Niederlage trotz himmlischen Beistands

Werder-Pastoren drücken die Daumen

Präsident und Geschäftsführer Dr. Hess-Grunewald traf am Sonntag die drei Heide-Pastoren (Foto: WERDER.DE).
Fankurve
Montag, 16.10.2017 // 17:19 Uhr

Von Klaus Müller

Als die drei Heide-Prediger mitten im prallgefüllten Weser-Stadion bei der Werder-Hymne "Lebenslang Grün-Weiß" ihre Werder-Schals in die Luft hielten, war die Welt auch für Thomas Delventhal, Pastor in Meinerdingen, seinem "Co." Gerd Horch und den Dorfmarker Pastor Uwe Gaudszuhn, noch in Ordnung.

"Wir drücken den Bremern heute besonders kräftig die Daumen,“ hatten sie kurz vorher noch in einem persönlichen Gespräch mit dem Werder-Präsidenten Dr. Hubertus Hess-Grunewald versprochen. „Wir wollen heute himmlischen Beistand leisten.“ Und dann lief das Spiel gegen Mönchengladbach leider um 'Gottes Willen' in die falsche Richtung, zu wenig Einsatz gezeigt und am Ende verdient verloren. „Aber trotzdem war es ein großartiger Tag“, sagten die drei am Abend auf der Rückfahrt, als der Meinerdinger Pastor sein ganz spezielles Werder-Team sicher nach Hause chauffierte. Und: „Die machen das trotzdem."

Hebt die Hände hoch... die drei Pastoren sind eingefleischte Werder-Fans (Foto: Müller).

Thomas Delventhal ist nicht nur beliebter Pastor in der so sehr lebendigen Kirchengemeinde Meinerdingen, sondern mehr, viel mehr: „Kümmerer“ vor dem Herrn, bester Bratwurst-Bräter der Region vielleicht, aber auch und mit viel Leidenschaft immer schon Werder-Bremen-Fan. Ausgestattet mit allem, was einen echten Fan ausmacht: Schal, Mütze, irgendwo sicher auch ein grün-weißes Hemd und mit besonders guten Fachkenntnissen.

Thomas Delventhal hat Gerd Horch, seinen unvergleichlichen Prediger vom Bismarckring, mitgenommen. Horch, mit grünem Kreuz und grüner Krawatte "dekoriert", erzählt immer wieder Dönekens aus der Zeit mit Werder, weiß viel über Gott und die Welt zu berichten. Und ist nachher etwas sauer, dass das Spiel so gelaufen ist. „Das war einfach zu schlecht heute, was die Bremer an diesem Tag geleistet haben.“ Fachleute sind sie alle, auch Uwe Gaudszuhn aus Dorfmark, der im Sommer 2015 seinen emotionalsten Fußball-Höhepunkt mit den Bremern erlebte, als er am letzten Spieltag in der Hansestadt das 1:0 in allerletzter Minute gegen Frankfurt miterleben konnte. Ein Ergebnis, das die Bremer vor dem Abstieg gerade noch rettete. 

Die drei Prediger aus der Heide sind mit großem Einsatz beim Spiel vor 42.100 Zuschauern dabei, fiebern mit, kommentieren, klatschen Beifall, stehen auf, als alle aufstehen, sind zuletzt nach einem mäßigen Spiel der Bremer fast ein wenig "hanseatisch", als sie durch die Menschenmassen zum Parkplatz laufen. „Macht nichts, auch wenn ich am Morgen bei der Predigt in der Meinerdinger Kirche so viel Hoffnung verbreitet habe,“ sagt Gerd Horch, der mit seinen schon 73 Jahren immer noch gut unterwegs ist.

Es ist immer wieder beeindruckend, ein Bundesliga-Spiel live zu erleben
Thomas Delventhal, Pastor und Werder-Fan

„Macht nichts“, sagen auch Thomas Delventhal und Uwe Gaudszuhn wie aus einem Mund. „Unser Highlight war das Gespräch mit dem Präsidenten, der sich viel Zeit für uns genommen hat." Mit den interessierten Pastoren sprach Dr. Hess-Grunewald über Kirchenfragen und intensiv über seinen Verein. Nicht alles wird davon öffentlich werden. Wie im wahren Pastorenleben halt. Dass dann noch WERDER.TV ein Interview mit Delventhal machte und es ein Erinnerungsbild mit dem Präsidenten vor der Werder-Ehrenwand gab, waren weitere schöne Erinnerungen an diesen denkwürdigen Abend in Bremen.

„Und es ist immer wieder beeindruckend, ein Bundesliga-Spiel live zu erleben“, schwärmt Thomas Delventhal. „Ich bleibe auf jeden Fall dabei.“ Den Bremern galt der Dank der Prediger aus der Heide: Sie hatten die treuen Werder- Fans zum Spiel eingeladen und VIP-Karten zur Verfügung gestellt. Und so wurde es letztendlich doch (fast) eine runde Geschichte, die die „Heide-Prediger“ am Wochenende in der großen Stadt, im großen Stadion, vor vielen Menschen erleben durften.