
Der Anfang eines historischen Tages: Markus Rosenberg bejubelt seinen ersten Treffer in der Allianz-Arena.
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20.09.2008, 17:21 Uhr
5:2 – Werder feiert historischen Sieg in München
Es sollte ein historisches Spiel werden, das die ersatzgeschwächten Werderaner mit einigen Änderungen begannen. Cheftrainer Thomas Schaaf musste die Ausfälle von Torsten Frings, Clemens Fritz, Daniel Jensen und Hugo Almeida verkraften. Dafür rückten Sebastian Prödl als Rechtsverteidiger, Frank Baumann als „Sechser“ und Jurica Vranjes als rechter Mittelfeldspieler ins Team.
Von Anfang an hochkonzentriert

Kapitän Frank Baumann, hier im Duell mit Luca Toni, sah früh die gelbe Karte und wurde zur Pause aus "Sicherheitsgründen" ausgewechselt.
Der Offensivdrang der Gastgeber entpuppte sich etwas überraschend als Strohfeuer. Werder wirkte wacher, stand kompakter, störte die Münchner früh und zeigte lange vermissten Spielwitz. Während nach dem 0:0 gegen Famagusta in der Champions League sogar die Einstellung moniert worden war, stimmte gegen die Bayern einfach alles. Bestes Beispiel in der 18. Minute: Diego spielte einen klasse Pass in den Lauf von Pizarro, der auf der linken Seite an Demichelis vorbeizog und aus spitzem Winkel Rensing überlupfte – Pfosten!
Özil glänzt zweimal als Vorbereiter
Ein mindestens genauso feiner Pass von Özil leitete zwölf Minuten später die Bremer Führung ein. Der 19-Jährige bediente den zentral durchstartenden Rosenberg, der den Ball zwischen den FCB-Innenverteidigern van Buyten und Demichelis genau auf den Fuß bekam. Der Schwede blieb auch im Duell mit Rensing Sieger und verwandelte kaltschnäuzig per Flachschuss ins rechte untere Eck. Danach brandete eine zweite Angriffswelle der Bayern auf, die die Bremer Defensive erneut einige Minuten lang richtig herausforderte. Doch Naldo, der einmal mit kompromisslosen Einsatz gegen Luca Toni rettete, und seine Mitspieler gaben sich keine Blöße.

Mesut Özil, der hier Mark van Bommel stehen lässt, war in einer bärenstarken Bremer Mannschaft einer der Besten.
Beide Trainer reagierten auf das Gesehene. Thomas Schaaf ersetzte den gelb-rot-gefährdeten Frank Baumann durch Aaron Hunt, Bayern-Coach Jürgen Klinsmann brachte Oddo und Borowski für van Buyten und Lell. Die Münchener zeigten sich kurzzeitig wachgerüttelt, schnupperten durch Toni zweimal am Anschlusstreffer, aber Per Mertesacker bereinigte die Situationen.
Die Bayern vorgeführt
Was sich dann auf der Gegenseite abspielte, ließ fast alle im Stadion nur ungläubig staunen. Der zweimalige Torvorbereiter Mesut Özil nahm halblinks auf Strafraumhöhe einen Querpass von Diego auf und ließ einfach mal „einen ab“. Das Resultat: ein Volltreffer in den linken Giebel, das 0:3. Und zugleich ein Tor, das die Bayern völlig zu demoralisieren schien.

Diego zeigte Mark van Bommel und den Bayern meist die Hacken.
Für die einen ein Fiasko, für die anderen ein Festtag
Nach jetzt 67 Minuten stand fest: die Bayern erlebten ein Fiasko, Werder einen Festtag. Da störte es kaum noch, dass ausgerechnet der eingewechselte Ex-Bremer Tim Borowski in der unaufgeregten Schlussphase noch zweimal erfolgreich war und das Ergebnis ein wenig aufhübschte.
Werder meldete sich nach durchwachsenem Saisonstart in einer Art und Weise zurück, die überzeugender nicht hätte sein können. Die nächsten Aufgaben lauten Erzgebirge Aue (am Dienstag im DFB-Pokal) und 1899 Hoffenheim (am Samstag in der Bundesliga).
von Kevin Kohues
FC Bayern München – Werder Bremen 2:5 (0:2)
FC Bayern München: Rensing - Lucio, Demichelis, van Buyten (46. Borowski) - Lell (46. Oddo), van Bommel, Schweinsteiger, Zé Roberto (67. Sosa), Lahm - Toni, Podolski
Werder Bremen: Wiese - Prödl, Naldo, Mertesacker, Boenisch - Baumann (46. Hunt) - Vranjes, Özil (77. Niemeyer) - Diego - Rosenberg (70. Sanogo), Pizarro; auf der Bank: Vander, Pasanen, Tosic, Harnik
Tore: 0:1 Rosenberg (30.), 0:2 Naldo (45.), 0:3 Özil (54.), 0:4 Pizarro (59.), 0:5 Rosenberg (68.), 1:5 Borowski (71.), 2:5 Borowski (85.)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Allianz-Arena: 69.000 Zuschauer (ausverkauft)
Gelbe Karten: Demichelis – Baumann, Vranjes





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