"Chance für eine intelligente Lösung"

Filbry und Bode über Namensrechte und Stadion-Vermarktung

Arbeitet an einer intelligent ausgestalteten Stadionpartnerschaft: Klaus Filbry (Foto: nordphoto).
Business
Mittwoch, 21.11.2018 // 13:53 Uhr

Seit über 70 Jahren trägt Werders Heimspielstätte den Namen Weser-Stadion und doch rückt die Vergabe der Namensrechte unter dem Wettbewerbsdruck der Bundesligisten auch bei den Grün-Weißen immer wieder in den Fokus. Am Dienstagnachmittag äußert sich Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder, auf dem renommierten ARENA SUMMIT in Frankfurt über Trends und Potenziale des Naming Rights. „Wir sind nicht unbedingt traurig darüber, dass das Weser-Stadion bis dato immer Weser-Stadion hieß. Das heißt aber nicht, dass wir die Namensrechte in Zukunft nicht irgendwann verkaufen werden. Wir haben Werte, die wir vertreten und die wir nicht für verhältnismäßig wenig Geld aufs Spiel setzen. Wir sind allerdings nicht so ignorant, dass wir sagen, wir brauchen dieses Geld nicht. Wir hoffen, dass wir eine perfekte Lösung finden", so Bode. Passend dazu hat Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, Klaus Filbry, mit WERDER.DE den Stand aktueller Konzepte und Ziele erörtert.

Bereits 2007 hat der SV Werder sich mit der EWE auf einen Stadionpartnerschaftsvertrag geeinigt, der auch das Namensrecht umfasste. „Diese Partnerschaft haben wir zehn Jahre lang intensiv gelebt und ausgestaltet, beispielsweise über die Photovoltaikanlage, die so in einem Stadion in Deutschland einmalig ist. Aus unterschiedlichen Gründen hat sich die EWE dagegen entschieden, das Naming Right auszuüben“, so Filbry gegenüber WERDER.DE mit Blick auf die langfristige Vereinbarung, die jetzt ausgelaufen ist.

Stadtnahes Wahrzeichen Bremens: das Weser-Stadion am Osterdeich (Foto: WERDER.DE).

Mit seiner Stadtlage sticht das Weser-Stadion im Vergleich der Bundesligisten hervor. Die Menschen kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß, über 3.000 Zuschauer reisen an jedem Spieltag mit dem Schiff an. Einzigartig, genauso wie Flutlichtmasten und Fußballerlebnis am Osterdeich. „Die Fans haben dennoch verstanden, dass die Vermarktung der Stadionpartnerschaft notwendig ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb suchen wir nach intelligenten Lösungen und sind bereit, über einen neuen Stadionpartnerschaftsvertrag zu verhandeln“, erklärt Filbry.

Für eine intelligente Lösung stehen Werder grundsätzlich zwei Optionen zur Wahl: Ein klassisches Naming Right für das Weser-Stadion oder eine Stadionpartnerschaft, in der das Namensrecht nicht ausgeübt und stattdessen andere kommunikative Maßnahmen aktiviert werden. „Wir sind offen für beide Varianten und führen entsprechende Gespräche, welche potentiellen Partner Interesse an Option A oder B haben. Klar ist, dass für den Partner ein Mehrwert herausspringen muss, aber auch, dass das Unternehmen zu unseren Werten passen sollte und wir das Namensrecht nicht um jeden Preis vermarkten würden“, sagt Filbry mit Blick auf den Markenfit und ergänzt: „Die Partnerschaft mit EWE hat gezeigt, wie eine kreative Aktivierung dieses Bremer Wahrzeichens gelingt.“

Marco Bode führt diesen Ansatz aus: "Wir schauen nach einem Partner, mit dem wir eine Geschichte rund um das Stadion und uns als Verein erzählen können. Gleichzeitig wollen wir versuchen, diese Stadionpartnerschaft mit unserer sozialer Verantwortung aufzuladen und den Ideen des Partners gerecht zu werden.“

Als Verein ist Werder anfassbar, familiär, emotional und zugleich unaufgeregt, als Klub der Hansestadt aber auch seit jeher weltoffen. „Wir haben es in der Vergangenheit geschafft, Partner sehr lange an Werder zu binden, da sie die Kombination aus norddeutscher Authentizität und weltweiter Bekanntheit, sehr schätzen. Das sind Attribute, die nicht viele Vereine ins Feld führen können“, so Filbry, für den die Suche nach einer Stadionpartnerschaft die „Chance auf eine intelligente Lösung“ ist.