BREMEN (flü/csa) Max Kruse und Martin Harnik haben so einiges gemeinsam: Beide sind 21 Jahre jung, beide sind Hamburger, beide kamen vom Club SC Vier- und Marschlande zu Werder und beide haben bislang - wenn auch aus verschiedenen Gründen - den Durchbruch nicht geschafft. Da ist es fast schon nicht verwunderlich, dass die "siamesischen Fußball-Zwillinge" auch gemeinsam von einem Club gejagt werden: Zweitligist FC St. Pauli ist sehr interessiert.
"Ein Angebot liegt vor", bestätigt Kruse: "In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob ich in Bremen bleibe oder nicht." Wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs, erlitten am 12. September im Spiel von Werder II gegen Kickers Emden, hatte Kruse fast ein halbes Jahr pausieren müssen. Der Sprung in den Bremer Profikader ist somit noch schwieriger geworden, obwohl sich Kruse den Schritt generell zutraut. "Ich denke, das Potenzial habe ich", meint der Mittelfeldspieler. Auf der anderen Seite könnte die Offerte vom FC St. Pauli für die weitere Karriere sicherlich hilfreich sein. Doch an St. Pauli mag Kruse, dessen Vertrag in Bremen im Sommer ausläuft, jetzt noch nicht denken. Er sagt: "Generell muss ich jetzt für mich entscheiden, ob ich Werder will oder etwas anderes."
Bei Martin Harnik sieht das etwas anders aus. Er hat noch einen Vertrag bis 2011, selbst eine Ausleihe dürfte sich daher für den FC St. Pauli finanziell als schwer machbar herausstellen. "In erster Linie zählt für mich ohnehin, dass ich in Bremen versuchen werde, mich durchzusetzen", sagt der Stürmer fast schon gebetsmühlenartig. Doch so langsam aber sicher darf man den Glauben daran verlieren, dass er es schafft. Sechs Kurzeinsätze in dieser Saison bei 39 Pflichtspielen sind zu wenig für den Angreifer und können bei weitem nicht seinen Ansprüchen genügen. Morgen spielt er in der Dritten Liga mit Werder II gegen Offenbach.
Dennoch denkt Harnik "nicht über einen Vereinswechsel nach", wie der Österreicher glaubhaft machen will, obwohl seine Situation schlecht für die Nationalmannschafts-Karriere ist: "Die Konsequenz ist, dass ich nicht nominiert werde", weiß Harnik. Unter Josef Hickersberger und Karel Brückner gehörte Harnik fest zum Team, Österreichs neuer Nationalcoach Dietmar Constantini, "hat noch nie mit mir gesprochen. Aber vielleicht meldet er sich ja noch." So lange Harnik aber weiterhin nicht bei Werder spielt, dürfte das Wunschdenken sein...




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