Allofs: ''Eine Komfortzone wird uns nur eingeredet''

23.09.2012, 21:15:02 Uhr

 
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Kevin De Bruyne erwischte im Werder-Dress einen guten Saisonauftakt: Der belgische Neuzugang erzielte gegen Stuttgart sein zweites Tor für die Grün-Weißen.
 

Zwei Heimspiele und zwei Auswärtsspiele ist die Saison alt und der SV Werder steht nach vier Spielen mit vier Punkten im Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle. Den Punktgewinn gegen den VfB Stuttgart nutzten einige Werder-Profis, um einen ersten kritischen Blick auf den Saisonstart zu richten. „Vier Punkte, das ist zu wenig. Das ist nicht unser Anspruch. Wir haben dreieinhalb gute Spiele gemacht. Auswärts haben wir gezeigt, dass wir auch gegen Topteams mithalten können", so Nils Petersen und weiter: "In den nächsten Spielen müssen wir zeigen, dass wir ein Topteam sind. Momentan reicht das noch nicht. Man hat uns vor der Saison als Wundertüte abgestempelt und dem sind wir auch heute wieder gerecht geworden." Vor allem in der Defensivarbeit sieht Petersen noch Aufholbedarf: „Das dürfen wir bei allem Schwung nach vorn nicht vergessen und das fängt vorne bei mir an."

Auch Sebastian Prödl blickt kritisch auf die ersten Partien zurück. „Ich will nicht sagen, dass wir ein Problem haben, aber wir stecken in einer Situation, die einiges an Arbeit mit sich bringen wird. Wir leben hier nicht vom Lob, sondern von den Punkten, und davon haben wir zu wenig. Wir haben sieben von acht Halbzeiten gut gespielt, aber das nützt uns nichts, wir brauchen jetzt Ergebnisse." Prödl ehrgeizig: „Sicher hatten wir in den ersten vier Runden auch drei Konkurrenten, die um den internationalen Wettbewerb mitspielen, aber wir müssen jetzt zeigen, dass wir auch zu diesem Kreis gehören können. Wir müssen verinnerlichen, dass wir in jedem Spiel unter Zugzwang stehen. Wie der Gegner heißt ist völlig egal. Die Bundesliga schreibt da doch genügend unglaubliche Geschichten. Jeder kann jeden schlagen und auch Eintracht Frankfurt kann mit vier Siegen starten."

 
Am Ende landete Werder trotz 2:0-Führung leider auch gegen Stuttgart auf dem Hosenboden: Theo Gebre Selassie. Am Ende landete Werder trotz 2:0-Führung leider auch gegen Stuttgart auf dem Hosenboden: Theo Gebre Selassie.

Die Ziele dieser jungen Mannschaft sind also hoch gesteckt und diesen Entwicklungsschritt traut sich das Team zu. Torschütze Kevin de Bruyne formulierte es so: „Wir haben eine gute Mannschaft, der noch Erfahrung fehlt. Wir sind alle jung, wir können alle spielen, aber wir sind eine Mannschaft, die noch wachsen muss, und dabei werden uns auch solche Spiele helfen."

Werders Geschäftsführer Klaus Allofs wird die Mannschaft auch an diesen Worten messen, denn auch er fordert einen beschleunigten Entwicklungsprozess ein: „Vier Punkte aus vier Spielen, das sind aus meiner Sicht zwei zu wenig für den Saisonstart. Wir müssen schnell lernen. Denn was wir hier aufgebaut haben in den letzten Monaten, soll keine Versuchsanordnung zum Experimentieren sein, sondern eine Mannschaft, die erfolgreich spielen soll. Wir haben es heute wieder verpasst, einen Riesenschritt nach vorne zu machen und uns eine gute Ausgangssituation für die kommenden Wochen zu verschaffen." Allofs weiter: „Jetzt müssen wir die richtigen Schlüsse aus unseren Fehlern ziehen. Es wäre ein Trugschluss, wegen der Punkteausbeute jetzt nichts mehr zu wagen. Schon in Freiburg müssen wir wieder mutig auftreten."

 
Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff, doch den Blick weiter nach vorne gerichtet: Marko Arnautovic. Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff, doch den Blick weiter nach vorne gerichtet: Marko Arnautovic.

Gefreut haben Allofs die kritischen Stimmen der Spieler nach diesem Bundesliga-Auftakt. „Man will uns hier ja immer eine Wohlfühlsituation oder eine gewisse Komfortzone einreden, aber die ist nicht existent. Wir haben zu Recht Lob für vergangenen Spiele bekommen, aber wir haben sie auch immer so analysiert, wie man es machen musste - immer mit dem Hinweis, dass wir noch viel Luft nach oben haben und noch einige Arbeit vor uns liegt."

Cheftrainer Thomas Schaaf sagte zu diesem Thema: „Die Ungeduld ist doch bei allen vorhanden. Bei den Medien, bei den Fans, bei den Spielern und uns selbst. Wir wollen mit diesem Team alles sehr früh erleben. Wir wollen gleich alle Kombinationen sehen, wir wollen alle Punkte einsammeln, aber das schaffen wir momentan eben noch nicht. Wir bereiten Dinge super vor und bringen sie nicht zu Ende. Das gilt für einzelne Aktionen, aber auch für ganze Spiele." Schaaf jedoch zuversichtlich: „Ich bleibe aber dabei: Es ist toll wie die Mannschaft sich auf den Weg gemacht hat. Wir müssen noch viel arbeiten, aber wir alle sind überzeugt, dass wir am Ende den passenden Ertrag einfahren werden."

Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph und Dominik Kupilas

 

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