. Aus meiner Sicht hat besonders Michelle Ulbrich eine starke Hinrunde gespielt. Ich hätte nicht erwartet, dass sie von Beginn an solch eine konstant gute Leistung an den Tag legt. Natürlich hat es Spiele gegeben, an denen wir noch kleinere Schwachstellen bei ihr feststellen konnten. Aber Michelle ist eine sehr junge Spielerin, die Fehler machen muss, um sich weiterentwickeln zu können.

Sie haben im vergangenen Sommer die Mannschaft als Cheftrainerin übernommen. Wie lautet ihr Fazit der ersten Monate?
Ich habe als Trainerin enorm viel gelernt, besonders zwischenmenschlich und im Umgang mit der Mannschaft. Mit einigen Spielerinnen habe ich selbst noch gespielt. Das ist nicht immer leicht, wenn man sie nun als Trainerin führen soll. Man muss auch mal eine nicht so einfache Entscheidung treffen. Aber die Mannschaft weiß genau, dass unser Co-Trainer Manfred Winkler und ich zu jeder Spielerin ehrlich sind. Wir bevorzugen oder vernachlässigen niemanden und versuchen immer, die Mannschaft aufzustellen, von der wir überzeugt sind, dass sie für das jeweilige Spiel die richtige ist.

Interview: Kevin Weber Roldán

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