Frauenfußball: 1. Frauen - Werder Bremen
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Hintere Reihe (v.l.n.r.): Anke Urbainski (Betreuerin), Birte Brüggemann (Chef-Trainerin), Antje König, Eva-Marlen Votava, Nora Steinsträter, Maren Wallenhorst, Saskia Mauckisch, Mirja Krämer, Lisa Scholz, Klaus-Dieter Fischer (Geschäftsführer), Michael Rudolph (Team-Manager), Philip Heitmann (Arzt)

Vordere Reihe (v.l.n.r.): Nahrin Uyar, Lea Notthoff, Chadia Freyhat, Josefine Holsten, Katharina Hamann, Maria Doll, Jennifer Martens, Katharina Haar, Christin Chairsell, Lara Möhlmann, Laura Kersting, Ann-Christin Bopp

Es fehlen: Jessica Golebiewski, Doreen Nabwire Omondi, Mira William, Stephanie Schröder, Physiotherapeutin Janina Stockinger und Co-Trainer Holger Stemmann


Mit dem Abstieg nichts zu tun haben


In vier Jahren in die 2. Bundesliga – so lautetet das Ziel als im Sommer 2007 Werder Bremen mit dem Projekt „Frauenfußball“ startete. Den Fußballerinnen war dies jedoch wohl zu lang. Denn nach dem Aufstieg in der ersten Saison in die Regionalliga, setzten die Grün-Weißen in der abgelaufenen Spielzeit noch einen drauf und schafften die Sensation: Den Durchmarsch in die 2. Bundesliga.

Mit nur einem Punkt Vorsprung vor Verfolger BV Cloppenburg war die Überraschung bereits am vorletzten Spieltag perfekt. "Das ist eine enorme Leistung. Sie ist vor allem auch deshalb besonders lobenswert, weil Werder Bremen sich nicht einfach wie andere Bundesligisten eine Mannschaft 'gekauft' hat, sondern hier wirklich eine ruhige Entwicklung betrieben worden ist. Der Aufstieg ist dafür die richtige Belohnung", lobte Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer das Team, bremst jedoch zugleich die Erwartungen für die kommende Saison: "Man soll sich davor hüten, zu glauben, dass das jetzt so weiter geht. Wenn wir im nächsten Jahr in der 2. Liga nicht um den Abstieg spielen, bin ich sehr zufrieden."

Diese Einschätzung teilt auch Projektleiterin und Trainerin Birte Brüggemann: "Was wir in den letzten beiden Jahren erreicht haben, ist fantastisch. Doch der Sprung aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga ist riesig. Sowohl im sportlichen als auch im organisatorischen Bereich steigen die Anforderungen drastisch an. Unser Ziel muss es jetzt erst einmal sein, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben", so die DFB-Fußball-Lehrerin.

Erstmals seit der Wiederbelebung des Frauenfußballs bei Werder fand im Sommer ein etwas deutlicherer personeller Umbruch statt, so dass die Grün-Weißen mit einem leicht veränderten Kader das „Abenteuer 2. Bundesliga“ angehen. Julia Hohagen, Anna Pötter sowie Katrin Stefanski haben den Verein verlassen, Kathrin Intemann wird eine Fußball-Pause einlegen und von Jennifer Horwege hat man sich getrennt. Sonja Päs, Katharina Aulich, Jana Beling sowie Britta Möhlmann werden zudem ab sofort die zweite Mannschaft in der Verbandsliga verstärken.

Fast ebenso viele Spielerinnen stießen zur Mannschaft hinzu. Darunter auch zahlreiche Talente mit Erfahrungen in der 2. Bundesliga: Von der zweiten Mannschaft des 1. FFC Potsdam wechselten Maria Doll und Lea Notthoff an die Weser und vom FC Gütersloh zog es die Maren Wallenhorst., Lisa Scholz und Nora Steinstraeter nach Bremen. "Wir freuen uns, dass sie sich alle für Werder entschieden haben. Der Kader wird dadurch nicht nur in der Breite sondern vor allem auch qualitativ deutlich verstärkt", ist sich Birte Brüggemann sicher, dass ihr Team für die erste Saison in Deutschlands zweithöchster Spielklasse gewappnet ist. Als weiteren externen Neuzugang darf die Bremer Trainerin zudem Jessica Golebiewski im Team begrüßen. "Ganz deutlich herausstellen muss man dabei, dass sich alle Spielerinnen, die bei uns spielen, bislang selbst bei uns beworben haben. Das ist sicherlich einmalig, zeigt aber auch, dass Werder für viele Spielerinnen eine Herzensangelegenheit ist", freut sich Brüggemann.

Aus den eigenen Reihen werden Christin Charisell aus der zweiten Mannschaft und Ann-Christin Bopp aus der U 17, die beide bereits in der vergangenen Saison bei der „Ersten“ reinschnupperten, den Kader komplettieren. "Mit der zweiten Mannschaft und den B-Juniorinnen wollen wir auch weiterhin eng zusammenarbeiten, um die eine oder andere Spielerin an unseren Kader behutsam heranzuführen", erklärt Brüggemann.

Eine Veränderung gab es auch im Trainerteam und Betreuerstab. Co-Trainer Stefan Mann kehrt nach einem Jahr in Werders Fußball-Amateurabteilung zurück. "Vorläufig wird Chadia Freyhat mich im Training unterstützen, zumindest solange bis sie sich von ihrer schweren Knieverletzung vollständig erholt hat", erklärt Birte Brüggemann, die mit ihrer Spielerin als Trainergespann bereits im Auswahlbereich des Bremer Fußball Verbandes (BFV) erfolgreich zusammengearbeitet hat. Unterstützt werden die grün-weißen Fußballerinnen zudem von Michael Rudolph, der die Mannschaft als ehrenamtlicher Teammanager neben dem Platz unterstützen wird.

Gespielt wird wie bereits im vergangenen Jahr im Stadion "Platz 12", das rund 300 Meter östlich des Weser-Stadions mitten im Naherholungsgebiet Pauliner Marsch, zwischen der Weser und der Hauptverkehrsstraße Osterdeich befindet und derzeit für den Spielbetrieb in der 2. Bundesliga umgebaut wird. "Ich denke, für die kurze Zeit, die uns blieb, gehen wir gut gerüstet in die Saison. Es wird sicherlich spannend sein, mitzuerleben, wie die Mannschaft und auch das Umfeld sich auf die neue Spielklasse einstellt", blickt Birte Brüggemann gespannt der Saison entgegen.



Erfolge:

2007/2008: Bremer Hallenmeister, Bremer Pokalsieger, Meister der Verbandsliga Bremen, Aufstieg in die Regionalliga

2008/2009: Meister der Regionalliga Nord, Aufstieg in die 2. Bundesliga, Bremer Pokalsieger