Sommerturniere: Auf der Suche nach dem "FLOW“

21.08.2011, 16:27:24 Uhr

 
TopTeaser
Stillleben mit Starkstrom und Apfel, Millerntorstadion, 15.7.2011
 
(zeitweilig im Jetlag zwischen Walle + „Weltkulturerbe St. Pauli" )

Turnierschach war lange Zeit für mich „Wintersport" - und ist es eigentlich auch weiterhin... (= Winter geht ja hier im mediterranen Nordeuropa gemeinhin von Oktober bis April...); doch mit dem Gewinn der Vereinsmeisterschaft 2010 auf 2011 (die Schlußrunden am 5. + 26.5. gegen Lars und Jens lagen bereits im diesjährig hochSOMMERlichen Mai!) packte mich die Turnier-Lust, Sommerturniere zu spielen! Ich meldete mich zum „Pfingst-Open" und zum „St. Pauli-Open"!

Die rührige Mannschaft vom SK Bremen-West bot im attraktiven Torhaus, gegenüber „Waterfront" ein feines, kleines Turnier an: 24 Teilnehmer pflegten vom 10. -13.6. in täglichen Doppelrunden ihr Hobby, die Hälfte junge Schüler.

Deren Spielgewohnheit war täglich sichtbar: rasch die ersten 20, 30 Züge machen, „runterblitzen"; etwa eine halbe Stunde nach Beginn waren diese Bretter wegen Partieende verlassen!

Die älteren Amateure kamen da erst rein in ihre Stellungen... und das Turnier hatte dann, beginnend mit dem Ende der ersten Stunde das Ambiente eines Mannschaftskampfes an 8 Brettern...

Long sammelte eifrig Erfahrung, sein Vater Duong wurde von mir in der Schlußrunde leider von der Teilung des 1. Preises auf den 2. „runtergebremst":

LAI HOP,Duong (2123) - JUNG,Gerald (1877)

Pfingst-Open Bremen-West (7), 13.06.2011

1.d2-d4 Sg8-f6 2.Sg1-f3 g7-g6 3.Lc1-f4 Lf8-g7 4.e2-e3 d7-d6 5.h2-h3 b7-b6 6.Lf1-b5+ Lc8-a6 Ein bischen creativ muß sein... [7...0-0 8.0-0=] 8.Dd1-e2 - Dd8-c8 [8...La6xc4 9.De2xc4 0-0 10.0-0] 9.0-0 [9.Lc4xa6 Sb8xa6 10.0-0 0-0=] 9...La6xc4 10.De2xc4 Dc8-a6 11.Dc4-b3 0-0 12.c2-c4 Sb8-d7 13.Sb1-c3 Tf8-b8 -und nun "drohen" diverse Bauernnadelstiche nach Db7 o c8 [13...Tf8-e8 14.Lf4-h2] 14.Ta1-c1 [14.Ta1-d1 Sd7-f8] 14...Da6-a5 -Planänderung: am Königsflügel vorbeischauen (...: und auch wieder zurück, mit verblüffender Performance !) [14...Tb8-e8 15.Tf1-d1; 14...Da6-c8 15.Tf1-d1 a7-a6 16.a2-a4 b6-b5?! 17.c4-c5! b5-b4 18.Sc3-e2 Sf6-e8 19.c5xd6 Se8xd6 20.Sf3-g5 Dc8-e8 21.Tc1xc6+-; 14...Da6-b7 15.Tf1-d1 a7-a6 16.a2-a4 b6-b5 17.c4-c5 b5-b4 18.Sc3-e2 Sf6-e8 19.Sf3-g5+-] 15.Tf1-d1 Da5-h5 [15...Tb8-e8 16.e3-e4; 15...c6-c5 16.Sf3-e5!? d6xe5 17.d4xe5 Tb8-d8 18.e5xf6 Sd7xf6 19.g2-g4] 16.d4-d5 [16.Db3-c2!?± h7-h6!? 17.e3-e4 g6-g5 18.Lf4-g3 Dh5-g6] 16...Tb8-c8 [16...c6xd5 17.Sc3xd5 Sf6xd5 18.Td1xd5 Sd7-c5 19.Db3-d1 e7-e5 20.Lf4-h2 Lg7-f8 21.b2-b4 Sc5-e6÷] 17.d5xc6 [17.e3-e4 Lg7-h6 (17...Sd7-c5 18.Db3-c2 c6xd5 19.e4xd5 a7-a5]18.Lf4xh6 Dh5xh6] 17...Tc8xc6 18.Db3-a4 Ta8-c8 [19.Sc3-e2 [19.Sc3-b5 Tc6-c5 20.Da4xa7 (20.Sb5xa7? Tc8-a8-+) 20...Tc5xc4 21.Tc1xc4 Tc8xc4 22.Lf4-g5 Sd7-e5 23.Da7-a8+ Lg7-f8 24.Lg5xf6 e7xf6 25.Sb5-d4 Se5xf3+ 26.Sd4xf3 Dh5-c5] Auf den Folgenden bin ich stolz; danach steht Schwarz bequemer, tendenziell sogar besser ! : 19...Dh5-a5 20.Da4xa5 [20.Da4-b3 Tc6-c5 21.Sf3-d2 d6-d5 22.a2-a3 Da5-a6 23.e3-e4 d5xc4] 20...b6xa5 21.b2-b3 [21.Sf3-d2 Sd7-c5 (21...Tc6-b6 22.b2-b3 a5-a4 23.b3xa4 Tb6-b2 24.Se2-c3 Sf6-h5 25.Sc3-d5 Sh5xf4 26.Sd5xe7+ Kg8-f8 27.Se7xc8 Sf4-e2+ 28.Kg1-f1 Se2xc1 29.Sd2-e4 Sc1xa2 30.Td1xd6 Tb2-b7-+) ] 21...a5-a4! active play ! 22.Sf3-d2 Sd7-c5 23.Tc1-b1 [23.Se2-d4 Tc6-b6 24.Lf4-g5 h7-h6 25.Lg5xf6 Lg7xf6; 23.b3-b4 Sc5-d3 24.Tc1-b1 Sf6-d7 25.Lf4-g5 f7-f6 26.Lg5-h4] 23...Sf6-d7  Remis

Die Partie brachte mich in echte Spielfreude und gleichzeitig las ich ja schon wochenlang über den „Flow", dies Thema wird mich (und damit meine schriftlichen Niederschläge) auch die nächste Zeit begleiten...

1. im Pfingst-Open wurde Warns aus Oldenburg, 2. Duong; ich landete auf 4, Long auf 20. Die kompletten Infos finden sich unter: http://www.sk-bremen-west.de/component/clm/?view=turnier_tabelle&turnier=6

Flow (engl. fließen, rinnen, strömen) bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa Schaffens- oder Tätigkeitsrausch, Funktionslust. Mihaly Csikszentmihalyi hatte die Flow-Theorie im Hinblick auf Risikosportarten entwickelt. Heute wird sie auch für rein geistige Aktivitäten in Anspruch genommen."

Die Anreise zum Pfingst-Open in die verlängerte Lindenhofstrasse gestaltete sich noch recht einfach, da wurde es mit dem St. Pauli-Open ein wenig anders: aus Walle zum Bahnhof, dort in den Metronom, knapp anderthalb Stunden später Ankunft am Dammtorbahnhof.

Hierbei wurde auch viel Wehmut bei mir reaktiviert, hatte ich doch 2002-2006 in Nienstedten gearbeitet und war diese Strecke als Berufspendler gewöhnt...

„Flow ist etwas anderes als „fun" oder „kick" (Nervenkitzel) -- also nicht nur eine kurzzeitige, aufgeputschte Erregung, es ist eine länger andauernde Euphorie, die richtig genutzt wertvoller ist.

Flow ist eine Form von Glück, auf die man Einfluss hat. Man ist unüberspannt, wenn der Wille zentriert ist und konzentriert, ohne erzwingen zu wollen."

Einiges hat sich sehr gewandelt seither in Hamburg, man schwingt ein hinter Harburg (hier schon staunt man über das Projekt Bundesgartenschau Wilhelmsburg 2013) über die Elbbrücken mit der Perspektive über „Häfen bis an den Horizont" , sieht täglich andere Kreuzfahrtschiffe am Anleger vor der Elbphilharmonie..., überhaupt: diese Hafen-City ist ausserordentlich pfiffig angelegt! (unsere Überseestadt nimmt sich dagegen als kleiner, unbeholfener , erster Test an...).

Vom Dammtorbahnhof schlenderte ich am Antiquariat vorbei (dort hatte ich vor bald 20 Jahren ein Schachbuch von Kurt Richter erworben...), durch Planten+Bloomen, das Tropengewächshaus nicht vergessend, die mediterranen Terrassen, den Hamburger Parksessel nutzend - Nilgänse treiben sich dort herum, Wasserschildkröten sonnen sich, ein Fledermausbunker ist zu entdecken, all dies liegt auf dem Weg!

„Flow kann als Zustand beschrieben werden, in dem Aufmerksamkeit, Motivation und die Umgebung in einer Art produktiven Harmonie zusammentreffen. (...) Um sich bei einer Aufgabe in den Zustand des Flows zu versetzen, braucht einem die Tätigkeit nur zu gefallen, und die Anforderung so hoch sein, dass sie die volle Konzentration erfordert. Sie darf jedoch nicht so hoch sein, dass man überfordert ist, denn dann ist die „Mühelosigkeit" nicht mehr gegeben. „

Vorbei geht's am Knast Holstenglacis, prächtigen Wasserspielen, gewaltigen „Kaukasischen Flügelnüssen" - ja, und dann landet der schachbegeisterte, solcherart von Sinneseindrücken umspülte Amateur in St. Pauli, bekommt die Kurve über das Heiligengeistfeld und erreicht das Millerntorstadion!

„Weltkulturerbe St. Pauli" reklamiert ein großes Schild am Eingang, eine ausgezeichnete Location bietet der „Ballsaal" des sympathischen Zweitligisten für das schachliche Unterfangen.

Die prächtige Homepage zeigt es, dort auch alle Ergebnisse und alle (!) Partien der beiden Open: http://fcstpauli-open.de/index.php?id=83

„Der Verhaltensforscher Bernt Spiegel wendet den Begriff Flow u. a. auf spezialisierte Tätigkeiten wie das Fahren von Fahrzeugen an.. In seinem Beispiel bezieht er sich speziell auf das Fahren von Motorrädern, wobei innerhalb dieser Tätigkeit dem Flow hinsichtlich der Gefahr des allzu "fahrlässig" werdens größte Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. (...) Entscheidend ist die Kombination 1.: von voriger Aktivität (Anstrengungen - was unternommen und aufgewendet wurde, um nun Flow erleben zu dürfen) und 2.: von Passivität (sich dann überraschen zu lassen von Flow). (...) Flow tritt häufig bei der Ausführung von Sportarten auf, in denen man „aufgeht" und diese beherrscht, zum Beispiel Klettern, Skifahren, Segeln oder auch sogenannte Funsportarten. Dem Tanzen kommt eine besondere Bedeutung als Flow-Aktivität zu, da „Tanzen vermutlich die älteste und bedeutsamste ist, sowohl aufgrund seiner weltweiten Anziehungskraft als auch wegen seiner potenziellen Komplexität" (Mihaly Csikszentmihalyi: Flow - Das Geheimnis des Glücks). Auch beim Musizieren, Malen, oder der Freude am Spielen, kann ein Mensch einen intensiven Flow erleben, Csikszentmihalyi führte zum Beispiel Interviews mit Schachspielern unterschiedlicher Stärke über ihre Motive: Gerade weil Schach relativ komplex ist, ermöglicht es eine große Vielfalt verschiedener individueller Flow-Erfahrungen." (Zitate zu Flow aus Wikipedia)

Gespielt wurden 9 Runden, täglich nur eine, nachmittags, zumeist 16 Uhr. So blieb viel Zeit, vor einer Runde etwa die Aussen- und Binnenalster, die Hafen-City, die Landungsbrücken, den alten Elbtunnel und vieles mehr kennenzulernen.

Das Turnier wurde optimal organisiert, wenn es auch an manchen Tagen, hitzebedingt, an frischer Luft mangelte - täglich gabs ein 10 bis 14 seitiges Bulletin der Vorrunde, man bekam es direkt vor der nächsten Runde! (sind auch auf der Homepage!)

Es wäre schon toll, wenn in Bremen ein ähnliches Turnier aufgezogen werden könnte...

Meine „Flow-Form" war zu Beginn leider nicht vollständig gegeben - am 4. Pendeltag bemerkte ich schemenhaft bei der Anreise zwischen Oberneuland und Ottersberg schwarz-weisse Störche zwischen schwarz-bunten Kühen ... ja, und, richtig: da war ein Förster, mit seinem neuen Audi!
... Audi ? - ja, ich muss gestehen, „ich habe einen Audi produziert" (= 4 Nullen in Folge)!

Hierbei kam es in den Runden 3 und 4 zu einer kuriose Verdoppelung eines „identischen Patz-Motives"  (vom Fianchetto-Läufer [b7 bzw. gespiegelt g2] unterstützte Dame landet in suicidaler Absicht auf f3 bzw. gespiegelt auf c6):

 
Stellung nach 31.Te1–c1 Stellung nach 31.Te1–c1

SEEHAGEN,Jan (1712) - JUNG,Gerald (1876)
St. Pauli-Open (3), 11.07.2011 

Hier hatte mein Gegner etwas über 4 und ich noch 12 min auf der Uhr...eigentlich sollte ich jetzt ordentlich weiter spielen können - da erspähe ich per Tunnelblick einen Trick, der gar keiner ist ... : und muß direkt aufgeben ... 31...Dc6-f3?? [31...Dc6-b5!? 32.Df2-e3 (32.Sc5xb7 Tc7xc2 33.Tc1xc2 Db5xb7 34.Tc2xc8+ Kb8xc8= 35.Kb1-c2 Db7-g2 36.Df2-d2) 32...Lb7-d5

32.Sc5xa6+! [32.Sc5xa6+ Kb8-a7 33.Sa6xc7 Df3xf2 34.Tc2xf2+-; 32.Df2-d2?! Lb7-e4 "der Trick"... 33.Sc5xe4?? Tc7xc2! 34.Tc1xc2 Df3-h1+ 35.Tc2-c1 Dh1xe4+ 36.Kb1-a1 Tc8xc1+ 37.Dd2xc1 De4-g2-+]  

1-0

(war ich so im flow „gefangen", dass ich nur „die Falle" mit „Springer muss (?) Läufer e4 schlagen" denken konnte?!)

 
Stellung nach 45.Da7-c7 Stellung nach 45.Da7-c7

JUNG,Gerald (1876) - RISTIC,Sreten (1769)
St. Pauli-Open (4), 12.07.2011

Nun "einfach" die weisse Dame in die hintere Ecke und aus die Maus (46. Da8 !)...den schwarzen Konter mit dem Läuferopfer habe ich überhaupt nicht gesehen ! und dann direkt nach 30sec auf e5 geschlagen, statt auf e6 zwischen ...(: dann bliebe c3 gedeckt!!)

46.De4-c6?? [46.De4-a8+- Kh8-h7 47.Sc3-d5 Le6xd5 48.Lg2xd5 Lg7xe5 49.Da8xf8 Le5xf4+ 50.Kh2-g2 Lf4xg5 51.Df8xf7+] 46...Lg7xe5!

47.f4xe5?? [47.Sc5xe6 Sf8xe6 (47...Le5xf4+ 48.Se6xf4 Dc7xf4+ 49.Kh2-g1 Df4-e3+ 50.Kg1-f1 De3-c1+ 51.Kf1-f2 Sf8-e6 52.Sc3-e2 Dc1xg5) 48.f4xe5 Dc7xe5+ 49.Kh2-g1 De5-e1+ 50.Lg2-f1 De1-e3+ 51.Kg1-h1) 47...Dc7xe5 48.Kh2-g1 De5xc3

49.Sc5xe6?? [49.Dc6-d6 Kh8-g7 50.Sc5xa6 Le6xa2 51.Sa6-c7 Dc3-e3+ 52.Kg1-h2] 49...Dc3-e3+ 50.Kg1-f1 Sf8xe6 51.Dc6xa6 De3xg5 52.Lg2-c6 Dg5-c1+ und nach weiteren 5 Zuckungen  0-1

 

Nun gut, da musste ich eben dann das Beste draus machen..., es traf sich gut, dass ich am Pendeltag 6 im selben Zug wie SF Hugh Ditmas (BSG) sass, den ich beim Pfingst-Open noch schön mit der Lb5-Opfer-Variante gegen sein Sveshnikov rasieren konnte:

JUNG,Gerald (1877) - DITMAS,Hugh (1743)
Pfingst-Open Bremen-West (6), 13.06.2011

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 f5 11.Lxb5 axb5 12.Sxb5 Ta4 13.b4 Txb414.Sbc7+Kd7 15.Dh5 Txe4+ 16.Kf1 Sd4 17.c3 Dh4? [17...Se6 18.Dxf7+ Kc6 19.Sxe6 Dd7 (19...Lxe6 20.Dxe6 Da8 (20...Dd7 21.Dxd7+ Kxd7 22.Sf6++-) 21.Td1!‚) 20.Sb4+ (20.Dxd7+ Lxd7 21.Sxf8 Txf8 22.f3 Ta4 (22...Kxd5 23.fxe4+ fxe4+) 23.Sb4+ Kc5 24.Ke2) 20...Txb4 21.cxb4 La6+ (21...Dxe6 22.Tc1+ Kd5 23.Dc7 La6+ 24.Kg1 De8 25.Da7 Ld3 (25...Db5? 26.Df7+) ) 22.Kg1 Dxf7 23.Sd8+ Kd7 24.Sxf7 Tg8=] 18.Dxf7++- Le7 19.cxd4 Txd4 [19...exd4 20.Sb6+ Kd8 21.Sxc8 d3+- (21...Kxc8?? 22.Dxf5+ Kd8 23.g3+-) ; 19...Tf8 20.Sb6+!!‚ Kd8 (20...Kxc7 21.Dc4+! Kd8 (21...Kxb6 22.Tb1+ Ka7 23.Dc7+ Ka6 24.Db6#; 21...Kb7 22.Sxc8+-; 21...Kb8 22.Sd7+ Lxd7 23.Tb1+ Ka7 24.Dc7+ Ka8 25.Da5#) 22.Dxc8#) 21.Se6+ Lxe6 22.Dxe6 Ke8 23.Tc1] 20.g3 Dg5 [20...Tf8 21.De6+ Kd8 22.gxh4 Lxe6 23.Sxe6+ Kd7 24.Sxd4 exd4 25.Sxe7 Kxe7+-] 21.h4 [21.Sxe7? Dxe7 22.Dxe7+ Kxe7-+] 21...Dd2 22.Dxe7+ Kc6 23.Kg2 Txd5 24.Sxd5 Dxd5+ 25.Kh2 Df3 26.Thc1+ Kd5 27.Td1+ Ke4 28.Te1+ 1-

Hugh erzählte überraschende, letzte Geheimnisse zu Naldo...

Ja, und in der Partie gegen den deutschen U-10-Vizemeister kam ich ziemlich angenehm in „eine länger andauernde Euphorie":

JUNG,Gerald (1876) - BABERZ,Alexander (1674)
St. Pauli-Open (6), 14.07.2011

Heute eine scharfe Opferwendung ohneVorbereitung am Brett entwickelt ...: - und es hat geklappt!

Zwar gibt es diverse Verstärkungen des weissen Angriffsspiels, doch auch meine Züge reichten zum Mattangriff.

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Le7 8.Df3 h6 9.Lh4 [9.Lxf6 Lxf6 (9...gxf6!?) 10.0-0-0 Db6 (10...Dc7?! 11.Lb5+!? axb5 12.Sdxb5 Dc5 13.Sxd6+ Kf8 (13...Ke7? 14.e5±) 14.e5 Le7) 11.Sde2 Sd7 12.g4 Sc5 13.h4 Ld7 14.g5 Le7 15.Sd4 0-0-0 16.Sf5 Lf8 17.Se3 Lc6 18.Lh3 0-1 Kelecevic,N-Kavalek,L/Sarajevo 1968]  Wenn Schwarz dieses Abspiel wählt, sollte er auch mit der „Göteborg-Variante" 9.-g5 etc. durchstarten...
 
Stellung nach 9. Lh4 Stellung nach 9. Lh4
9...Dc7 [9...g5 10.fxg5 Sfd7 (10...Sh7 11.0-0-0 Sxg5 a) 11...hxg5 12.Lg3 Ld7?! (12...Sd7!?) 13.Le2 Sf8 14.Thf1 Th7 15.Ld3 Tg7 16.Sf5 exf5 17.exf5 Sh7 18.Sd5 Lc6 19.f6 Sxf6 20.Sxf6+ Lxf6 21.Dxf6 Dxf6 22.Txf6 d5 23.Ld6 Sd7 24.Te1+ Kd8 25.Th6 Tg8 26.Te7 1-0 Hoehne,V-Siegler,W/Germany 1996/EXT 1998 (40); b) 11...Lxg5+ 12.Lxg5 Dxg5+ 13.Kb1 Sd7 14.Df2?! 1-0 Roche Simon,M (2175)-Repolles Bel,A (2035)/San Jose 1998/EXT 2000 (48)(14.Dh3!) ; 12.Lxg5 Lxg5+ 13.Kb1 Sd7 14.Le2 Se5 15.Dh5 (15.Df2!?) 15...Ld7 16.Thf1 De7 1-0 Llanes Luno,P-Cerrajeria Ruiz,J/Zaragoza 1993/EXT 1998 (25)) 11.Sxe6 (11.Dh5 Se5 12.Lg3 Lxg5 13.Le2 Sbc6 14.Sxc6 bxc6 15.Td1 De7 16.0-0 Tg8 17.Kh1 Tg6 1-0 Rausis,I (2520)-Vokac,M (2435)/Havlickuv Brod 2008) 11...fxe6 12.Dh5+ Kf8 : die berühmte "Göteborg-Variante"! 13.Lb5! Kg7 14.0-0 Se5 15.Lg3 Sg6 16.gxh6+ Txh6 17.Tf7+ Kxf7 18.Dxh6 axb5 19.Tf1+ Ke8 20.Dxg6+ Kd7 21.Tf7 Sc6 22.Sd5 Txa2 23.h3 Dh8 24.Sxe7 Sxe7 25.Dg5 Ta1+ 26.Kh2 Dd8 27.Dxb5+ Kc7 28.Dc5+ Kb8 29.Lxd6+ Ka8 30.Lxe7 Ta5 31.Db4 1-0 Spassky,B-Pilnik,H/Gothenburg 1955/IZT] 10.0-0-0 Sbd7  11.Ld3 b5 12.e5 Lb7
 
Vor Zug 13 : was  f l o w t  jetzt? Vor Zug 13 : was f l o w t jetzt?

13.Sxe6 ! Das musste gefunden werden vor 12. e5 ...

[13.Dh3?! dxe5 14.Sxe6 fxe6 15.Lg6+ Kf8 16.fxe5? (16.Dxe6 Dc4 17.Dxc4 bxc4 18.The1÷) 16...Sxe5 17.Lg3 Dc5 18.Td5 De3+ 19.Kb1 Sxg6-+ 0-1 Wang Hao (2696)-Dao Thien Hai (2510)/Dresden 2008] 13...fxe6 [13...Lxf3 14.Sxc7+ Kd8 15.Sxa8 Lxg2 (15...Lxa8 16.exf6+-) 16.exf6 gxf6 17.Le4 Lxh1 18.Lxh1 Kc8 19.Sd5+-] 14.Lg6+ Kf8 [14...Kd8 15.Dh3 (15.exf6!? erschien mir in der Abwägung von e4-e5 als mein Trumpf ! 15...Lxf3 16.fxe7+ Kc8 17.gxf3÷) 15...Dc4 16.exf6 Dxf4+ 17.Kb1 Lxf6 18.a3 Dc4 19.Lxf6+ gxf6 20.The1 (20.Txd6) 20...Sc5 21.Txd6+ Kc7 22.Ld3 1-0 Ulvnes,R (1997)-Hutschenreiter,J (2127)/Dresden 2009/CBM 131 Extra] 15.Dh3N [15.exf6 Lxf3 (15...Lxf6 16.Dh3 Lxh4 17.Dxh4 Sf6 18.The1+- 1-0 Avgousti,P-Lorinczi,P/Siegen 1970/EXT 2002 (28)) 16.fxe7+ Kg8 17.gxf3÷ Sf6 18.Lxf6 gxf6 19.e8D+ Txe8 20.Lxe8 d5 21.Td4 Kh7 22.Lh5 Dc5 23.Thd1 Tc8 24.T1d2 f5 25.Se2 Kg7 26.Kb1 Kf6 27.a3 a5 28.Sg3 b4 29.a4 Dc6 Gligoric,S-Bobotsov,M/Hastings 1959/1-0 (49)] 15...Sg8? [15...dxe5 16.The1 (16.Dxe6 Dc4 17.Dxc4 bxc4 18.The1 Lxg2 19.fxe5 Sd5 20.Tf1+ Lxf1 21.Txf1+ S5f6 22.exf6 Sxf6³) 16...e4 17.Dxe6 Dc4 (17...Dxf4+? 18.Kb1 Se5 19.Lg3+-) 18.Dxc4 bxc4 19.Sxe4 Sb6=] 16.Dxe6+- Dc4 17.Df5+ [17.Dxd7 Dc8 (17...Dxf4+ 18.Kb1 Lxg2 19.Thf1!! Lxf1 20.Sd5 Dxe5 21.Lxe7+ Sxe7 22.Txf1+ Kg8 23.Sxe7+ Dxe7 24.Dxe7‰) 18.Lxe7+ Sxe7 19.Dxd6 Db8+- 20.De6 Sxg6 21.Td7 De8 22.Df5+ Kg8 23.Txb7] 17...Sgf6 [17...Sdf6 18.exd6 Dc8 19.Lxf6 Dxf5 20.Lxe7+ Sxe7 21.dxe7+ Kxe7 22.Lxf5 Thd8 23.The1+ Kf7+-] 18.exf6 [18.exd6 Lxd6 19.Txd6+-] 18...Sxf6 19.Lxf6 Lxf6 [19...gxf6 20.Kb1 h5+-] 20.Txd6 Lxg2 21.Thd1

Aus die Maus, Mattangriff, nachhaltig fliessend!
 
Gelungener Flow: Stellung nach 21. Thd1 (Mattangriff, nachhaltig fliessend) Gelungener Flow: Stellung nach 21. Thd1 (Mattangriff, nachhaltig fliessend)

Kg8 22.Txf6 gxf6 23.Td7 Lc6 24.Lh7+ Txh7 25.Dxh7+ Kf8 26.Dg7+ [26.Dg7+ Ke8 27.De7#; 26.De7+ Kg8 27.Dg7#]  1-0

Das Turnier schloss ich - ohne Remisen - mit 4 aus 9 und vielen neuen Erfahrungen ab.

Hier (siehe Anfang des Berichts) noch eine Aufnahme meines Sohnes David Lahusen, der mir in Runde 7 als Sekundant und Elbtunnelbegleiter zur Seite stand. Das Foto belegt die von mir seit Jahren geübte Gewohnheit, einen Apfel mit ans Brett zu bringen. Olaf hatte dies ja via schach-welt.de auch angeregt („11 Kekse...", http://www.schach-welt.de/BLOG/Blog/ElfKeksesolltIhrsein)

Gerald Jung

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