Einsatzleiter Pusch: "Maßnahme zur Gefahrenabwehr" / Fans protestieren
BREMEN (csa) Die Warnungen kamen von den Kollegen aus Frankfurt - und die Bremer Polizei nahm sie sehr ernst. In einer in diesem Umfang ungewöhnlichen Aktion wurden bereits am Samstagmorgen 234 Eintracht-Anhänger im Steintor- und Ostertorviertel festgesetzt und vorübergehend in Gewahrsam genommen. Einsatzleiter Heinz-Jürgen Pusch sprach später von einer Präventiv-Maßnahme, um Zusammenstöße mit Bremer Fans zu vermeiden.
Bereits gegen 9.00 Uhr waren sechs Busse mit ungefähr 300 Frankfurter Anhängern in Bremen angekommen. Laut Pusch war unter ihnen eine große Zahl "an Fans der Kategorien B und C - also Risikofans". Am Osterdeich/Ecke Sielwall wurden sie von der Bremer Polizei empfangen und zunächst beobachtet. Weil das Verhalten der Gruppe "sehr aggressiv" gewesen sei, zudem Parolen gebrüllt und Zettel mitgeführt worden waren, die zur Gewalt aufriefen, entschloss sich die Polizei zu einem frühzeitigen Eingreifen. 234 "Problemfans" (Pusch) wurden abgeführt und in Gewahrsam genommen.
Passiert war bis dahin freilich nichts. Aber, so Polizeidirektor Pusch: "Zur Verhinderung von Straftaten haben wir polizeirechtliche Maßnahmen ergriffen, die mit den diensthabenden Richtern abgestimmt waren. Für uns war es eindeutig, dass die Frankfurter die Auseinandersetzung mit Bremer Fans gesucht haben."
Noch vor dem Spiel wurden weibliche Fans und Jugendliche wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Rest wurde am Abend zu den Bussen gebracht und mit Polizei-Eskorte zurück nach Frankfurt gefahren. Weitere Vorfälle? Keine.
Während des Spiels war es im Weserstadion zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen. "Fußball-Fans sind keine Verbrecher", rief die Masse im Frankfurter Block. Vereinzelt wurden Ordnungskräfte attackiert, die Polizei griff zu Schlagstöcken und Pfefferspray. Bilanz des gesamten Tages: Vier Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie etliche aufgebrachte Eintracht-Fans, die das Vorgehen der Bremer Polizei in diversen Internet-Foren als überzogen bezeichneten.




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