
Ecke - Kopfball - Tor - Zunge raus. Sebastian Prödl hat Werder gerade in Führung geköpft.
18.03.2009, 22:21 Uhr
Letztendlich ohne größere Probleme zog Werder Bremen ins Viertelfinale des UEFA-Cups ein. Nach dem 1:0 im Hinspiel trennten sich die Grün-Weißen am Mittwochabend im Rückspiel vom AS St.-Etienne mit 2:2-Unentschieden. Ein wuchtiger Kopfball von Sebastian Prödl stellte früh die Weichen auf das Weiterkommen (6.). Keine halbe Stunde war vergangen, da hatte Claudio Pizarro mit einem tollen Flugkopfball eigentlich alles entschieden. Eine arge Unachtsamkeit in der Defensive nutzte Yohan Benalouane zum Anschlusstor (64.). Sébastian Grax markierte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich, der das Weiterkommen zwar nicht mehr in Gefahr brachte, Werder allerdings dadurch den Sieg unnötigerweise verschenkte.
Das wichtige Auswärtstor zum bestmöglichen Zeitpunkt
Vier Mann fehlten: Kapitän Frank Baumann gesperrt, Clemens Fritz erkrankt, Petri Pasanen (Bänderdehnung) und Daniel Jensen (Nasenbeinbruch) verletzt. Mittelfeld und Angriff begannen identisch zur Stuttgart-Partie. Dafür waren Per Mertesacker und Naldo wieder einsatzbereit, so dass Sebastian Prödl auf die rechte Außenverteidiger-Position rutschte.
Von dort aus nahm der Österreicher in der sechsen Minute einen weiten Anlauf in Richtung gegnerischen Strafraum. Torsten Frings trat gerade die ersten Ecke, als im 16er Sebastian Prödl seinerseits startete – Gegenspieler Gomis hielt bedächtig Sicherheitsabstand –, um ungestört einen wuchtigen Kopfball genau ins linke obere Torkreuz zur Führung zu platzieren. Torhüter Janot war erstarrt und machtlos zugleich. Das wichtige Auswärtstor für Werder zum bestmöglichen Zeitpunkt, ohne ASSE erst überhaupt ins Spiel kommen zu lassen. Deren Kapitän Geoffrey Dernis unternahm 180 Sekunden später den Versuch, unmittelbar zu antworten. Der 28-Jährige dribbelte an Frings vorbei, entsandte aus 23 Metern einen satten Schuss, den Naldo noch abfälschte und der infolgedessen knapp das Tor verfehlte.
Jeweils in aussichtsreicher Position (16., 23.) verpasste darauf Bafétimbi Gomis die Ballannahmen zweier punktgenauer Flugbälle. Doch noch ehe die Hausherren wirklich das Spiel hätten an sich reißen können, zog Werder an.
„Junge, genau dahin wollte ich ihn haben“
Peter Niemeyer verlagerte dabei das Spiel klug und direkt auf die linke Seite zu Mesut Özil, der ohne Verzögerung eine Augenweide von einer Flanke in die Mitte zirkelte, wo Claudio Pizarro - frei von jeglicher Bewachung – den Ball aus sieben Metern per wunderschönem Hechtkopfball vollendete (28.). Mit weit aufgerissenen Augen und ausgestrecktem Zeigefinger deutete der Peruaner seinem Passgeber an: „Junge, genau dahin wollte ich den Ball haben.“
Mehr als eine Vorentscheidung, die weiter nachwirkte. Acht Minuten darauf unterlief Tavlaridis ein haarsträubender Rückpass, Rosenberg schnellte dazwischen, Janot hatte sein gewohntes Terrain verlassen, aber Werders Schwede gelang aus der Drehung nur halb Schuss, halb Flanke, was nicht von Erfolg gekrönt wurde. Augenblicke danach durfte sich St.-Etiennes Schlussmann endlich auszeichnen – bei Rosenbergs Flachschuss aus 18 Metern war Janot blitzschnell zur Stelle (37.). Auf der anderen Seite liefen die Franzosen in der Folge kopflos gegen eine feste Bremer Wand. Abermals Janot faustete Sekunden vor der Pause Naldos Freistoss-Hammer zur Ecke, bei Rosenbergs nächstem Versuch wäre er nicht herangekommen; Zentimeter fehlten.
Urplötzlich sprudelten die Fehlerquellen
Bereits weit nach Wiederanpfiff verursachte eine weitere Frings-Ecke ein etwas unübersichtliches Strafraum-Gewirr, bei dem Pizarro am Schnellsten reagierte; ein St.-Etienne-Akteur konnte jedoch in höchster Not klären. Es schien, als hatten sich die Franzosen ihrem Schicksal ergeben, Werder dominierte und kontrollierte die Partie nach Belieben – und gab diese nach gut einer Stunde ohne jeglichen Grund aus der Hand.
Urplötzlich sprudelten die Fehlerquellen: Pizarro verlor am eigenen Strafraum den Ball nach Wieses Abwurf, Naldo klärte nicht konsequent, der Ball fiel Varrault auf der rechten Seite vor die Füße und dessen Eingabe verwertete Yohan Belaouane – gemäß des Spielverlaufs – ebenfalls mit dem Kopf zum Anschlusstreffer (64.). „Les Verts“ witterten Morgenluft, auch wenn Bayal nach einer Kombination über Rosenberg (Flanke), Pizarro (Ablage) und Diego (Abschluss) für den geschlagenen Janot auf der Linie rettete (68.). Es sollte die letzte Bremer Offensiv-Aktion des Abends bleiben.
15 Minuten vor Abpfiff agierten Prödl und Tziolis gegen Gomis nicht energisch genug, der den eigentlich fast verlorenen Ball doch noch unter Kontrolle brachte, dessen Schuss aus 18 Metern jedoch knapp vorbei flog. Mit vollem Risiko drosch Sauget dann einen Dropkick aus 25 Metern, der sich erst kurz hinter dem rechten Winkel des von Wiese gehüteten Tores senkte (86.). Das war eng. Der Ausgleich fiel trotzdem. Drei Werder-Akteure konnten Payet nicht stoppen, der Sébastian Grax bediente und aus zwölf Metern trocken und flach ins lange Eck zum Endstand abschloss.
Die Lose für die Runde der letzten acht werden am kommenden Freitag, 20.03.2009, im schweizerischen Nyon gezogen.
von Maximilian Hendel
AS St.-Etienne – Werder Bremen
AS St.-Etienne: Janot – Varrault, Benalouane, Tavlaridis, Sauget – Varrault, Matsui (80. Payet), Bayal, Hautecoeur (72. Monsoereau), Dernis - Mirallas (63. Grax) – Gomis
Werder Bremen: Wiese – Prödl, Naldo, Mertesacker, Boenisch – Frings, Niemeyer (72. Tziolis), Özil, Diego (76. Hunt) – Rosenberg, Pizarro (86. Almeida); Auf der Bank: Vander - Tosic, Vranjes, Harnik
Tore: 0:1 Prödl (6.), 0:2 Pizarro (28.), 1:2 Benalouane (64.), 2:2 Grax (90.)
Stadion Geoffroy Guichard: 33.522 Zuschauer
Schiedsrichter: Alexandru Tudor (Bukarest/Rumänien)
Gelbe Karten: Boenisch, Mertesacker, Pizarro
2:2 in St.-Etienne: Zwei Köpfe sichern das Viertelfinale
Das wichtige Auswärtstor zum bestmöglichen Zeitpunkt

Torschütze Yohan Benalounane im Zweikampf mit Markus Rosenberg.
Von dort aus nahm der Österreicher in der sechsen Minute einen weiten Anlauf in Richtung gegnerischen Strafraum. Torsten Frings trat gerade die ersten Ecke, als im 16er Sebastian Prödl seinerseits startete – Gegenspieler Gomis hielt bedächtig Sicherheitsabstand –, um ungestört einen wuchtigen Kopfball genau ins linke obere Torkreuz zur Führung zu platzieren. Torhüter Janot war erstarrt und machtlos zugleich. Das wichtige Auswärtstor für Werder zum bestmöglichen Zeitpunkt, ohne ASSE erst überhaupt ins Spiel kommen zu lassen. Deren Kapitän Geoffrey Dernis unternahm 180 Sekunden später den Versuch, unmittelbar zu antworten. Der 28-Jährige dribbelte an Frings vorbei, entsandte aus 23 Metern einen satten Schuss, den Naldo noch abfälschte und der infolgedessen knapp das Tor verfehlte.
Jeweils in aussichtsreicher Position (16., 23.) verpasste darauf Bafétimbi Gomis die Ballannahmen zweier punktgenauer Flugbälle. Doch noch ehe die Hausherren wirklich das Spiel hätten an sich reißen können, zog Werder an.

Auf Allain Perrin und seine Mannschaft wartet nun wieder der Alltag in der Ligue 1, der da heißt: Abstiegskampf.
Peter Niemeyer verlagerte dabei das Spiel klug und direkt auf die linke Seite zu Mesut Özil, der ohne Verzögerung eine Augenweide von einer Flanke in die Mitte zirkelte, wo Claudio Pizarro - frei von jeglicher Bewachung – den Ball aus sieben Metern per wunderschönem Hechtkopfball vollendete (28.). Mit weit aufgerissenen Augen und ausgestrecktem Zeigefinger deutete der Peruaner seinem Passgeber an: „Junge, genau dahin wollte ich den Ball haben.“
Mehr als eine Vorentscheidung, die weiter nachwirkte. Acht Minuten darauf unterlief Tavlaridis ein haarsträubender Rückpass, Rosenberg schnellte dazwischen, Janot hatte sein gewohntes Terrain verlassen, aber Werders Schwede gelang aus der Drehung nur halb Schuss, halb Flanke, was nicht von Erfolg gekrönt wurde. Augenblicke danach durfte sich St.-Etiennes Schlussmann endlich auszeichnen – bei Rosenbergs Flachschuss aus 18 Metern war Janot blitzschnell zur Stelle (37.). Auf der anderen Seite liefen die Franzosen in der Folge kopflos gegen eine feste Bremer Wand. Abermals Janot faustete Sekunden vor der Pause Naldos Freistoss-Hammer zur Ecke, bei Rosenbergs nächstem Versuch wäre er nicht herangekommen; Zentimeter fehlten.
Urplötzlich sprudelten die Fehlerquellen
Bereits weit nach Wiederanpfiff verursachte eine weitere Frings-Ecke ein etwas unübersichtliches Strafraum-Gewirr, bei dem Pizarro am Schnellsten reagierte; ein St.-Etienne-Akteur konnte jedoch in höchster Not klären. Es schien, als hatten sich die Franzosen ihrem Schicksal ergeben, Werder dominierte und kontrollierte die Partie nach Belieben – und gab diese nach gut einer Stunde ohne jeglichen Grund aus der Hand.

Torsten Frings passt, Sébastien Grax beobachtet.
15 Minuten vor Abpfiff agierten Prödl und Tziolis gegen Gomis nicht energisch genug, der den eigentlich fast verlorenen Ball doch noch unter Kontrolle brachte, dessen Schuss aus 18 Metern jedoch knapp vorbei flog. Mit vollem Risiko drosch Sauget dann einen Dropkick aus 25 Metern, der sich erst kurz hinter dem rechten Winkel des von Wiese gehüteten Tores senkte (86.). Das war eng. Der Ausgleich fiel trotzdem. Drei Werder-Akteure konnten Payet nicht stoppen, der Sébastian Grax bediente und aus zwölf Metern trocken und flach ins lange Eck zum Endstand abschloss.
Die Lose für die Runde der letzten acht werden am kommenden Freitag, 20.03.2009, im schweizerischen Nyon gezogen.
von Maximilian Hendel
AS St.-Etienne – Werder Bremen
AS St.-Etienne: Janot – Varrault, Benalouane, Tavlaridis, Sauget – Varrault, Matsui (80. Payet), Bayal, Hautecoeur (72. Monsoereau), Dernis - Mirallas (63. Grax) – Gomis
Werder Bremen: Wiese – Prödl, Naldo, Mertesacker, Boenisch – Frings, Niemeyer (72. Tziolis), Özil, Diego (76. Hunt) – Rosenberg, Pizarro (86. Almeida); Auf der Bank: Vander - Tosic, Vranjes, Harnik
Tore: 0:1 Prödl (6.), 0:2 Pizarro (28.), 1:2 Benalouane (64.), 2:2 Grax (90.)
Stadion Geoffroy Guichard: 33.522 Zuschauer
Schiedsrichter: Alexandru Tudor (Bukarest/Rumänien)
Gelbe Karten: Boenisch, Mertesacker, Pizarro





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