TL-Tagebuch 1: Bei Freunden unterwegs
Gleiches Hotel, viele bekannte Gesichter, selbe Infrastruktur - Werder fühlt sich in Bad Waltersdorf wohl.
30.07.2010, 17:04 Uhr

TL-Tagebuch 1: Bei Freunden unterwegs

Werder hat das dritte Trainingslager der Vorbereitung begonnen. Im österreichischen Bad Waltersdorf bereiten sich die Grün-Weißen bis zum kommenden Freitag vor. Mit dabei auch Mediendirektor Tino Polster, der wieder in einem persönlichen Trainingslager-Tagebuch Einblicke in die Welt der Werder-Profis geben wird. Regelmäßig unterrichtet er nicht nur über aktuelle Neuigkeiten, sondern bietet mit seinen Anekdoten, Anmerkungen und Randgeschichten einen einzigartigen Einblick in die grün-weiße Welt.

Freitagmorgen, 30. Juli 2010, 11.55 Uhr, nach dem Vormittagstraining des Teams im Hotel Falkensteiner

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Ist zwar schon wieder allen auf und davon geflitzt, doch in Ungarn wird Marin am Samstag noch geschont.
„Werder Bremen? Ja, interessant! Macht ihr hier Urlaub?“ Gut, dass kein Spieler oder Trainer diese durchaus ernst gemeinte Frage eines Gastes des „Falkensteiner Hotel“ mitbekommen hat. Wir sind also seit dem gestrigen Donnerstag wieder im Trainingslager. Zum dritten Mal insgesamt Bad Waltersdorf, Steiermark, zum zweiten Mal in zwei Jahren das „Falkensteiner“. Was einen Vorteil hat: Logistik und Infrastruktur (Abläufe, Räume für die Zeugwarte, Physios, bis hin zur Einschätzung von Trainingsgelände, Lauf- und Radstrecken) müssen nicht neu erarbeitet werden. Während von der Hotelrezeption die erfreute Aussage kam, dass bei Werder aus dem Stab der Betreuer ja fast alle Gesichter schon aus dem letzten Jahr bekannt sind, stellte Co-Trainer Matthias Hönerbach mit Kennerblick zeitgleich fest, dass zumindest am Empfang personelle Konstanz herrscht, an vielen anderen Positionen dagegen eher nicht. Wir hoffen dennoch auf einen reibungslosen Aufenthalt.

Schön, dass nun auch Marko Marin zu uns gestoßen ist. Er hat stets eine positive Ausstrahlung. Nun muss er allerdings erst wieder in den Trainingsprozess hinein finden. Und da wird Thomas Schaaf nichts überstürzen. Für das Testspiel morgen, Samstag, in Ungarn ist unser Wirbelwind noch nicht vorgesehen.
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Wieder eine Arena mehr in der Stadionhopper-Liste von Mediendirektor Tino Polster. In Graz war er bis Donnerstagabend noch nicht.
Mein Kollege Markus Biereichel hat sich heute Vormittag schon mal auf den Weg nach Szombathely gemacht, um sicher zu stellen, dass für die morgige Live-Übertragung bei WERDER.TV alle Bedingungen ok sind. Wir werden ab 18.55 Uhr also wieder in TV-Standard live dabei sein. Wer noch nicht Abonnent ist, kann dieses Spiel auch für 3,99 € einzeln buchen.

Zwei Wochen nur noch bis zum Pflichtspielstart, der 1. DFB-Pokalrunde in Ahlen. Drei oder vier Tage später steht dann schon das Qualifikations-Hinspiel zur Champions League auf dem Programm (Gegner wird am 6. August ausgelost). Seit gestern Abend wissen wir noch ein wenig mehr, wie großartig und wichtig es ist, wieder in die Königsklasse aufzusteigen. Klaus Allofs und ich können von Fußball nie genug bekommen und sind mit dem EOS Cabrio, das uns Car Partner Volkswagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, nach Graz gedüst, um die Partie Sturm gegen Dinamo Tiflis anzusehen, Quali zur Europa League. Das Niveau überschaubar, Graz, mit deutschem Trainer (Franco Foda) und Manager (Oliver Kreuzer) gewann hoch verdient 2:0. Wir mussten spontan an Aktobe denken. Die gestrige Partie werden wir schnell vergessen haben, nicht jedoch den herzlichen Empfang durch die Verantwortlichen von Sturm Graz.

Bildergalerie: Bad Waltersdorf: Trainingslager in der Steiermark


Allen voran Ehrenpräsident Hans Fedl. Der Unternehmer mit der Genießer-Figur ist ein echter Werderfreund, war sogar beim UEFA-Cup Finale in Istanbul. Und das nicht nur wegen „Basti“ Prödl, der ja von Sturm Graz zu uns kam und über den er als „mein Bua“ spricht. Fedls Beziehung zu Bremen begann tatsächlich schon vor 36 Jahren. Damals, 1974, verdiente der gelernte Fleischhauer für 2 Monate sein Geld als Verkäufer von Wurstspezialitäten im Huchtinger Roland-Center. Längst hat er Karriere und Vermögen in der Speditionsbranche gemacht und gilt bei Sturm als „Legende“ und „Institution“. Nicht zuletzt, weil maßgeblich er vor einigen Jahren die Pleite des Klubs abgewendet hat.
Ein Trainingslager bei Freunden – da kann ja eigentlich nichts schief gehen.


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