Werder im Herzen, aber nicht an der Wand

Wichtige Stütze: Saskia Mauckisch gibt ihre reichhaltigen Erfahrungen an die jungen Spielerinnen des SV Werder weiter.
Frauen
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Von Anfang an war Saskia Mauckisch fester Bestandteil der neu gegründeten Werder-Fußballfrauen. Über das große Casting im April 2007 schaffte es die damals 22-Jährige, die zuvor bei Jahn Delmenhorst in der Regionalliga kickte, in den neuen Kader der Grün-Weißen. „Damals habe ich mich riesig gefreut. Das weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen", denkt die sie heute gern zurück. Nur wenige Monate später folgte dann der größte sportliche Erfolg ihrer Spielerkarriere: Überraschungsmeister 2009 in der Regionalliga-Nord gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga!

Saskia Mauckisch hat ereignisreiche Jahre hinter sich: Seit der ersten Stunde des Frauenfußballs bei Werder Bremen ist sie dabei, wurde Meister in der Regionalliga Nord und stieg in die 2. Bundesliga auf. Eine Knieverletzung zwang sie plötzlich zum vorzeitigen Karriereende. Doch die turbulenten Zeiten sind deshalb noch lange nicht vorbei: Beim SVW bekleidet sie mittlerweile zwei Positionen und auch privat kommt sie dank eines Großprojektes nicht zur Ruhe.

Insgesamt ein Jahr konnte Mauckisch dann Zweitbundesligaluft schnuppern. Die Saison 2009/2010 absolvierte sie als Stammspielerin. In der darauffolgenden Vorbereitungsphase für die neue Saison verletzte sich die etablierte Defensivkraft dann allerdings schwerer, als zunächst angenommen. „Nach einem Testspiel im Juli 2010 konnte ich plötzlich nicht mal mehr Treppen steigen", erinnert sie sich. Am nächsten Tag ging es direkt zum Arzt, der einen leichten Knorpelschaden diagnostizierte. Doch dabei blieb es nicht. Einige Arztbesuche später war klar: Kein leichter, sondern ein schwerer Knorpelschaden sowie eine schiefe Kniescheibe machen eine Operation unumgänglich. Den Weg zurück auf den Fußballplatz fand Mauckisch danach nicht mehr. „Es gibt noch heute Tage, an denen ich Schmerzen habe", erzählt sie und fügt hinzu: „Den Zeitpunkt meines Karriereendes hätte ich gern selbst bestimmt."

Kontakt zu ihren ehemaligen Mitspielerinnen hat Saskia Mauckisch immer noch: „Der Draht ist schon noch da. Wir planen gerade ein Treffen mit den Mädels der ersten Stunde, eine Art Klassentreffen sozusagen. Vielleicht machen wir dann auch ein kleines Spielchen." Der Profifußball gehört für Mauckisch zur Vergangenheit - umso wertvoller wird jeder Freizeitkick. „Ich kann nicht ohne Fußball leben", gesteht die Vollblutsportlerin.

Genau deshalb war ihr Weg bei Werder auch nach der Verletzung nicht zu Ende. Mittlerweile bekleidet sie im Verein gleich zwei Positionen. So arbeitet die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation nicht nur in der Mitgliederverwaltung, sondern ist darüber hinaus seit dieser Saison auch als Co-Trainerin und Betreuerin bei Werders U15-Mädchen aktiv. Mit ihrem Team verfolgt sie derzeit nur ein Ziel: „Wir wollen norddeutscher Meister werden, da liegt ganz klar der Fokus." In diesem Sommer macht sie die Trainer-C-Lizenz.

Werder prägt nicht nur den beruflichen Alltag von Saskia Mauckisch. Auch privat schlägt ihr Herz grün-weiß: „Ich bin Fan durch und durch", sagt sie. Lediglich ihr Wohnort hat nichts mit Bremen zu tun - täglich fährt sie nach der Arbeit zurück in ihre Heimatstadt Delmenhorst. Ruhe und Entspannung sucht sie dort momentan allerdings vergebens, denn gemeinsam mit ihrem Freund investiert sie aktuell jede freie Minute in den Bau ihres eigenen Einfamilienhauses. „Genau wie ich ist mein Freund auch Werderfan, aber die Wände werden deshalb trotzdem nicht grün-weiß gestrichen", schmunzelt Mauckisch. Kurz überlegt sie und fügt dann hinzu: „Dafür tragen wir die Raute aber fest im Herzen."

Cord Sauer